Cashtest – PowerShares CEF Income Composite Portfolio ETF

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Einstieg und Überblick

Vor einigen Wochen habe ich mit dem YieldShares High Income ETF (YYY) einen Hochdividendenwert vorgestellt, der ähnlich einem Dachfonds in eine Vielzahl börsennotierter US-Fonds mit hohen Ausschüttungsrenditen, sogenannte Closed-end Funds (CEFs) investiert. Hierzu schrieb mir ein Leser: „Interessantes Papier! Ich halte in diesem Bereich seit Jahren den PowerShares CEF Income Composite Portfolio (PCEF), der deckt den Bereich der CEFs ebenfalls sehr gut ab und scheint etwas weniger volatil zu sein. Die Marktkapitalisierung ist beim PCEF deutlich höher und der Kursverlauf mit deutlich weniger Kursverlusten in den Jahren der ‚Zinsangst‘. Ausschüttungen erfolgen ebenfalls monatlich. Wäre eventuell auch mal eine Berichterstattung wert.“

Dem berechtigten Interesse komme ich hiermit nach. Wie der YYY eigent sich auch der PCEF aufgrund seiner sehr breiten Streuung gut zum Ansparen beziehungsweise als „Einsteigerpapier“ für Einkommensinvestoren. Als börsennotierter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) wird der PCEF passiv, also automatisiert und nach einem festen Regelwerk verwaltet. Die hohe Diversifikation erzielt der ETF durch Investitionen in besagte CEFs. Er betätigt sich also gewissermaßen als Dachfonds („Fund of Funds“, FOF). Zur Erinnerung: CEFs sind aktiv gemanagte Investmentfonds, die an einer US-amerikanischen Börse notiert sind und gezielt private sowie institutionelle Einkommensinvestoren, zum Beipiel Rentner oder Pensionskassen, ansprechen. Schauen wir uns nachfolgend den PCEF im Detail an.

Historie und Kennzahlen

Regelmäßigen Lesern meiner Blogbeiträge dürfte der Anbieter PowerShares bereits bekannt sein. Im November des vergangenen Jahres habe ich nämlich den Preferred Shares ETF des gleichen Anbieters einem Cashtest unterzogen. Emittentin ist in beiden Fällen die unabhängige Fondsgesellschaft Invesco, welche eine breite Palette ihrer ETFs unter der Marke „PowerShares“ vertreibt. Invesco wurde übrigens im Jahr 1935 in der Coca-Cola-Stadt Atlanta und damit inmitten der Großen Depression gegründet. Heute ist das Unternehmen mit einem verwalteten Vermögen von knapp 900 Milliarden US-Dollar die weltweit zehntgrößte bankenunabhängige Vermögensverwaltung. Vor zwölf Jahren übernahm Invesco den ETF-Anbieter PowerShares Capital Limited. Der Markenname PowerShares wurde beibehalten und um „by Invesco“ ergänzt. Das Angebot umfasst aktuell mehrere dutzend ETFs, die auf der Seite des Unternehmens abgerufen werden können.

Cashtest - Logo von Invesco
Ama Dablam – Logo und Wahrzeichen von Invesco, Bildquelle: Seite des Unternehmens

Der PCEF wurde am 19. Februar 2010 und damit gut zwei Jahre vor dem YYY aufgelegt. Aktuell laufen etwas über 31 Millionen Anteile um, die an der Börse mit jeweils 23 US-Dollar gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung des PCEF beträgt mithin über 712 Millionen US-Dollar und damit ziemlich genau das dreieinhalbfache des YYY. Gehandelt werden kann der Titel wie sein Pendant an der New York Stock Exchange Arca (NYSE Arca), einer der weltweit führenden Handelsplätze für ETFs mit Sitz in Chicago. Auch der PCEF arbeitet ausschließlich mit Eigenkapital und schüttet monatlich aus, wobei die Dividendenrendite mit circa 7,2 Prozent fast genau ein Prozentpunkt niedriger ist als die des YYY.

Trotz dieser zahlreichen Gemeinsamkeiten gibt es natürlich auch einen bedeutenden Unterschied, nämlich der den ETFs zugrunde liegende Index. Während der YYY die dreißig Titel des ISE High Income Index abbildet, repliziert der PCEF den S-Network Composite Closed-End Fund Index (CEFX). Dieser wird vom gleichnamigen Indexanbieter S-Network aus New York herausgegeben und laufend aktualisiert. Der Index – und damit auch der ETF – ist in drei gleichgewichtete Kategorien unterteilt:

  • CEFs mit Investitionsschwerpunkt bonitätsstarke Anleihen („Investment Grade“)
  • CEFs mit Investitionsschwerpunkt Hochzinsanleihen („High Yield“)
  • CEFs mit Investitionsschwerpunkt gedeckte Stillhalteroptionen („Covered Call“)

Im Gegensatz zum YYY fährt der PCEF also eine konstantere und dreigeteilte Struktur. Demnach sind zwei Drittel des verwalteten Vermögens indirekt in Anleihen investiert, jeweils zur Hälfte in eher risikoärmere sowie eher risikoreichere Papiere. Das verbleibende Drittel wird in Aktien veranlagt, auf die regelmäßig Kaufoptionen geschrieben werden, was den jeweiligen CEFs zusätzliche Einkünfte beschert. Auf diese sogenannte Covered-Call-Strategie einschließlich Beispielberechnungen bin ich in einem früheren Blogbeitrag eingegangen.

Wie werden die konkreten CEFs für die einzelnen Kategorien ausgewählt? Hierzu bedient sich S-Network eines ganzen Bündels an Kennzahlen, nach denen die jeweilige CEFs innerhalb der jeweiligen Kategorien sortiert und in den Index aufgenommen werden. Wer sich für die genaue Methodik der Indexzusammenstellung interessiert, kann diese im entsprechenden Prospekt (PDF) des Indexanbieters nachlesen. Im Gegensatz zum YYY ist also der relative Abschlag des Buch- zum Kurswert nicht das entscheidende Kriterium, wenngleich dieser Faktor auch mit berücksichtigt wird.

Der Index wie auch der PCEF werden quartalsweise rebalanciert. Derzeit ist der ETF in 142 der insgesamt über 500 in den USA notierten CEFs investiert. Das ist fast das Fünffache an Titeln, die sich im Portfolio des YYY befinden. Für weitere Informationen zu CEFs im Allgemeinen, deren zyklische Über- beziehungsweise Unterbewertung und wie Einkommensinvestoren von diesen profitieren können verweise ich auf den Blogbeitrag zum YYY.

Konditionen und Besteuerung

Ebenso wie der YYY verfügt auch der PCEF über keine Zielmarktdefinition gemäß MiFID-II-Richtlinie. Damit dürfte er über einen inländischen Broker eigentlich nicht handelbar sein. Ist er aber (noch), zumindest bei einem Institut. So schrieb mir besagter Leser: „Für DiBa Kunden gibt es die Möglichkeit, das Konkurrenzprodukt [zum YYY], den Powershares CEF Income (PCEF) zu erwerben. Die DiBa scheint kein Problem in MIFID II zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass dies auch so bleibt.“ Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit, zu einem Broker zu wechseln, der keinerlei Einschränkungen unterliegt.

Bezüglich der laufenden Kosten der ETFs nehmen sich der YYY und der PCEF nichts. Diese liegen bei 0,5 Prozent pro Jahr bezogen auf das verwaltete Vermögen. Hinzu kommen allerdings die Kosten der CEFs, in die die beiden ETFs investiert sind. In Summe sprengt die Gesamtkostenquote die Zweiprozentmarke, was durchaus als üppig bezeichnet werden darf. Hier operiert der YYY mit einem Kostenvorteil von 0,3 Prozentpunkten. Gleiches gilt für den Abschlag zum Buchwert, der mit 8,1 Prozent höher ausfällt als beim PCEF, wo dieser 6,4 Prozent beträgt. Dieser Umstand ist dabei sicherlich der konsequenten Disagio-Strategie des YYY geschuldet.

Absolute Gleichheit herrscht wiederum bei der steuerrechtlichen Behandlung der Ausschüttungen. In Deutschland veranlagte Investoren zahlen gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen den USA und Deutschland 15 Prozent US-amerikanische Quellensteuer. Die ist in voller Höhe auf die hiesige Abgeltungssteuer anrechenbar. Die zum Jahreswechsel in Kraft getretene neue Fondsbesteuerung greift hingegen weder beim YYY noch beim PCEF. Die ausführliche Begründung kann in einem früheren Blogbeitrag nachgelesen werden.

Chancen und Risiken

Und weiter geht es mit den Gemeinsamkeiten. Auch der PCEF notiert derzeit knapp unter seinem Ausgabepreis. Auch bei ihm macht sich der Preisverfall bei höherverzinslichen Anleihen zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 bemerkbar. Dies allerdings nicht so stark wie beim YYY. Der Grund dafür ist obige Dreiteilung, die den Anteil der Hochzinsanleihen begrenzt. Hierauf dürfte auch im wesentlichen der vom Leser angemerkte „Kursverlauf mit deutlich weniger Kursverlusten“ beziehungsweise die niedrigere Volatilität zurückzuführen sein. Dies kann sich in Zukunft selbstverständlich auch wieder umkehren.

Auch beim PCEF verlief die Dividendenhistorie bisher deutlich stabiler als der Kursverlauf. Allerdings werden keine periodisch konstanten Ausschüttungen vorgenommen, im Gegensatz zum YYY pflegt das Management also keine „managed distribution policy“. Dafür schwankte die Dividendenhöhe in den letzten acht Jahren mit wenigen Ausreißern nach unten wie oben immer um die 0,15 US-Dollar je Monat und Anteil. Und natürlich bestehen auch beim PCEF für Investoren aus der Eurozone die bekannten Risiken, die sich aus den Schwankungen des Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar ergeben – auch wenn der Anteil an US-Dollar-Anlagen beim PCEF geringer ist als beim YYY.

Zusammenfassung und Stammdaten

Anleger, welche die Anlageklasse der CEFs möglichst breit abgedeckt wissen wollen, können sowohl auf den PowerShares CEF Income Composite Portfolio ETF als auch den YieldShares High Income ETF zurückgreifen. Die Einzelwert- und Branchenrisiken werden durch die Streuung über 142 beziehungsweise dreißig CEFs, die selbst wiederum ihre Investitionen breit streuen, weitgehend ausgeschaltet. Letztlich ist es eine Geschmackssache, welchem der beiden Wertpapiere Einkommensinvestoren den Vorzug geben. Wer beispielsweise eher mehr Anlageklassen abdecken möchte, greift zum PCEF, wer hingegen gezielt in preislich attraktive CEFs investieren möchte, kauft den YYY.

In beiden Fällen ist die Anleihenquote mit etwa 66 (PCEF) beziehungsweise 80 Prozent (YYY) relativ hoch. Daher wiederhole ich an dieser Stelle meine Empfehlung, bei Bedarf den jeweiligen ETF mit einem aktienlastigen Hochdividendenwert, so zum Beispiel den weltweit investierenden und ebenfalls monatlich ausschüttenden Global X SuperDividend ETF, zu kombinieren. Mit zwei ETFs im Depot lassen sich die Anlageklassen Aktien und Anleihen entsprechend der persönlichen Neigung steuern. Ein Ansparen des PCEF ist wie beim YYY ausschließlich von Hand möglich. Zu vertretbaren Kosten geht das bei LYNX Broker (*) oder CapTrader (*). Handelbar ist der PowerShares CEF Income Composite Portfolio ETF an der NYSE Arca über das Börsenkürzel PCEF.

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30 Antworten auf „Cashtest – PowerShares CEF Income Composite Portfolio ETF“

  1. Hallo Hr. Pazos,

    sowie bei YYY und auch PCEF fällt auf, dass die jährlichen Dividenden rückläufig zu sein scheinen / sind. Mein persönlicher Investmentstil bei CEFs ist eher ein Stockpicking. Ich schaue mir die die Kurse, NAVs, Charts Ausschüttungen der letzten Jahre an: sind die CEFs gut durch Krisen gekommen, konnten sie sich erholen, wurden die Ausschüttungen konstant gehalten (idealerweise gesteigert werden) und entspricht die Anlagestrategie des CEF meinen persönlichen Gusto. Es lassen sich einige gute bis sehr gute CEFs finden (meiner Meinung nach). Ich habe mich mit YYY und PCEF nur sehr oberflächlich beschäftigt, da mich die Ausschüttungshistorie „abschreckt“. Kann es sein, dass in diesen beiden ETFs zu viel „Schrott“ steckt?

    beste Grüße Hans-Jürgen

    1. Hallo Hans-Jürgen,
      die beiden ETFs investieren automatisiert und regelbasiert, sie kaufen also wie alle ETFs, die so vorgehen, sowohl „Perlen“ als auch „Schrott“. Das bleibt nicht aus und gilt ja beispielsweise auch für einen ETF auf den DAX oder S&P 500.

      Was die Rückläufigkeit der Ausschüttungen angeht haben wir es hier jedoch meiner Meinung nach mit einem anderen Phänomen zu tun. Seit über 10 Jahren (genau genommen seit über 30 Jahren) befinden wir uns in einer Phase sinkender Zinsen (und sinkender Preissteigerungsraten). Die beiden ETFs wiederum investieren wie dargelegt zu einem nicht unerheblichen Teil in Anleihen, also Zinstitel. Damit schlägt das Zinsniveau unmittelbar auf die Erträge und damit auch die Dividenden durch.

      Letztlich handelt es sich bei den besprochenen Wertpapieren um sehr breit streuende Anlagen für Einsteiger oder Anleger, die eben kein „Stock Picking“ betreiben wollen. Kombiniert mit einer aktienlastigen Anlage ist dies sicher ein bequemer Weg zur Hochdividendenrente.

      Beste Grüße und frohe Pfingsten
      Luis Pazos

      1. Einen solchen Einzeltitel-CEF habe ich bereits vorbereitet. Hierbei handelt es sich um einen der ganz wenigen Hochdividendenwerten, der seit über 10 Jahren die Ausschüttungen nie gesenkt hat – auch nicht während der Weltfinanzkrise! Schon mal zum Vormerken: Der Beitrag erscheint am 02. Juni 2018.

        Beste Grüße
        Luis Pazos

        1. Darf ich raten? UTG? Dies wäre ein Paradebeispiel. Nicht nur Dividendenkonstanz seit 2004, sondern auch Steigerung(en) von 0,0967$ auf aktuell 0,17$ Dividende/Monat.

          Hans-Jürgen

          1. Schade, dass es doch UTG ist, sonst hätte ich mir einen mir noch nicht bekannten CEF auf die „zu kaufen Liste“ gesetzt! Meine Freude mindert das keines Falls. Im Gegenteil: Man kann nie genug Informationen haben! Im Bereich High-Yield verschlinge ich alles, was meine Augen zu lesen und meine Ohren zu hören bekommen. UTG war der einzige CEF der mir unter die Augen gekommen ist, der in der Krise keine Kürzungen vorgenommen hat. Es gibt noch weitere gute bis sehr gute CEFs, die jedoch leichte bis mittelschwere „Dividenden-Blessuren“ in der „Nach-Krisen-Zeit“ hinnehmen mußten. Es gibt so viele schöne Investment Ideen, nur leider zu wenig Geld 😉

            Hans-Jürgen

          2. Das kann ich voll und ganz nachvollziehen – denn so geht es mir auch. Zu viele Ideen für zu wenig Geld und Zeit. Darf ich fragen, welche CEFs unter die Kategorie „gut“ bis „sehr gut“ fallen?

          3. Also meine PERSÖNLICHEN (ich betone persönlich extra, um darauf hinzuweisen, dass niemand jetzt blinlinks kauft!) Favoriten sind folgende CEFs: AOD, AWP (hier im Blog schon vorgestellt), CSQ, ETV, EVT, ETB, GDV, GUT, NRO, STK, JPS, UTG, UTF. Es sind auch einige mit kurzer Historie dabei. Und für den US-Markt auf die bekannten Indizes beschäftige ich mich derzeit mit: QQQX, BXMX, DIAX, GPM wobei mir auf den ersten Blick der BXMX nicht so recht zusagt. Oberblächlich habe ich auch den CEF-Healthcare-Markt „durchforstet“ THQ und THW sprechen mich da an. Sicherlich befinden sich die meisten der CEFs auch in deinem Depot?

            beste Grüße Hans-Jürgen

          4. Guten Abend Hans-Jürgen,
            vielen Dank für die interessante Zusammenstellung. Einige der Titel habe ich tatsächlich im Depot, allerdings nicht alle, da es mein Anspruch ist, ein breit diversifiziertes Hochdividenden-Weltportfolio mit maximal 30 Positionen zu unterhalten. Und neben CEFs gehören da natürlich auch viele andere Instrumente rein.

            Beste Grüße
            Luis

          5. Mein Ziel ist es so viel wie möglich High Yielder im Depot zu haben. Und wenn es 200 sein sollten auch gut! 😉 Ich investiere auch in BDCs, REITs und „normale“ Stocks. Hauptsache die Ausschüttungen stimmen und durch meine sehr breite Diversifikation möchte ich versuchen das Risiko gering(er) zu halten. Und den Verwaltungsaufwand scheu ich nicht, dafür bin ich zu gern „High-Yield-Freak“! Mein nächstes Ziel ist es sich in die Bewertungsmetriken von YieldCos einzulesen. Vielleicht wäre dies auch mal ein Blogbeitrag wert?

          6. „High-Yield-Freak“ – sehr schön! Das Konzept könnte dazu beitragen, den Sachbearbeiter im Finanzamt an seine Grenzen zu bringen. 100 Monatsausschütter machen 1.200 Dividendenzahlungen im Jahr. Ohne Erträgnisaufstellung haben die Beamte dann ganz schön was zu tun …

          7. Da kann der Finanzbeamte beruhigt sein. Als „High-Yield-Freak“ dokumentiere ich alles penibel (inkl. tgl. Wechselkurs bei Dividendeneingang). Und auf Captrader hab ich mir den Kontoauszug individuell angepaßt, so dass an jedem Dividendenzahltag alles ersichtlich ist (den ich mir an jedem Zahltag als PDF downloade). Auch dank der hier zur Verfügung gestellten Exceltabelle, die ich mir auf meine Bedürfnisse angepaßt habe, ist alles Lückenlos nachvollziehbar. Eine reine Freude für jeden Finanzbeamten! 😉 Das klingt jetzt nach viel Arbeit, aber (wie hier schon im Blog geschrieben) ist alles schon automatisiert und kostet mich max. 5 Min. Aufwand je Dividendenzahltag.

          8. Es freut mich außerordentlich, dass ich in Sachen Steuererklärung Rückenwind von einem „High-Yield-Freak“ bekomme! Tatsächlich erhalte ich nach wie vor Zuschriften von Anlegern, die eine Hochdividendenstrategie aufgrund des gemutmaßten administrativen Aufwandes bei der Steuererklärung scheuen. Darf ich abschließend noch fragen, welche Einstellung Du bei CapTrader vorgenommen hast?

          9. In der Kontoverwaltung gibt es (Berichte->Kontoauszüge) den Punkt „Custom Statements“ (Kontoauszugsvorlagen). Diesen habe ich auf folgende Punkte konfiguiriert: Den Zeitraum habe ich auf „täglich“ gesetzt. Dann im Punkt „Abschnitte“ folgende Felder aktiviert: „tägliche Umrechnungskurse“, „Dividenden“, „Quellensteuer“. Somit habe ich für jeden Zahltag nur das Wesentliche auf 1 Seite. Dies loade ich mir dann als PDF runter und fertig. Sollte es aus deiner Sicht noch einen Konfigurationspunkt zu beachten geben, der notwendig ist, wäre ich dankbar für einen Hinweis.

          10. Guten Abend,
            ich habe mich heute ein wenig mit der Kontoverwaltung von CapTrader beschäftigt. Dabei hhabe ich noch einen weiteren Weg entdeckt, sich die Ausschüttungen und Quellensteuern anzeigen zu lassen – und dass sogar gesammelt als Liste für eine beliebige Periode.

            Dazu müssen Anleger auf „Berichte“ gehen und dort auf „Konzoauszüge“ klicken. Unter „Umsatzübersicht erstellen“ trägt man im Feld „Zeitraum“ die gewünschte Datumsspanne ein, zum Beispiel „Jahresbeginn bis heute“. Anschließend klickt man auf „Kontoauszug erstellen“. CapTrader listet daraufhin verschiedene Kategorien auf. Diese kann man nach Belieben durch einen Klick auf dieselben aufklappen, beispielsweise durch Klicks auf die Kategorien „Dividenden“ und „Withholding Tax“. Bei letzteren handelt es sich um die Quellensteuer (hier wurde anscheinend die deutsche Übersetzung vergessen).

            Nun haben Anleger die komplette Dividendenhistorie nebst Quellensteuerzahlungen für die eingestellte Datumsspanne auf einer Seite dargestellt. Die Übersicht kann man sich oben rechts über das Druckersymbol ausgeben lassen, beispielsweise auf Papier oder als PDF.

            Beste Grüße
            Luis

          11. Achso…. sollte man keine Zeit haben sich den den selbst zu downloaden, kann man sich den auch bequem per E-mail zustellen lassen. Schließlich hat ein „High-Yield-Freak“ auch mal Urlaub! 😉

          12. Vielen Dank für die Einstellungen bei CapTrader bezüglich der Steuerdokumente. Werde ich selbst auch mal ausprobieren (bisher habe ich mir die Zahlen immer als Liste anzeigen lassen)!

          13. Guten Abend,
            diese Einstellung des „beliebigen Zeitraums“ / „Monat“ / „Jahr“ habe ich auch schon entdeckt, jedoch fehlt hier der „tägliche Wechselkurs“! So muß ich den erst wieder für das Steuerformular „erforschen“, um die Angaben dann in EURO angeben zu können. Ich persönlich belasse es auf „täglich“ da ich dann auch den „täglichen Wechselkurs“ mit dabei habe und somit alles kompakt beisammen habe. Man kann bei diesem System auch die „faule“ Tour wählen, dann läßt man sich alles per E-mail zuschicken und „arbeitet es ab“. Eine Monatsübersicht erstell ich mir trotzdem, um einen schnellen Vergleich mit der Excel Tabelle zu machen. 🙂

            beste Grüße Hans-Jürgen

          14. Hallo Hans-Jürgen,
            das in der Tat zeitintensive Problem des täglichen Wechselkurses habe ich so gelöst, dass ich je Währung ausschließlich Monatsdurchschnittskurse nutze. Wenn ich also in einem Monat beispielsweise fünf Ausschüttungen an unterschiedlichen Tagen in US-Dollar beziehe, setze ich fünfmal den gleichen (Durchschnitts-)Wechselkurs an. Diese gibt es akkurat gelistet auf boerse.de. Die relativ kleinen Abweichungen gleichen sich über die Zeit aus und die Finanzverwaltung hat die Methode bisher auch akzeptiert.

            Beste Grüße
            Luis

      1. Danke vielmals! Ich verstehe allerdings nicht, warum die Suche keinen Treffer liefert und man mit der WKN zwar das Produkt findet, aber unter einem „Pseudonym“? Soll das Käufe verhindern?

        1. Das glaube ich nicht, schließlich hat der Broker ja ein Interesse daran, dass gehandelt wird. Oft unterscheidet sich der genaue Titelname, unter dem das Wertpapier in Deutschland gehandelt wird von demjenigen im Heimatland. Aus dem Grund empfiehlt es sich, über das Kürzel die ISIN und über die ISIN gegebenenfalls die WKN herauszufinden – dann ist man auf der sicheren Seite.

  2. Hallo Luis,

    vielen Dank für die regelmäßigen Cashtests, die ich sehr gerne lese. Eines ist mir aber schon seit langem nie wirklich klar geworden und es blitzt auch hier schon wieder auf:

    Es heißt ja immer wieder, dass eine Beimischung von Anleihen im Portfolio die Volatitliät des gesamten Depots senkt und für verlässlichere Erträge sorgt. Allerdings verstehe ich nicht, warum man überhaupt in Anleihen inestieren sollte, wenn diese nachweislich eine schlechtere, auf historischer Erfahrung basierende Rendite erwirtschaften als Aktien. Zumindest, wenn man wie einen Anlagehorizont von 15 Jahren und mehr hat. Da schlagen Aktien die Anleihen doch immer. Warum also auf einen Teil der Rendite verzichten? Oder geht es hier nur diejenigen an, die temporäre Verluste von 50% und dergleichen nicht aussitzen wollen?

    Beste Grüße
    Jan

    1. Hallo Jan,
      die Frage kann ich gut nachvollziehen. Um zu einer angemessenen Antwort zu kommen müssen wir den Bereich der festverzinslichen Wertpapiere in risikoarme Anleihen („investment grade“) und risikoreiche Anleihen („non-investment grade“) aufteilen.

      Also, warum sollten Anleger nicht alles in Aktien investieren, sondern auch risikoarme Anleihen beimischen? In den letzten 400 Jahren haben Aktien auf lange Sicht Anleihen immer geschlagen – allerdings nur, wenn Investoren die teils heftigen Schwankungen ausgehalten haben. Ich erinnere hier beispielsweise an die 2000er Jahre, ein verlorenes Jahrzehnt für Aktienanleger mit teils horrenden Verlusten.

      Diese Phase konnten Anleger, die ausschließlich in Aktien investiert waren, nur mit einer extrem hohen Risikotoleranz (die Verlust mental aushalten können) und Risikotragfähigkeit (die Verluste wirtschaftlich aushalten können) durchstehen. Für schwache Nerven, den Notgroschen und kurz- bis mittelfristig Sparziele sind Aktien kein geeignetes Instrument.

      Hier erfordert es Anlagen, die schnell und ohne (Kurs-)Verluste liquidierbar sind. Das sind neben bonitätsstarken Anleihen beispielsweise auch Tages- oder Festgelder – alles in der jeweiligen Heimatwährung, versteht sich.

      Und wie sieht es mit risikoreichen Hochzinsanleihen aus? Hier kann man in der Tat überlegen, ob man nicht angesichts des ähnlichen Rendite-Risikoprofils nicht gleich in Aktien investiert. Allerdings entwickeln sich Hochzinsanleihen und Aktien phasenweise sehr unterschiedlich (sie korrelieren nur mäßig stark).

      Dadurch wiederum lässt sich ein Weltportfolio noch besser diversifizieren, also effizienter im Sinne der modernen Portfoliotheorie gestalten.

      Also, um Deine Frage kurz und bündig zu beantworten, Anleihen dienen entweder dem Sicherheits- oder Diversifikationsbedürfnis des Anlegers.

      Beste Grüße
      Luis

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