Cashtest – Global X SuperDividend ETF

Einstieg und Überblick

Aufmerksamen Lesern dieses Blogs dürfte der Global X SuperDividend ETF zumindest dem Namen nach bekannt sein. Erstmalig habe ich ihn Mitte September im Beitrag „Geldanlage – Wie starte ich mit Hochdividendenwerten?“ erwähnt. In der Folgezeit wurde von einigen Lesern der Wunsch an mich herangetragen, mehr über dieses Wertpapier zu erfahren. Dem berechtigten Interesse komme ich an dieser Stelle gerne nach. Schließlich halte ich den Titel aufgrund des weltweit diversifizierten Portfolios, der Ausrichtung auf (Hoch-)Dividendenwerte sowie der häufigen Ausschüttungen und geringen Gebühren als geeignete Start- wie auch Basisinvestition für Einkommensinvestoren.

Wie aus dem Namenszusatz ersichtlich handelt es sich bei dem Global X SuperDividend um einen ETF. Das Kürzel steht für „Exchange Traded Fund“, zu Deutsch „börsengehandelter Fonds“. Im Gegensatz zu „klassischen“ Investmentfonds, die über eine Kapitalanlagegesellschaft wie beispielsweise Deka (Sparkassen), DWS (Deutsche Bank) oder Union (Volksbanken) vertrieben werden, lassen sich ETFs ganz analog zu Aktien über einen Börsenplatz kaufen und verkaufen. Zudem handelt es sich bei ETFs um Kapitalsammelstellen, welche das Fondsvermögen in aller Regel passiv investieren. Die Entscheidungen über Käufe und Verkäufe werden also nicht von „aktiven“ Fondsmanagern, sondern einem „passiven“ Automatismus getroffen. Üblicherweise wird hierbei ein Index, zum Beispiel der DAX oder der Dow Jones Industrial Average, nachgebildet. Änderungen im Index werden unmittelbar von ETF nachvollzogen. Letzteres wird im Fachjargon auch als Replikation bezeichnet.

Cashtest - Logo von Global X Funds
Logo von Global X Funds, Bildquelle: Seite des Unternehmens

Wie in Kapitel 16.3 von „Bargeld statt Buchgewinn“ ausgeführt existieren mittlerweile mehrere Indizes mit Bezug zu dividendenstarken Wertpapieren, welche von zahlreichen ETFs repliziert werden. Im vorliegenden Fall ist es der recht spezielle Solactive Global SuperDividend Index, welcher vom fast gleichnamigen ETF nachgebildet wird.

Historie und Kennzahlen

Emittentin des Global X SuperDividend ETF ist die in New York ansässige Fondsgesellschaft Global X Funds. Das Unternehmen ist relativ jung und wurde zum Höhepunkt der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 gegründet. Aktuell verwaltet es ein Vermögen von 5,8 Milliarden US-Dollar, welches ausschließlich passiv in über 50 ETFs angelegt ist. Hierunter finden sich übrigens mehrere Fonds mit durchaus attraktiver Dividendenrendite. Für Einkommensinvestoren lohnt sich daher allemal ein Blick auf die Seite von Global X Funds. Eine Minderheitsbeteiligung an der Fondsgesellschaft hält übrigens die Vermögensverwaltung der Großbank JPMorgan Chase.

Die Erstnotiz des Global X SuperDividend ETF erfolgte am 8. Juni 2011 an der zur New York Stock Exchange gehörenden, vollelektronischen Börse NYSE Arca. Insgesamt befinden sich aktuell gut 43 Millionen Anteile zum Preis von etwas über 22 US-Dollar im Umlauf, womit der Fonds auf eine Marktkapitalisierung von fast einer Milliarde US-Dollar kommt. Wie bei den meisten – allerdings keinesfalls allen – ETFs operiert auch der Global X SuperDividend ETF ausschließlich mit Eigenkapital, hebelt also die Rendite (und das Risiko) nicht zusätzlich mit Krediten.

Kommen wir zum Inhalt. Diesen beschreibt der Anbieter auf seiner Seite recht lapidar als Investition „in die hundert Aktien, die zu denen mit der weltweit höchsten Dividendenrendite gehören“. Wie werden diese aus dem globalen, mehrere zehntausend handelbare Titel umfassenden Anlageuniversum herausgefiltert? Hierzu wird besagter Solactive Global SuperDividend Index detailgetreu nachgebildet. Dieser wurde von Global X Funds beim deutschen (!) Indexanbieter Solactive extra zur Auflage des ETF in Auftrag gegeben. Bis heute betreut der Dienstleister den Index. Das umfasst neben der täglichen Berechnung auch die periodisch Aktualisierung beziehungsweise Neuzusammensetzung desselben. Diese erfolgt quartalsweise, jeweils Ende Februar, Mai, August und November. Der Index selbst kann übrigens unter der Wertpapierkennnummer (WKN) SLA0SD jederzeit über die Börse Stuttgart abgerufen werden.

Wie wird der Index nun genau berechnet? In Frage kommen zunächst alle weltweit an ordentlichen Börsen handelbaren Aktien mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Millionen und einem täglichen Handelsvolumen von mindestens einer Millionen US-Dollar. Außen vor bleiben hierbei per Definition börsennotierte Fonds, Business Development Companies, Master Limited Partnerships und Trusts mit Ausnahme von Real Estate Investment Trusts (REITs). Von den vorselektierten Aktien kommen dann ausschließlich Papiere in die engere Auswahl, deren Dividendenrendite mindestens sechs Prozent beträgt, bei bereits im Index befindlichen Aktien liegt der Schwellenwert bei drei Prozent. Ausgeschlossen werden nun alle Unternehmen, die nicht mindestens eine konstante Dividende für die kommende Periode in Aussicht gestellt haben. Aus dem verbleibenden Rest bilden die hundert Aktien mit der höchsten Dividendenrendite den Index, wobei jedes Unternehmen gleich stark, also mit einem Prozent, gewichtet wird.

In der aktuellen Zusammensetzung machen US-amerikanische Titel mit 46 Prozent den Löwenanteil aus. Es folgen Aktien aus Australien, Singapur und Hongkong. Von allen europäischen Ländern ist Norwegen am stärksten vertreten. REITs und Finanzunternehmen sind zurzeit deutlich übergewichtet und machen jeweils etwa 30 Prozent der im Index vertretenen Titel aus, danach kommen Hersteller zyklischer Konsumgüter und Versorgungsunternehmen.

Konditionen und Besteuerung

Der Global X SuperDividend ETF repliziert den Solactive Global SuperDividend Index eins-zu-eins. Die laufende relative Abweichung zwischen ETF.Kurs und Indexentwicklung resultiert aus den jährlichen Kosten des Fonds. Diese halten sich mit 0,58 Prozent in Grenzen, sind jedoch für einen ETF vergleichsweise hoch. Letztendlich sind die Gebühren in dieser Höhe der Preis für einen verhältnismäßig exotischen Index, an dem die Fondsgesellschaft ein Exklusivrecht hält – allemal clever von dieser gemacht. Zu den Verwaltungskosten summieren sich noch die Ordergebühren, die jedoch bei Auswahl des richtigen Brokers sehr niedrig ausfallen. Zudem ist der Titel sehr liquide und wird von Maklern gepflegt, so dass Kauf- und Verkaufskurs so gut wie immer zusammenfallen und keine Preisspanne, ein sogenannter Spread, entsteht.

Sehr erfreulich für Einkommensinvestoren ist auch das Ausschüttungsintervall. Der ETF zahlt bereits seit Januar 2014 eine konstante monatliche Dividende – davor schwankte sie im Jahresmittel allerdings auch nur geringfügig. Bezogen auf den aktuellen Kurs beträgt die Dividendenrendite 6,6 Prozent pro Jahr. Einschließlich des Kursverlaufs konnten Investoren in den letzten fünf Jahren eine annualisierte Gesamtrendite von 7,1 Prozent erzielen – klar, angesichts der Ausschüttungen hat der Kurs nur noch wenig Luft nach oben. Aufgrund seines Alters existieren keine Erfahrungswerte für die Entwicklung des ETFs in einer Baisse.

Auch steuerrechtlich ist die Behandlung der Ausschüttungen recht einfach zu handhaben. Analog zum bereits besprochenen Alerian MLP ETF zahlen heimische Anleger gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen den USA und Deutschland 15 Prozent US-amerikanische Quellensteuer, die jedoch in voller Höhe auf die hiesige Abgeltungssteuer angerechnet werden kann.

Chancen und Risiken

Auch wenn der Global X SuperDividend ETF in US-Dollar notiert, sind Anleger etwaigen Wechselkursschwankungen nur zum Teil ausgesetzt. Das liegt daran, dass der Fonds weltweit investiert und auch von den US-amerikanischen Beteiligungen zahlreiche Unternehmen zumindest einen Teil ihrer Umsätze außerhalb ihres angestammten Währungsraums erzielen. Letztlich sind Investoren also in eine Vielzahl von Währungen investiert, die lediglich laufend in US-Dollar umgerechnet werden.

Durch die breite Streuung lässt sich neben dem Währungs- auch das Einzelwert-, Branchen- und Länderrisiko deutlich reduzieren. Einzig der aus dem Berechnungsverfahren resultierende hohe Anteil an REITs und Finanzwerten bildet aktuell entsprechende Klumpenrisiken. Darüber hinaus ist der ETF dem allgemeinen Marktrisiko ausgesetzt. Von einem weltweiten Fall der Aktienkurse dürfte auch der Global X SuperDividend ETF nicht verschont werden. Welche Auswirkungen so ein Szenario auf die Höhe der Ausschüttungen hat ist ungewiss. Geht der Crash wie 2008 auch mit einem erheblichen konjunkturellen Dämpfer einher, werden sie kaum konstant zu halten sein. Allerdings sinken in Krisenzeiten Dividenden statistisch betrachtet nur in etwa halb so stark wie die entsprechenden Kurse, was bei entsprechender Nervenstärke einen doppelten Hebeleffekt durch die Reinvestionen der Ausschüttungen eröffnet. Dieser von mir so bezeichnete Baisse-Effekt ist ausführlich in Kapitel 3.3 von „Bargeld statt Buchgewinn“ dargestellt.

Mit dem allgemeinen Marktrisiko auf der einen gehen natürlich auch die langfristigen Chancen eines globalen Aktienportfolios auf der anderen Seite der Medaille einher. Diese stufe ich zumindest für die nächsten 40 bis 60 Jahre als tendenziell positiv ein, wie ich in einem früheren Blogbeitrag erörtert habe. Speziell für Anleger, die ihre Kapitalerträge in Deutschland versteuern müssen, verbleibt vorerst auch ein steuerrechtliches Risiko (von Chancen wage ich hier nicht zu sprechen), welches in der nunmehr anstehenden Legislaturperiode schlagend werden dürfte. Mit Ausnahme der FDP haben alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien in ihren Wahlprogrammen verkündet, die Abgeltungssteuer abschaffen beziehungsweise ersetzen zu wollen.

Zusammenfassung und Stammdaten

Wie bereits eingangs dargestellt handelt es sich beim Global X SuperDividend aus meiner Sicht um eine geeignete Start- und Basisanlage für Bargeldsammler. Der ETF streut seine Investitionen weltweit in große, dividendenstarke Aktien. Sowohl das monatliche Ausschüttungsintervall als auch die Höhe der Dividendenrendite macht das Papier für Einkommensinvestoren attraktiv und bietet sich als Kerninvestition eines Hochdividendenportfolios an.

Der Global X SuperDividend ist via NYSE Arca über das Börsenkürzel SDIV handelbar. Die Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) lautet US37950E5490. Wer mag, kann hierüber den ETF statt in US-Dollar und Übersee auch in Euro über die Börsen Berlin oder Düsseldorf handeln.

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28 Antworten auf „Cashtest – Global X SuperDividend ETF“

  1. Klingt interessant. Über Comdirect leider nicht handelbar. Hat den überhaupt ein deutscher Broker im Angebot? Oder ist der nur über ausländische Broker erhältlich (IB, Captrader) ?

      1. Interessant. Dann scheinen die deutschen Broker die Handelbarkeit sehr unterschiedlich zu handhaben. Das bedeutet aber auch, dass vorab leider immer eine E-Mail oder ein Anruf beim Institut notwendig ist.

  2. Hallo Marcus,
    wenn es ein deutscher Broker sein soll, dann ist der Titel auf jeden Fall über die Netbank handelbar. Von den deutschsprachigen Brokern haben CapTrader und Lynx den ETF im Angebot – hier wird das Depot im Ausland (England) verwaltet. Für alle die mitlesen: Weitere Tipps sind wie immer willkommen!

    Beste Grüße
    Luis

  3. Ich beziehe den ETF über die Targobank an der Börse in Berlin.
    Meine Tipps: Auf jeden Fall ein Kauf-Limit setzen! Der Spread wird nach Börsen-Eröffnung in den USA deutlich kleiner, also bei Kauf über eine deutsche Börse Geduld mitbringen. Das zahlt sich aus.
    Ich halte ihn ebenfalls für einen guten ETF, die monatlichen Ausschüttungen motivieren zum Dabeibleiben und weiter ansparen.

  4. Der ETF ist über die Börse Stuttgart problemlos bei der ING Diba zu handeln. Der Spread ist hier aber m.E. nach nicht ganz ohne und kann schonmal um die 5% betragen.

  5. Danke an DocDirk und Stefan für die Informationen zu den Handelsplätzen. Den Hinweis zum Limit bitte ich ebenfalls unbedingt zu beachten. Ich selbst setze ausnahmslos bei jeder Order Limits – das schützt auch bei gewöhnlicherweise liquiden Titeln vor bösen Überraschungen.

  6. Die Idee und der Name des Global X Super Dividend ETF sind verlockend. In einer Rezession wird der ETF aber überdurchschnittlich viel verlieren und sich im Anschluss nur sehr langsam erholen.

    Ein ähnliches Konzept verfolgt ja der STOXX® Global Select Dividend 100. Hier (https://www.stoxx.com/index-details?symbol=SDGP) sieht man, wie sich so ein Dividenden-ETF in der Rezession verhält. Der Index notiert auch noch 10 Jahre nach seinem Allzeithoch deutlich unter diesem. Eine Dividendenstrategie lässt sich mit einem ETF nicht sinnvoll abbilden. Schuld sind die starren Auswahlkritieren, die sich stark auf die Dividendenrendite fokussieren. In den meisten Fällen haben Untenrehmen mit sehr hoher Dividendenrendite schwerwiegendere Problem. Vergleicht man den Global X Super Dividend mit dem MSCI World stellt man fest, dass man langfristig mit einem einfach MSCI World Index besser fährt.

    So ein Dividenen-ETF macht nur Sinn, wenn man zwingend auf die Ausschüttungen angewiesen ist.

    1. Vier Anmerkungen meinerseits:

      1. „In einer Rezession wird der ETF aber überdurchschnittlich viel verlieren […].“ Gibt es hierzu eine Studie? Fällt generell der Kurs von Aktien mit relativ hoher Dividendenrendite in einer Baisse stärker als derjenige von Aktien mit relativ niedriger Dividendenrendite? Pim van Vliet hat für den Zeitraum 1926 bis 2015 das Gegenteil heraus gefunden. Das gilt zumindest, wenn die Dividendenrendite in Verbindung mit der Volatilität und dem Momentum betrachtet wird. Weiter Informationen: goo.gl/ok1FxJ

      2. „Der Index notiert auch noch 10 Jahre nach seinem Allzeithoch deutlich unter diesem.“ Das ist auch kein Wunder, da der Index ausschließlich die Kursentwicklung berücksichtigt und Ausschüttungen außen vor lässt. Dieser optische Effekt ist typisch für ausschüttungsstarke Wertpapiere. Unter Berücksichtigung der Wiederanlage aller Dividenden stünde der Index überproportional im Plus, da die Dividenden in der Baisse im Durchschnitt weniger stark als die Kurse fallen. Der hierdurch erzielbare Hebeleffekt ist enorm!

      3. „Eine Dividendenstrategie lässt sich mit einem ETF nicht sinnvoll abbilden. Schuld sind die starren Auswahlkritieren, die sich stark auf die Dividendenrendite fokussieren.“ Das kommt doch ganz auf die Strategie an, oder? Der dem Global X SuperDividend zugrunde liegende Index bezieht auch qualitative Kriterien mit ein (siehe Blogbeitrag). Richtig ist: Schaue ich ausschließlich auf die Dividendenrendite ,dann kommen potenzielle Pleitekandidaten in die nähere Auswahl, deren Kurs zuletzt schwer abgestürzt ist. Bezogen auf die letzte, künftig aber nicht mehr zu haltende Ausschüttung, weisen diese Titel dann rechnerische Dividendenrenditen von 30, 50 oder mehr Prozent auf.

      4. „Vergleicht man den Global X Super Dividend mit dem MSCI World stellt man fest, dass man langfristig mit einem einfach MSCI World Index besser fährt.“ Hier muss man aufpassen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wenn ich den Kurs des Global X SuperDividend (ohne Dividenden) dem MSCI World Performanceindex (mit Dividenden) gegenüberstelle dürfte klar sein, dass letzterer besser abschneidet. Ob Anleger mit dem MSCI World langfristig besser fahren als mit dem Global X SuperDividend lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht sagen, da ein Vergleich erst seit 2011 möglich ist.

        1. Ich nehme an, die Frage bezieht sich auf Punkt 4. Hierzu folgende Ergänzung:

          Der Solactive Global SuperDividend Index wird als Performanceindex berechnet, das ist richtig. Ich sprach jedoch vom Global X SuperDividend ETF. Dieser bildet zwar den Solactive Global SuperDividend Index ab, schüttet aber monatlich aus, verhält sich also quasi wie ein „Kursindex“.

          Womit fährt man besser? Das kommt darauf an. Das Rendite-Risiko-Profil des Solactive Global SuperDividend Index ist ein anderes als das des MSCI World Index. In den letzten 12 Monaten stieg ersterer um gut 14, letzterer um knapp 20 Prozent. Aber was sagt das aus? Und was nutzt mir der Vergleich, wenn mein Augenmerk auf regelmäßigen Ausschüttungen liegt?

    2. Naja, man darf nicht vergessen, dass im STOXX® Global Select Dividend 100 mal eben fast 50% Aktien aus den Finanz- und Immobiliensektoren sind. Die Krise 2008 war eben eine Bankenkrise , bei einer anderen Rezession wäre es möglicherweise ganz anders gelaufen.

      1. Das stimmt! Deswegen ist es auch wichtig, einen Blick in die Verpackung, sprich den Index, zu werfen und gegebenenfalls noch mehr zu streuen. In der Zeit vor 2008 gab es halt zwei Branchen, die besonders von der Politik des billigen Geldes profitiert haben, der Finanz- sowie der Immobiliensektor. Dank üppiger Erträge konnten sie auch hohe Ausschüttungen vornehmen. Das wiederum hat dazu geführt, dass überproportional viele Bank- und Immobilienaktien in Dividendenindizes aufgenommen wurden.

  7. Dank an Luis Pazos für seinen tollen Blog und das Interessante Buch, das ich mir unlängst zugelegt habe !

    Ich habe mir gestern den ETF gekauft.
    Zur Info für interessierte:

    Order
    500 x 22,15 USD (Limit), bei flatex über NYSE ACRA (Heimatbörse)

    Ausführung:
    200 x 22,14 USD
    100 x 22,14 USD
    200 x 22,13 USD
    Trotz der Teilausführungen habe ich an Gebühren lediglich 1 x 9,90 EUR (!) gezahlt. Keine zusätzlichen Handelplatzgebühren etc. Ich bin sehr zufrieden.

    1. Danke für diese tolle Rückmeldung und natürlich auch die Details zur Order!

      Ich möchte die Freude auch nur ungerne trüben, aber meines Wissens erhebt Flatex Gebühren für die Verbuchung von Dividenden (beim Global X SuperDividend also zwölf mal im Jahr). Diese Informaion hat jedenfalls kürzlich ein aktiver Kunde mitgeteilt. Siehe hierzu folgenden Blogbeitrag: goo.gl/w3Egqe

      Ich wäre für eine kurze Mitteilung dankbar, ob das immer noch der Fall sein sollte und die Angaben im Blogbeitrag noch stimmen. Falls ja würde ich als Dividendensammler das Depot wechseln.

      1. Meine erste Ausschüttung ist da !
        Es wurden KEINE Gebühren bei Flatex erhoben 🙂
        Für meine 500 Anteile wurden mir 38,49 EUR gutgeschrieben.
        Konkret:
        500 x 0,1205 USD / 1,1654 (Devisenkurs) = 51,70 EUR
        Abzügl. Steuern i.H. von 13,21 EUR = 38,49
        Auf Nachfrage bei Flatex bestätigte man mir, dass die Gebühren NUR auf DIVIDENDEN ausländischer AGs, nicht aber auf Fonds-Ausschüttungen, zu zahlen sei.

        -> siehe Seite 1, unteres Drittel rechts:
        https://konto.biw-bank.de/formularcenter_bank/public/1300100.pdf

        1. Danke für den Hinweis zu den Gebühren von Flatex! Damit ist der Broker eine mögliche Alternative für Anleger, die nicht in Einzelwerte investieren.

          Eine Rückfrage zur steuerlichen Behandlung: Was für Steuern wurden denn abgezogen? Quellensteuer und Abgeltungssteuer (plus Soli)?

          1. Bruttoausschüttung: 51,70 EUR
            abzgl. 15% Quellensteuer = 7,76 EUR
            abzgl. Kapitalertragssteuer und Soli: 5,17 EUR + 0,28 EUR.

            Die Quellensteuer wurde somit automatisch voll angerechnet.

  8. Handelt es sich bei dem Fonds nicht um einen sogenannten intransparenten Fonds?
    Gibt es da nicht eine pauschale Strafsteuer?
    Hat jemand „mehrjährige“ Erfahrung mit dem Fonds, sodass er hier für schon einmal eine dt. Steuererklärung abgegeben hat?

    1. Hallo Christian,
      ja, ich habe seit vielen Jahren Erfahrungen mit dem Fonds. Hier gilt das gleiche, was ich schon zum Alerian MLP ETF ausgeführt habe. Dem Thema „intransparente Fonds“ wird meiner Meinung nach zu viel Bedeutung beigemessen.

      Zum einen hat sich die Problematik ab 2018 ohnehin erledigt. Zum anderen hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits vor vielen Jahren in der Rechtssache C-326/12 die Pauschalbesteuerung von Gewinnen aus intransparenten ausländischen Investmentfonds für unzulässig erklärt. Begründung: Die Pauschalversteuerung verstößt gegen die Kapitalverkehrsfreiheit, da ausländische Fonds gegenüber inländischen benachteiligt werden (da potenzielle Anleger abgeschreckt werden).

      Nun könnte noch argumentiert werden, dass sich dieses Urteil ausschließlich auf Investmentfonds bezieht, die ihren Sitz innerhalb der Europäischen Union haben. Außereuropäische Investmentfonds, so beispielsweise US-amerikanische ETFs, würde demnach das EuGH-Urteil nicht umfassen.

      Nun hat allerdings der Bundesfinanzhof (BFH) im Jahr 2015 entschieden (Aktenzeichen VIII R 27/12), dass genau dies doch der Fall ist, die Pauschalbesteuerung von Investmentfonds aus Drittstaaten also ebenfalls nicht mit der Kapitalverkehrsfreiheit im Einklang steht. Dies gilt zumindest dann, wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen existiert und bestimmte Angaben zum Fonds erbracht werden können (zum Beispiel die Höhe der Ausschüttung und Quellensteuern), was in der Regel kein Problem darstellt.

      Problematisch sind allenfalls deutsche Verwahrstellen, die ebensolche Fonds aus Drittstaaten vorsichtshalber pauschal versteuern und den Verwaltungsaufwand auf den Anleger überwälzen, so dass letztere die zu viel gezahlten Steuern zurückfordern müssen.

      Diese Servicemängel lassen sich mit einem ausländischen Depot umgehen. Mir persönlich ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Anleger, der intransparente Investmentfonds in einem Auslandsdepot hält, nachträglich von der deutschen Finanzverwaltung zur Pauschalbesteuerung herangezogen wurde. Alternativ kann natürlich auf „transparente“ ETFs oder aber Closed-end Funds zurückgegriffen werden, die technisch als Aktien und nicht als Fonds gelten.

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