Cashtest – Brookfield Renewable Partners

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Einstieg und Überblick

„YieldCos“ – das war die ebenso knappe wie präzise Antwort eines Lesers unter einen früheren Blogbeitrag auf meine Frage, welche Themen denn von besonderem Interesse seien. Nun dürfte diese Wertpapiergattung zu den eher unbekannteren Vertretern unter den Hochdividendenwerten zählen, was schlichtweg daran liegt, dass es sich um ein relativ junges Nischensegment handelt. Gleichwohl sollte sie den Lesern meines Gratiskurses in ihren Grundzügen bekannt sein. Die auch in den deutschen Sprachraum übernommene Bezeichnung leitet sich aus dem Englischen ab und ist eine Zusammenziehung des Begriffs „yield“ für „Ertrag“ oder „Gewinn“ sowie der Abkürzung „co“ für „company“, also „Unternehmen“. Weitere Informationen finden sich auch in meinem Buch „Bargeld statt Buchgewinn“.

YieldCos sind üblicherweise börsennotierte unternehmerische Beteiligungen aus dem Bereich der „erneuerbaren Energien“, die meist auf Basis langlaufender (Liefer-)Verträge einen verhältnismäßig konstanten Zahlungsstrom generieren. Sowohl die Bezeichnung als auch das Geschäftsmodell deuten darauf hin, dass es sich bei den YieldCos um eine auf die Bedürfnisse von Einkommensinvestoren zugeschnittene Anlageform handelt. Diese möchte ich nachfolgend anhand der Brookfield Renewable Partners (BEP) erörtern. Warum gerade diese YieldCo? Nun, eine meiner Maximen lautet „put your money where your mouth is“ und Anteile an BEP befinden sich seit vielen Jahren in meinem Depot. Tatsächlich handelt es sich um einen der größten Vertreter der Gattung und zudem um einen der wenigen Einzelwerte, die ich halte. Warum das so ist, erschließt sich spätestens am Ende des Beitrages.

Historie und Kennzahlen

Zunächst jedoch noch einige Worte zur YieldCo im Allgemeinen. Anders als beispielsweise Business Development Companies (BDCs), Master Limited Partnerships (MLPs) oder Real Estate Investment Trusts (REITs) unterliegen YieldCos keiner spezifischen Gesetzgebung. Rein juristisch betrachtet handelt es sich durchweg um gewöhnliche Aktiengesellschaften ohne besondere Privilegien (zum Beispiel Steuerbefreiung) und Pflichten (zum Beispiel Mindestausschüttungsquoten). Nichts desto trotz werden hierunter üblicherweise Betreiber von Solar- und Windparks, Wasserkraftwerken und Geothermieanlagen ohne Erschließungs- und Entwicklungsrisiken verstanden. Die Kombination aus produzierenden Anlagen mit oftmals langlaufenden Abnahmeverträgen und festgelegter Einspeisevergütung ergänzt um je nach Land öffentliche Fördermaßnahmen sorgt wiederum für einen gut kalkulierbaren Kapitalfluss und attraktive Ausschüttungsrenditen.

Cashtest - Logo von BEP
Seit 106 Jahren im Geschäft, Bildquelle: Seite des Unternehmens

All diese Aspekte spiegeln sich in der in Bermuda ansässigen BEP wider, die seit 2011 börsennotiert ist. Strom erzeugt BEP hingegen bereits viel länger, nämlich seit 106 Jahren. Zuvor war BEP eine reine Tochterfirma der Brookfield Asset Management, einer kanadischen Finanzholding mit Sitz in Toronto, die derzeit 60 Prozent der Anteile an BEP hält. Deren Geschichte weist einige interessante Details auf. Gegründet wurde das Unternehmen durch kanadische und US-amerikanische Geschäftsleute im Jahr 1899 als São Paulo Railway, Light and Power Company in Brasilien. Einer der Mitgründer, Frederick Pearson, starb im Jahr 1915 beim Untergang der Lusitania vor der Südküste Irlands.

Heute gehört Brookfield Asset Management mit 23.000 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von deutlich über 50 Milliarden kanadischen Dollar zu den weltweit größten Unternehmen (Platz 165 in der Forbes Global 2000 Liste). Ferner ist es im kanadischen Leitindex S&P/TSX 60 gelistet und kann über das Kürzel BAM.A an der Toronto Stock Exchange (TSX) beziehungsweise BAM an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt werden. Über eine Drittnotiz ist der Titel zudem an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) gelistet. Der Konzern ist in vier Geschäftsbereichen aktiv: Immobilien, Infrastruktur, Energie und Unternehmensbeteiligungen. Allerdings ist Brookfield Asset Management mit einer Ausschüttungsrendite von gerade einmal 1,4 Prozent pro Jahr weit weg vom Status eines Hochdividendenwerts.

Ganz anders sieht es da schon bei BEP aus. Mit einer Ausschüttungsrendite von 6,4 Prozent, quartalsweisen Zahlungen und einer seit dem Börsengang von Jahr zu Jahr steigenden Dividende scheint der Titel für Einkommensinvestoren geradezu prädestiniert. Ein weiterer Vorteil ist die Marktkapitalisierung von über sieben Milliarden kanadischen Dollar, verteilt auf gut 180 Millionen Anteile, die einen stets liquiden Handel sicherstellen.

„Ökostrom“ produziert das Unternehmen wie erwähnt schon seit über 100 Jahren und damit bereits zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Genutzt wurden dazu ab 1912 zunächst die wasserreichen Flusssysteme in Brasilien zum Bau von Wasserkraftwerken. Dem Geschäftsmodell ist BEP bis heute weitgehend treu geblieben. Derzeit betreibt der Konzern mit etwa 2.000 Mitarbeitern insgesamt 876 Kraftwerke in 13 Ländern mit einer installierten Leistung von 17.364 Megawatt (MW) und einer geplanten Jahresproduktion von etwa 66.000 Gigawattstunden (GWh) – genug um 33 Städte der Größe Kölns mit Strom zu versorgen.

82 Prozent der erzeugten Energie stammt aus Wasserkraft, der Rest aus Wind-, Solar- und Pumpspeicherkraftwerken. Allein 81 Flüsse werden hierzu im wahrsten Sinn des Wortes angezapft. Regional dominieren die USA und Kanada mit 60 Prozent der Energieproduktion, Brasilien (wo das Unternehmen seinen Anfang nahm) macht historisch bedingt 20 Prozent aus. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich in Südamerika auf Chile, Kolumbien und Uruguay, Asien (China, Indien, Thailand), Europa (England, Irland, Spanien) sowie Südafrika.

Doch nicht nur bei der Stromerzeugung ließ BEP besondere Weitsicht walten. Auch den Stromverkauf hat das Management des Unternehmens sehr clever organisiert. Nur acht Prozent werden laufend zu aktuellen Marktpreisen veräußert, 92 Prozent hingegen im Rahmen langfristiger Abnahmeverträge an Großkunden geliefert. Die durchschnittliche Laufzeit der Verträge beläuft sich dabei auf circa 18 Jahre. Als besonderen Clou enthalten die meisten Abnahmeverträge fixe Preisanpassungsklauseln. Will heißen: Der Preis für den von BEP gelieferten Strom steigt jährlich (mindestens) um den Prozentsatz der landesspezifischen Inflationsrate.

Dieses Vorgehen ermöglicht es dem Unternehmen, die ausdrücklich angestrebte Erhöhung der Ausschüttungen um fünf bis neun Prozent pro Jahr auch zu realisieren. Zumindest seit dem Börsengang konnte diese Zusage eingehalten werden. Von 2012 bis 2017 stieg die Dividende aufs Jahr gerechnet von 1,38 auf 1,87 kanadische Dollar beziehungsweise 6,3 Prozent pro Jahr. Als Ausschüttungsquote werden 60 bis 70 Prozent des Jahresüberschusses angepeilt. Das erlaubt es BEP, zudem eine stetige Erhöhung des Unternehmenswerts um jährlich sechs bis neun Prozent pro Jahr anzustreben, zusammen mit der Dividendenrendite in Höhe von gut sechs Prozent macht das eine anvisierte Gesamtrendite von zwölf bis 15 Prozent. Zumindest in kanadischen Dollar gerechnet ist das dem Unternehmen bisher ebenfalls geglückt.

Cashtest - Kennzahlen von BEP
Seit sechs Jahren voll im Plan, Bildquelle: Seite des Unternehmens

Erreicht werden soll dies auch mit einem Ausbau der Geschäftsaktivitäten. Hier liegt der Fokus auf Wasser- und Windkraft, regional dominiert Südamerika mit knapp der Hälfte der in Entwicklung befindlichen Projekte. Doch auch die Präsenz in Europa wird derzeit überproportional stark ausgebaut.

Konditionen und Besteuerung

Sehr erfreulich aus Sicht heimischer Anleger ist die Tatsache, dass es sich bei BEP um ein Einzelunternehmen, also eine gewöhnliche Aktie handelt, die an gleich zwei Börsenplätzen sehr liquide gehandelt wird. Somit dürfte dieser Hochdividendenwert ohne technische und regulatorische Einschränkungen – Stichwort: MiFID II – bei jedem gängigen Broker zu ordern sein. Gerade die Handelskosten für die NYSE bewegen sich bei den preissensiblen Instituten im zu vernachlässigenden Bereich. Weitere Gebühren fallen für Anleger nicht an.

Was das leidige Thema Quellensteuern angeht, haben Anleger in diesem Fall ebenfalls die Qual der Wahl. Wer das Unternehmen an der US-amerikanischen NYSE kauft zahlt gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen den USA und Deutschland maximal 15 Prozent Quellensteuer. Maximal deshalb, da aufgrund der Gesellschaftsstruktur einschließlich des juristischen Sitzes der Gesellschaft meist weniger anfällt. Wer hingegen das Papier an der kanadischen TSX erwirbt zahlt gemäß DBA zwischen Kanada und Deutschland 25 Prozent Quellensteuer.

Das liegt daran, dass BEP auch aus steuerrechtlichen Gründen als Trust firmiert, was an dem Zusatz „.UN“ hinter dem Börsenkürzel zu erkennen ist. Erläutert habe ich diesen Sachverhalt ausführlich in einem früheren Blogbeitrag. In beiden Fällen können in Deutschland veranlagte Investoren die gezahlte Quellensteuer in voller Höhe mit der Abgeltungssteuer verrechnen, was beim kanadischen Titel auf ein Nullsaldo hinausläuft. Käufer des US-amerikanischen Pendants sichern sich hingegen einen (kleinen) Liquiditätsvorteil.

Wie eingangs erwähnt wird eine YieldCo im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten aus dem Bereich der Hochdividendenwerte auf Ebene des Unternehmens ganz regulär besteuert. Dem wirkt BEP im Heimatland Kanada, die operative Zentrale befindet sich in Toronto, durch die Rechtsform – das Unternehmen firmiert als Trust – sowie die Holdingstruktur mit juristischer Zentrale in Hamilton, Bermuda, entgegen. Zudem ist BEP in einem durchaus förderfreudigen Umfeld tätig, welches je nach Land direkte oder indirekte Unterstützung in Form von beispielsweise Steuererleichterungen beziehungsweise Subventionen erfährt. Beides werden die cleveren Vertragsstrategen von BEP zu nutzen wissen.

Chancen und Risiken

BEP ist in einer für die Moderne unverzichtbaren Branche beheimatet und liefert hierfür den Rohstoff jeder entwickelt Volkswirtschaft. Dazu hat das Unternehmen das Glück, mit dem Fokus auf „erneuerbare Energien“ bereits vor über 100 Jahren eines der großen Themen des 21. Jahrhunderts besetzt zu haben. Diese Erfahrung zahlt sich aus. Im Gegensatz zu den vielen defizitären, ohne Subventionen nicht überlebensfähigen Anlageplanern und -betreibern in Deutschland (Conergy, Prokon, Solarworld) arbeitet BEP seit jeher hochprofitabel – etwaige Unterstützungsleistung mehren hier lediglich als Sahnehäubchen das Liquiditätspolster.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Management die letzten Jahre über bewiesen hat, dass es sein Handwerk versteht. Die Vertragsgestaltung könnte kaum vorteilhafter für Einkommensinvestoren sein, gleiches gilt für die strategische Ausrichtung und Planung der Geschäftsaktivitäten einschließlich der Konzentration auf die Kernkompetenz. Die überwiegend langfristig ausgerichteten Abnahmeverpflichtungen machen BEP zudem ein Stück weit von den Strompreisschwankungen unabhängig. Auch hat es das Unternehmen über die vielen Jahrzehnte geschafft, sich für einen Stromproduzenten ungewöhnlich breit über 13 Länder und vier Kontinente aufzustellen. Ferner verfolgt es ein Geschäftsmodell, was einerseits kaum vom technischen Wandel betroffen ist und andererseits nicht beliebig reproduziert werden kann – geeignete Orte und Baugenehmigung für Wasserkraftwerke sind nun einmal knapp.

Cashtest - Wasserkraftwerk von BEP
Finanzstärke durch Wasserkraft, Bildquelle: Seite des Unternehmens

Ein wesentlicher Risikofaktor stellt bekanntlich die Kapitalstruktur eines Unternehmens dar. Wie ist es um diese bei BEP bestellt? Für einen Energieproduzenten erstaunlich konservativ. Ausweislich des jüngsten Quartalsberichts beläuft sich das Anlagevermögen auf 28 Milliarden kanadische Dollar, die Kreditverbindlichkeiten summieren sich auf zehn, die (erst künftig fälligen) Steuerverbindlichkeiten auf 3,5 Milliarden kanadische Dollar. Damit sind die Schulden doppelt durch Vermögenswerte gedeckt. Die zuletzt geschriebene rote Null ist vor allem auf bilanzwirksame Abschreibungen (nicht liquiditätswirksam) und vergleichsweise hohe Investitionen (liquiditätswirksam) zurückzuführen.

Als Chance und Risiko zugleich ist die hohe Beteiligung der ehemaligen Mutter Brookfield Asset Management zu werten. Mit 60 Prozent der Anteile dominiert sie BEP de facto nach Belieben. Das macht den Titel für Übernahmen oder Manipulationen nahezu uninteressant. Zudem hat der Ankeraktionär ebenfalls über Jahrzehnte bewiesen, dass er die Tochter weitsichtig zu steuern in der Lage ist. Auf der anderen Seite besteht das nicht von der Hand zu weisende Risiko, dass Brookfield Asset Management die deutliche Mehrheitsbeteiligung zum eigenen Vorteil ausnutzen könnte. So lässt BEP beispielsweise seit jeher bestimmte Management- und Verwaltungsaufgaben über die ehemalige Mutter besorgen, aktuell, so scheint es, zu akzeptablen Konditionen, Änderungen sind hier freilich vorbehalten.

Der langen Unternehmensgeschichte zum Trotz sollten zudem die politischen Risiken nicht unterschätzt werden. Diese lauern einmal geografisch und einmal regulatorisch. Einen Großteil des Umsatzes erwirtschaftet BEP in Südamerika. Der Subkontinent ist nicht gerade für politische Stabilität und gesicherte Eigentumsrechte bekannt (siehe die Bolivarische Revolution in Venezuela). Auch im Rest der Welt ist es nicht ausgeschlossen, dass regulatorische Vorgaben negativ auf die traditionell stark unter der politischen Knute stehenden Infrastrukturunternehmen wirken. Auf der anderen Seite könnte BEP allerdings auch von dem zusätzlichen Zuckerbrot profitieren, welches auf absehbare Zeit der Hätschelbranche der „erneuerbaren Energien“ gereicht werden dürfte.

Abschließend noch ein Hinweis zum Währungsrisiko: Auch wenn BEP in US-Dollar beziehungsweise kanadischen Dollar notiert ist, erwerben Anleger letztlich einen Mix verschiedener Währungen entsprechend der jeweiligen Marktanteile. Schließlich ist das Unternehmen in zahlreichen Währungsräumen aktiv, Erträge wie Aufwände entstehen also nicht nur in den oben erwähnten Währungen sondern auch in Baht, Euro, Peso, Pfund, Real, Renminbi und Rupien. Sollen entsprechende Guthaben ausgeschüttet werden, müssen diese zuvor konvertiert werden. Der jeweilige Aktienkurs reflektiert wie in solchen Fällen üblich daher immer auch die konsolidierten Währungseffekte. Verliert beispielsweise der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar stark an Wert, wird sich die geschmälerte Liquiditäts- und Ertragslage im Kurs negativ bemerkbar machen und umgekehrt. Einen Nettoeffekt bereits auf mittlere Sicht zu prognostizieren ist hier schlichtweg unmöglich.

Zusammenfassung und Stammdaten

Meiner persönlichen Meinung nach ist BEP als ständiger Wegbegleiter für Einkommensinvestoren prädestiniert, eine Basisinvestition, mit der man gut und gerne zusammen alt werden kann. In meinem Buch „Bargeld statt Buchgewinn“ habe ich empfohlen „einen Verschuldungsgrad von maximal einem Drittel bezogen auf das Gesamtanlagevermögen“ als Orientierungshilfe für die Wertpapierauswahl heranzuziehen. Dieser Grundsatz dient mir ebenso wie die übrigen vier Aspekte des 5-Punkte-Checks als Richtschnur für Anlageentscheidungen.

Aufgrund der unverzichtbaren Leistungen, des professionell und lukrativ betriebenen Geschäftsmodells und der hervorragenden Positionierung und Entwicklung des Unternehmens habe ich in diesem besonderen Fall die erste und bisher einzige Ausnahme hiervon gemacht und Anteile von BEP unter dem gleichlautenden Kürzel an der NYSE erworben. Alternativ können Anteile an der TSX sowie an der FWB über das Kürzel BEP.UN beziehungsweise die Wertpapierkennnummer (WKN) A1JQFZ erworben werden. Gleichwohl empfehle ich den Erwerb an einer der beiden Hauptbörsen.

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7 Antworten auf „Cashtest – Brookfield Renewable Partners“

  1. Ich habe mir aufgrund dieses Beitrags aktuelle Kennzahlen des Unternehmens bei der Consorsbank angeschaut. Was mich da unruhig stimmt sind die Zahlen zum Gewinn je Aktie und zur Dividende je Aktie.
    Gewinn/Aktie: 2014-2017: 0,48 -> 0,03 -> -0,24 -> 0,01
    Dividende/Aktie: 2014-2017: 1,19 -> 1,53 -> 1,58 -> 1,59

    Das heißt für mich: die Dividenden werden seit 2014 nicht aus den operativen Ergebnissen, sondern der Substanz bezahlt.
    Übersehe ich da etwas?

    1. Meiner bescheidenen Meinung nach ja. Der Gewinn pro Aktie ist eine Kennzahl, die vielerlei Einflüssen unterliegt. Das fängt bereits mit dem Standard an, nach dem bilanziert wird. So hat BEP unter handelsrechtlichen Gesichtspunkten zwischenzeitig wesentlich schlechtere Zahlen geschrieben als unter steuerrechtlichen.

      Woran liegt das? Gerade für kapitalintensive Gesellschaften mit hohem Anlagevermögen wie REITs oder Infrastrukturunternehmen sind klassische Gewinnkennzahlen kaum aussagekräftig. Bei diesen Firmen kommt es zum einen immer wieder zu hohen Abschreibungen, die den tatsächlichen Werteverlust der Immobilien oder Anlagen gar nicht widerspiegeln. Dies mindert den Gewinn, nicht jedoch die Liquidität. Das kann dazu führen, dass das Unternehmen jahrelang Verluste bei gleichzeitig positivem Geldfluss („cashflow“) ausweisen kann.

      Zum anderen müssen solche Gesellschaften bei Neuinvestitionen in der Regel relativ viel Geld in die Hand nehmen. Diese Kosten mindern sowohl den Gewinn als auch die Liquidität, sorgen aber künftig für einen zusätzlichen Geldfluss. Meist fallen genau in diesen Jahren auch noch die hohen anfänglichen Abschreibungsraten an (Stichwort: degressive Abschreibung).

      Mein Fazit lautet daher, dass BEP die Dividenden (anders als die Deutsche Telekom viele Jahr lang) nicht aus der Substanz bezahlt. Nicht nur bei Dividendenwerten ist es erforderlich, die ausgewiesenen Gewinnkennzahlen zu überprüfen. Passend zu dem Thema empfehle ich die äußerst hörenswerte, aktuelle Podcastfolge von Stefan Obersteller (geldbildung.de): https://goo.gl/mdjWff

  2. Hallo,

    die leider relativ unklare Besteuerung der Anteile von Limited Partnerships (welche im Ergebnis in den meisten Fällen zu einer Überbesteuerung der Ausschüttungen in Deutschland führt), hat mich bisher immer davon abgehalten in die entsprechenden Werte zu investieren.
    In Deinem Beitrag schreibst Du, dass BEP als Trust firmiert. Auf deren Homepage steht jedoch das Gegenteil.
    https://bep.brookfield.com/en/stock-and-distribution/tax-information
    „Brookfield Renewable Partners L.P. is a Bermuda based limited partnership that is treated as a partnership for U.S. and Canadian tax purposes. Brookfield Renewable Partners is not a corporation or a trust.“

    Wie verlief denn die bisherige Besteuerung bei Dir (bei welcher Depotbank hälst Du Deine Anteile)?

    1. Hallo,
      BEP ist organisatorisch als „limited parnership“ organisiert, firmiert in Kanada an der Börse aber als „income trust“. Das eine schließt das andere ja nicht aus und führt wie im Beitrag dargelegt zum Quellensteuerabzug von 25 Prozent (der voll anrechenbar ist). Ich selbst habe die US-amerikanische Variante von BEP an der NYSE gekauft und halte den Titel bei der Swissquote in der Schweiz. Im Schnitt werden maximal 15 Prozent Quellensteuer abgeführt, die aber voll anrechenbar sind. Tatsächlich ist die Dividendenzahlung aufgrund der Struktur des Unternehmens und der juristischen Zentrale in Bermuda in mehrere Komponenten gesplittet, für die es je eine Abrechnung gibt. Damit muss sich aber der Anleger nicht weiter auseinandersetzten, das erledigt die Bank. Wichtig ist, dass die 15-Prozent-Grenze eingehalten wird. Das ist der Fall und von daher ist der Wert steuerlich so problemlos zu handhaben wie ein „normale“ Aktie.

      Beste Grüße
      Luis

  3. Habe 200 Brookfield Renewable Aktien, die an einer deutschen Börse gekauft wurden. Abwicklung erfolgte über DWPbank. Die Aktien werden nach Rückfrage in Kanada gelagert und deshalb erfolgt Abrechnung nach kanadischem Steuerrecht. Abrechnung der Quartalsdividende per 28.09.2018 (ex 30.08.2018) ist gesplittet: bei 0,420199 CAD sprich 84,02 CAD gesamt werden zweimal 25 % sowie einmal Soli abgezogen und dann 10% rückforderbare Quellensteuer = 8,40 CAD ausgewiesen. Beim zweiten Betrag von 0,2195851 CAD sprich 43,92 CAD gesamt wird normal einaml 25,5 % KapEst und 5% Soli abgezogen.

    1. Hallo,
      die Abrechung kann ich in dieser Form nicht nachvollziehen, hier sind mir die einzelnen Posten nicht klar. Grundsätzlich ist es nicht empfehlenswert, kanadische Income Trusts über eine Bank im Inland (Deutschland) verwahren zu lassen, da es bei dieser speziellen Konstellation zu einer teilweisen Doppelbesteuerung kommen kann, die sich erst im Zuge der Einkommensteuererklärung bereinigen lässt. In dem Fall ist der Kauf der US-Variante der einfachere Weg.

      Beste Grüße
      Luis Pazos

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