Cashtest – REIT Indexplus Income Fund

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Einstieg und Überblick

Wie in meinem letzten Blogtelegramm angekündigt, möchte ich heute eine interessante REIT-Anlage vorstellen. Real Estate Investment Trusts (REITs) sind börsennotierte Unternehmen, die im Bereich der Erschließung, Verwaltung und Bewirtschaftung von Grundstücken beziehungsweise Immobilien sowie im Hypothekengeschäft tätig sind. Wer sich mit diesen speziellen Hochdividendenanlagen vertraut machen möchte, kann die Grundlagen auf dem Blog entweder nachlesen oder im Podcast zum Thema nachhören.

Bereits im vergangen Jahr habe ich aus dem breiten Universum der REITs zwei sehr unterschiedliche Wertpapiere besprochen. Zum einen den vergleichsweise konservativen Genussschein von Colony Northstar, zum anderen ein hochspekulatives Hebelprodukt auf Mortgage REITs der UBS. Der REIT Indexplus Income Fund steht gewissermaßen zwischen diesen beiden Extremen. Wie an der zweiten Namenshälfte abzulesen, firmiert das an der Börse von Toronto (Toronto Stock Exchange, TSE) notierte Papier als Income Fund, genauer als Closed-end Investment Trusts, dem kanadischen Pendant zum US-amerikanischen Closed-end Fund (CEF). Letzteren habe ich relativ ausführlich in einem früheren Blogbeitrag behandelt.

Analog zum CEF handelt es sich beim Closed-end Investment Trust um ein aktiv gemanagtes Treuhandvermögen mit Börsennotiz. Ausgegeben wird solch ein Papier in der Regel von Banken oder Fondsgesellschaften. Nach Gründung des Trusts folgt eine Zeichnungsphase, in der das Startkapital eingeworben oder vom emittierenden Institut selbst bereitgestellt wird. Danach wird der Trust „geschlossen“, an die Börse gebracht und fortan wie jedes andere Wertpapier regulär gehandelt. Eine Ausgabe neuer oder die Rücknahme alter Anteile durch den Emittenten erfolgt nicht.

Technisch betrachtet haben wir es mit einem aktienähnlichen Wertpapier zu tun, das allerdings der kanadischen Trustgesetzgebung unterliegt. Hiervon sind aktuell 133 an der TSE notiert, die kanadische Börse hält auf ihrer Seite eine aktuelle Tabelle bereit. Sämtliche Mittel eines solchen Trusts werden entsprechend der im Emissionsprospekt festgelegten Anlagestrategie verwaltet. Wie der ersten Namenshälfte entnommen werden kann, basiert diese beim hier vorgestellten Wertpapier auf Investitionen in REITs. Schauen wir uns also die wesentlichen Daten, Zahlen und Fakten zum REIT Indexplus Income Fund an.

Historie und Kennzahlen

Dieser Tage blickt der REIT Indexplus Income Fund ziemlich genau auf eine siebenjährige Historie zurück. Aufgelegt wurde er am 20. April 2011 von der Middlefield Group. Der kanadische Finanzdienstleister, der nächstes Jahre seinen 40. Geburtstag feiert, entwickelt und betreut Kapitalanlagen sowie Immobilienprojekte für private und institutionelle Kunden. Aktuell verwalten die 70 Mitarbeiter der Gruppe ein Vermögen von 4,5 Milliarden kanadischen Dollar. Neben dem Hauptsitz in Calgary unterhält Middlefield Büros in Toronto, San Francisco und London.

Der REIT Indexplus Income Fund ist einer von insgesamt zwölf börsennotierten Kapitalanlagen, die von Middlefield verwaltet werden. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf knapp 60 Millionen kanadische Dollar beziehungsweise 13,00 kanadische Dollar pro Anteil. Davon gibt es insgesamt gut 4,6 Millionen Stück, die ausschließlich über die TSE gehandelt werden können. Im internationalen Vergleich handelt es sich um einen eher kleinen Trust. Für kanadische Verhältnisse, das zweitgrößte Land der Erde hat gerade einmal 36 Millionen Einwohner, verfügt er über eine durchschnittliche Marktkapitalisierung.

Cashtest - Banner der Middlefield Group
In drei Ländern zu Hause – die Middlefield Group, Bildquelle: Seite des Unternehmens

Wie für kanadische Hochdividendenwerte durchaus gängig, nimmt der Trust monatliche Ausschüttungen vor. Eine Besonderheit ist die Ausschüttungsrichtlinie beziehungsweise „managed distribution policy“, der sich das Management von Middlefield verpflichtet hat. Mindestens 0,065 kanadische Dollar sollen pro Monat und Anteil an die Anleger fließen. Diese Verpflichtung ist allerdings nicht mit einer Garantie zu verwechseln. Wenn die Ausschüttung nicht mehr durch den laufenden Zahlungsstrom gedeckt werden kann, dürfen die Verwalter die Richtlinie ändern oder aussetzen. In den vergangenen sieben Jahren war das jedoch nicht der Fall. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 13,00 kanadischen Dollar beträgt die Dividendenrendite genau sechs Prozent pro Monat.

Womit verdient der Trust sein Geld? Der REIT Indexplus Income Fund verfolgt eine gemischte Strategie. Mit mindestens 50, höchstens aber 80 Prozent des Trustsvermögens wird „passiv“ der S&P/TSX Capped REIT Index nachgebildet. Dieser Index umfasst die sechzehn nach Marktkapitalisierung größten kanadischen REITs und wird quartalsweise aktualisiert. Schwergewichte im Index und damit auch im Trust sind mit jeweils über fünf Milliarden kanadischen Dollar Marktkapitalisierung der RioCan Real Estate Investment Trust, Brookfield Property Partners und der H&R Real Estate Investment Trust.

Die verbleibenden 20 bis 50 Prozent werden „aktiv“, also unabhängig von einem Index, teils in kanadische, teils in internationale REITs beziehungsweise börsennotierte Immobiliengesellschaften investiert. In Kanada stehen dafür einschließlich obiger Indexwerte insgesamt 94 REITs zur Verfügung, darunter 29 mit einer Marktkapitalisierung von über einer Milliarde kanadische Dollar. Eine aktuelle tabellarische Übersicht kann jederzeit auf der Seite der TSE heruntergeladen werden. Das weltweite Investitionsspektrum umfasst sogar mehrere hundert Papiere.

Ausweislich des letzten Halbjahresberichts vom 30. Juni 2017 umfasst das Portfolio 33 Beteiligungen, darunter 20 kanadische Papiere und 13 Werte, die außerhalb Kanadas notiert sind. Hierunter befinden sich Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Spanien und sogar zwei aus Deutschland, namentlich die Deutsche Wohnen AG sowie die Vonovia SE. Neben dem Geld der Investoren nimmt der REIT Indexplus Income Fund in geringem Umfang Kredite auf. Die Fremdkapitalquote betrug zuletzt etwa 20 Prozent bezogen auf das gesamte Trustvermögen. Gemäß Emissionsprospekt ist sie bei 33 Prozent gedeckelt.

Derzeit entspricht die Marktkapitalisierung in etwa dem inneren Wert oder Nettoinventarwert des Trusts. Das ist aber längst nicht immer der Normalfall. Oft notiert der REIT Indexplus Income Fund mit Abschlag (Disagio) beziehungsweise Aufschlag (Agio) zu seinem inneren Wert. In so einer Konstellation ist die Summe der verwalteten Vermögenswerte höher beziehungsweise niedriger als der Preis, den der Trust an der Börse wert ist. Was es genau mit diesen Abweichungen auf sich hat und wie Einkommensinvestoren diese gezielt nutzen können, habe ich in der letzten Wertpapierbesprechung ausführlich erläutert.

Konditionen und Besteuerung

Nicht jedes deutsche Finanzinstitut gewährt den Zugang zur kanadischen Börse in Toronto, wie mein letztjähriger Brokertest gezeigt hat. Aber selbst bei denjenigen, die einen Handel mit kanadischen Wertpapieren grundsätzlich ermöglichen ist es fraglich, ob der REIT Indexplus Income Fund auch tatsächlich geordert werden kann. Der Grund dafür ist einmal mehr die MiFID-II-Richtlinie. Der Trust verfügt nämlich nicht über die obligatorische Zielmarktdefinition und damit die für den heimischen Handel notwendige Produktfreigabe. Hierauf bin ich ebenfalls in einem früheren Blogbeitrag ausführlich eingegangen.

Über ausländische Broker ist der Titel hingegen problemlos handelbar. Einmal mehr erweisen sich hierbei die Konditionen von CapTrader (*) oder LYNX Broker (*) als nahezu unschlagbar. Selbst für eine kleinvolumige Order von wenigen hundert kanadischen Dollar werden hier gerade einmal 1,10 kanadische Dollar fällig! Käufer wie Verkäufer sollten allerdings ihren Auftrag unbedingt limitieren. Aufgrund der relativ geringen Kapitalisierung des Trusts fallen die entsprechenden Kurse bisweilen deutlich auseinander. Oder im Börsenjargon: Die Geld-Brief-Spanne, englisch Spread, kann vergleichsweise hoch ausfallen.

Eher mäßig fallen hingegen die Managementkosten des REIT Indexplus Income Fund aus. Sie belaufen sich auf 0,6 Prozent des verwalteten Vermögens, was vermutlich dem teilweise passiven Ansatz geschuldet ist. Gar nicht so einfach zu beantworten ist wiederum die Frage nach der korrekten Besteuerung. Tatsächlich werden die Ausschüttungen bisweilen unterschiedlich behandelt. Einige wenige Banken, so beispielsweise Internaxx, behalten 15 Prozent Quellensteuer ein, die voll auf die heimische Abgeltungssteuer angerechnet werden kann. Die meisten Institute, so auch CapTrader, führen jedoch 25 Prozent Quellensteuer ab. Und das meines Erachtens zu Recht. Warum?

Der Grund liegt in der rechtlichen Natur kanadischer Trusts. Hierbei handelt es sich um börsennotierte Treuhandvermögen und eben keine „normalen“ Kapitalgesellschaften wie etwa Fonds, auch wenn zum Beispiel der Name des hier besprochenen Wertpapiers dieses Wort im Titel führt – entscheidend ist der Inhalt, nicht die Verpackung. So führen auch sämtliche kanadischen Trusts den Zusatz „.UN“ hinter dem jeweiligen Wertpapierkürzel. Diese schütten nun aus kanadischer Sicht weder Dividenden noch Zinsen aus, gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Deutschland handelt es sich um „andere Einkünfte“, die Kanada höher besteuern darf.

Das tun die Nordamerikaner auch und reizen genau jene 25 Prozent aus, die aktuell in voller Höhe auf die Abgeltungsteuer anrechenbar sind. Im Grunde ist das für deutsche Anleger sogar die unkompliziertere Variante, denn mit der Saldierung von Quellen- und Abgeltungsteuer ist die Schuldigkeit gegenüber dem Fiskus getan. Das gilt freilich nur für die Erträge, nicht für realisierte Kursgewinne, für die nach wie vor Abgeltungsteuer abzuführen ist.

Chancen und Risiken

Seit seiner Emission im Jahr 2011 entwickelte sich der REIT Indexplus Income Fund ohne große Schwankungen mit positiver Tendenz. Die annualisierte Rendite beträgt seither knapp 8,9 Prozent, wovon etwa drei Viertel in Form von Ausschüttungen den Anlegern zugeflossen sind. Allerdings steht eine „harte“ Bewährungsprobe in Form einer handfesten Baisse noch aus.

Klar ist auch, dass die Chancen und Risiken des Trusts ausschließlich an denen der Immobilienwirtschaft – und hier insbesondere der kanadischen – hängen. Diese ist im Zuge der Weltfinanzkrise gerade in Nordamerika arg in die Knie gegangen, schließlich war der Preiseinbruch am US-amerikanischen Immobilienmarkt hierfür der wesentliche Auslöser. Auch die REIT-Schwergewichte in Kanada haben seinerzeit Federn lassen müssen, RioCan beispielsweise 50 Prozent, H&R gar satte 75 Prozent. Gleichwohl notieren beide Titel heutzutage oberhalb des Vorkrisenniveaus.

Erfreulicherweise hat es das Management des Trusts vermieden, Klumpenrisiken einzugehen. So sind die Beteiligungen nicht nur über ganz Kanada (und weitere Länder), sondern auch über eine Vielzahl von Immobilienarten gestreut. Neben Wohnungen, Büros und Einzelhandelsflächen umfasst das Anlagevermögen Beteiligungen in Krankenhäuser, Seniorenresidenzen, Industrieanlagen, Logistikimmobilien, Hotels und sogar Waldparzellen. Vermutlich ist es auch diesem Umstand zu verdanken, dass die monatliche Ausschüttung des REIT Indexplus Income Fund seit Auflage durchgehend konstant 0,065 kanadischen Dollar pro Anteil betrug.

Seit mehreren Jahren profitiert der gesamte Sektor vom extrem niedrigen Zinsniveau. Steigende Zinsen könnten daher negativ auf die Kursentwicklung durchschlagen, da sich in der Vergangenheit gerade die Immobilienwirtschaft aufgrund des traditionell hohen Finanzierungsbedarfs und der guten Beleihungsmöglichkeiten als recht zinssensibel erwiesen hat. Neben dem Zinsänderungsrisiko sind Anleger außerhalb Kanadas den Chancen und Risiken ausgesetzt, die vor allem aus der Wechselkursentwicklung der jeweiligen Heimatwährung zum kanadischen Dollar resultiert. Im Gegensatz zur Eurozone handelt es sich bei Kanada um einen homogenen Währungsraum mit einem stabilen Bankensystem, der institutionell stärker aufgestellt und bisher von einem Staatsbankrott verschont geblieben ist.

Zusammenfassung und Stammdaten

Einkommensinvestoren, die sich im REIT-Segment engagieren möchten, erwerben mit dem REIT Indexplus Income Fund einen verlässlichen Monatszahler. Liegt der Fokus zudem noch auf dem kanadischen Immobilienmarkt, kommt man um diesen Trust kaum herum, sofern es denn eine Sammelanlage sein soll. Denn tatsächlich gibt es hiervon nur wenige. Besagte Anleger sollten sich allerdings bewusst sein, dass sie zwar eine breite Branchen- allerdings kaum eine Länderstreuung erzielen. Je nach Depotvolumen lohnt sich daher die Kombination mit einer weiteren REIT-Anlage.

In jedem Fall stellen REITs eine gute Ergänzung zu (Dividenden-)Aktien dar. Die Entwicklung der beiden Anlageklassen korreliert mäßig stakt, das heißt die jeweiligen Kurse entwickeln sich ein Stück weit unabhängig voneinander und erhöhen den Diversifikationseffekt. Wie bei den meisten anderen Hochdividendenwerten auch existieren meines Wissens keine Sparpläne auf den Trust, kleine Summen lassen sich aber über die oben erwähnten Broker wirtschaftlich handeln. Geordert werden kann der REIT Indexplus Income Fund über das Börsenkürzel mit der für Trust typischen Endung IDR.UN an der TSE.

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8 Antworten auf „Cashtest – REIT Indexplus Income Fund“

  1. Lieber Luis,

    vielen Dank für diesen weiteren sehr interessanten Beitrag. Mit Deiner Hoch-Dividenden-Strategie steckst Du mich immer mehr an. Bei Gelegenheit werde ich Dir einen meiner kommenden Beiträge auf meinem Blog http://www.dergeldhamster.de widmen und Deinen Blog verlinken, wenn Du einverstanden bist. Die Qualität Deine Recherchen finde ich einfach herausstechend gut!

    Weiter so und beste Grüße,
    Jan

  2. Hallo,

    danke für den Interessanten Bericht!

    Ich habe mir nun auch ein zweit Depot bei LYNX einrichten lassen um kostengünstig Hochdividendenwerte aus aller Welt zu erwerben. Ich habe vor allem großes Interesse an Monatszahler sowie den hier vorgestellten REIT.

    Ich habe eine Frage zu den Kosten vom REIT INDEXPLUS INCOME. Im ANNUAL MANAGEMENT REPORT von 2017 werden auf Seite 6 Kosten für Management Expense Ratio (“MER”) von 1,50% und MER (excluding interest expense and issuance costs) von 1,19% angegeben. Was sind das für Kosten? Kommen diese Kosten noch zu den Management Fee von 0,60% dazu?

    Danke!

    Gruß
    Oliver

    1. Hallo Oliver,
      die REITs scheinen es vielen Lesern angetan zu haben, wie ich den Zuschriften entnehme. Ich vermute mal die Kombination aus Aktien und Immobilie übt einen besonderen Reiz aus, der aud dem sprichwörtlich „greifbaren“ Geschäftmodell resultiert.

      Zu den Kosten: Die MER („management expense ratio“) ist definiert als die Summe aus operativen Kosten („operating fees“) und Managementvergütung („management fee“). In diesem Fall sind die 0,60 Prozent also in den 1,19 Prozent inkludiert. Zuzüglich der Fremdfinanzierungskosten („interest expense“) betragen die Gebühren dann 1,50 Prozent.

      Beste Grüße
      Luis

  3. Hallo Luis,

    ich tue mich ehrlich gesagt schwer seitdem ich das Buch „Die große Fondslüge von Micheal Ritzau“ gelesen habe, Aktiv gemanagte Fonds mit ihren versteckten teuren Kosten und gegenüber dem Index meist schlechteren Leistungen in mein Depot zu kaufen.

    Man könnte auch als Alternative den iShares S&P/TSX Capped REIT Index ETF nehmen. Der ETF hat auch eine monatliche Ausschüttung und ein Distribution Yield von 4,90%. Die Kosten belaufen sich auf 0,61% und die Rendite liegt bei 9,86%.

    Gruß
    Oliver

    1. Hallo Oliver,
      grundsätzlich sind sämtliche Formen börsennotierter Sammelanlagen, ob nun Closed-end Funds, ETFs oder eben Income Funds, letzten Endes „Verpackungen“ für Einzelwerte. Und Verpackungen kosten nun mal Geld. Richtig ist, dass es relativ teure und relativ günstige Verpackungen gibt. Ebenfalls richtig ist, dass ETFs in der Regel, aber keineswegs immer, relativ günstiges Verpackungsmaterial sind.

      Hierfür sind der REIT Indexplus Income Fund auf der einen Seite und der iShares S&P/TSX Capped REIT Index ETF auf der anderen Seite schöne Anschauungsbeispiele. Ersterer, ein Income Trust, erhebt Managementkosten von 0,6 Prozent pro Jahr. Zweiterer, ein ETF, berechnet hierfür 0,61 Prozent, ist also teurer. Fonds ohne Market Maker, also ohne Banken und Broker, die im Auftrag des Fondsmanagements für einen Kurs nahe des inneren Werts sorgen, bieten Anlegern zudem einen weiteren Vorteil. Sie können phasenweise mit deutlichem Abschlag zum NAV, sprich mit einem risikolosen Hebel, erworben werden (siehe hierzu den Blogbeitrag). Bei ETFs funktioniert das normalerweise nicht, da der Handel meist von Market Makern organisiert wird.

      Wer die Kosten der Verpackung ganz vermeiden möchte, muss Einzelanlagen erwerben. Doch auch dafür ist ein Preis zu zahlen: Das Einzelwertrisiko. Oder aber der Anleger stellt selbst einen „Fonds“ zusammen, indem er in Dutzende oder Hunderte Wertpapiere investiert. Auch dafür wird ein Preis fällig: Transaktionskosten und vor allem Zeit für die Administration.

      Fazit: Den einen Weg gibt es nicht. Daher mische ich persönlich auch die verschiedenen Ansätze und verteile meine Investitionen auf Einzelwerte, ETFs sowie sonstige Sammelanlagen. Aber hier muss jeder Anleger die individuelle Konstellation für sein Seelenfrieden-Depot finden.

      Beste Grüße
      Luis

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