Münchhauseneffekt – Am Inflationsschopf aus dem Schuldensumpf?

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Zur aktuellen Weltverschuldungsorgie

Mit Ludwig von Beethoven begeht der wohl berühmteste Sohn meiner alten Heimatstadt in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag. Als der Wegbereiter der Romantik in Bonn geboren wurde, feierte ein sprichwörtlich legendärer Landsmann in meiner neuen Heimatregion sein 50. Wiegenfest. Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen war wohl ein begnadeter Erzähler, gleichwohl litt er seinen Lebensabend lag an dem ihm damals schon anhaftenden Ruf des „Lügenbarons“. Als solcher ritt er nicht nur auf einer Kanonenkugel und einem zweigeteilten Pferd, er schaffte es gar, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Diese berühmte Parabel dürfte auch bei einem der am weitesten verbreiteten ökonomischen Gemeinplätzen Pate gestanden haben, der aktuell wieder fröhliche Urstände feiert, nämlich der Entschuldung des Staates durch Inflation. Vorzugsweise sogar durch solche Preissteigerungen, die er schlitzohrigerweise selbst initiiert hat. „Münchhauseneffekt – Am Inflationsschopf aus dem Schuldensumpf?“ weiterlesen

Nachruf – Paul C. Martin

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Zum Tod des Grandseigneurs des Debitismus

Moriturum esse – es muss gestorben werden. Unter diesem knappen Motto sanierte der spätere Kaiser Augustus die Staatsfinanzen des Römischen Reichs und leitete eine Ära wirtschaftlicher Prosperität ein. Hierzu ließ er die größten Gläubiger auf sogenannte Proskriptionslisten setzen, die nach römischem Recht fortan von jedermann straflos getötet werden durften. Ihre Hinterlassenschaft fiel abzüglich einer Täterpovision dem Fiskus zu. Das berühmteste Opfer dieser speziellen Form des Schuldenschnitts war übrigens der begnadete Rhetoriker Cicero. Da sage noch einer, die Feder sei mächtiger als das Schwert. „Nachruf – Paul C. Martin“ weiterlesen

Geldgespräch – Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit

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Geld, Gold, Aktien und die Zukunft der Weltwirtschaft

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einen waschechten Chefvolkswirt vor das Mikrophon zu bekommen? Zumal den eines führenden europäischen Edelmetallhändlers, der neben der konjunkturellen Entwicklung ebenso regelmäßig die internationalen Finanzmärkte sowie die Geld- und Wirtschaftspolitik unterschiedlicher Länder und Währungsblöcke sondiert. Angesichts der aktuellen Lage hielt ich es daher auch für angemessen, mit diesem reinen Audiointerview das zweite Geldgespräch am Stück zu veröffentlichen. Hierbei wünsche ich reichlich Erkenntnisgewinn! „Geldgespräch – Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit“ weiterlesen

Geldgespräch – Zu Gast bei „Der Finanzwesir rockt“

Ein Rededuell zum Thema Gold

Anfang August 2019 war es soweit. Die Rendite dreißigjähriger Bundesanleihen drehte ins Minus. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einschließlich ihrer Vorgänger-Organisationen werden sämtliche Emissionen des Bundes negativ verzinst. Auch die Obligationen der notorisch klammen PIIGS – ist das Akronym überhaupt noch geläufig? – notieren mit Ausnahme Griechenlands am kurzen Ende nominal unter null. Und selbst die Hellenen zahlen für ihre Anleihen eher homöopathische bemessene Zinsen, bis zu einer Laufzeit von fünf Jahren liegen diese unterhalb der durchschnittlichen Inflationsrate in der Eurozone. „Geldgespräch – Zu Gast bei „Der Finanzwesir rockt““ weiterlesen

Geldgeschichte – Jesus, der Schekel-Rebell

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Die Passion aus ökonomischer Perspektive

Mit Ostern begeht die Christenheit rund um den Globus am morgigen Tag das höchste Fest des Kirchenjahres. Und dies, folgt man den Chronisten, zum fast zweitausendsten Mal. Untrennbar mit dem Auferstehungsglaube einher geht seit jeher der Kreuzestod Jesu vor den Toren des antiken Jerusalems. Unabhängig von der theologischen Dimension ist es unbestreitbar, dass die Berichte über jenes Ereignis bis in die Gegenwart nachwirken. Dabei wird kaum beachtet, dass der Auslöser für jenes welthistorisch so bedeutsame Todesurteil im Kern einem Angriff auf die gelpolitische Ordnung geschuldet ist. Oder frei nach Golo Mann: Der Kern aller Geschichte ist Geldgeschichte. Dem möchte ich nachfolgend genauer auf den Grund gehen. „Geldgeschichte – Jesus, der Schekel-Rebell“ weiterlesen

Rezension – Soll und Haben: Die doppelte Buchführung und die Entstehung des modernen Kapitalismus

Titelbild von Die doppelte Buchführung

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Von Jane Gleeson-White, 366 Seiten, 24,95 Euro, Klett-Cotta 2015.

Wohl kaum ein Name dürfte in den wirtschaftswissenschaftlichen Erstsemestern häufiger fallen als der Luca Paciolis. Ein Traktat von gerade einmal 27 Seiten Länge begründete nicht nur den Weltruhm des Franziskanermönchs und finanzmathematischen Superstars des 16. Jahrhunderts sondern verhalfen der Ökonomie zum im wahrsten Sinne des Wortes verdienten Titel einer „Königin der Sozialwissenschaften“. „Rezension – Soll und Haben: Die doppelte Buchführung und die Entstehung des modernen Kapitalismus“ weiterlesen

Rezension – Gold: Wie Sie sich vor Inflation, Zentralbanken und finanzieller Repression schützen

Titelbild von Gold

Von James Rickards, 208 Seiten, 19,90 Euro, FinanzBuch Verlag 2016.

Den Lesern im deutschsprachigen Raum dürfte der US-amerikanische Bestsellerautor James Rickards vor allem durch seine beiden, Finanzsystem und Geopolitik verknüpfende Bücher „Währungskrieg“ (*) und „Die Geldapokalypse“ (*) bekannt sein. Beiden Themenkomplexen bleibt er auch in seiner jüngsten Publikation treu. Das liegt nicht zuletzt an seinem zentralen Credo: Gold sei nicht wirklich ein Investment – sondern Geld. Und ein „integraler Bestandteil des Weltwährungssystems“ dazu. Warum und wie es historisch dazu gekommen ist wird übrigens in meinem Buch „Gold-Revision – Vom kosmischen Fall zum irdischen Aufstieg der Edelmetalle“ detailliert erläutert. weiterlesen

Veranstaltungshinweis – 8. Hamburger Mark Banco Anlegertagung

Euro Endspiel

Als Reaktion auf die Lehman-Pleite im Jahr 2008 sowie die sich anschließende Banken- und Finanzkrise globalen Ausmaßes gründete der Volkswirt und Wertpapierspezialist Steffen Krug in Hamburg das kleine aber feine Institut für Austrian Asset Management (IfAAM-Institut). Sein erklärtes Ziel war und ist es über die ökonomischen Auswirkungen staatlicher Papiergeldsysteme, also die weltweit durch Geldpolitik und Zentralbanken praktizierte monetäre Planwirtschaft zu informieren sowie Alternativen zu diskutieren. weiterlesen

Rezension – Kapitalfehler: Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen

Titelbild von Kapitalfehler

Von Matthias Weik und Marc Friedrich, 352 Seiten, 19,99 Euro, Eichborn Verlag 2016.

Nicht nur ausgewiesene Filmfreunde kennen das Damoklesschwert, welches über den Sequels einer dank Zuschauergunst überraschend zum Blockbuster avancierten Produktion schwebt. Dem frischen und innovativen, den Zeitgeist treffenden Ansatz des Originals folgt in der Regel bestenfalls ein solider zweiter und mäßiger dritter Teil. weiterlesen