Börsenticker: BASF – Folge 024

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Zwischen Dividendenwert und Zykliker

BASF gehört zu den bekanntesten Industrieunternehmen Deutschlands. Der Chemiekonzern zahlt seit Jahrzehnten Dividenden, ist weltweit aktiv und wirkt auf den ersten Blick vergleichsweise günstig bewertet. Gleichzeitig steht das Unternehmen unter erheblichem Druck: schwache Konjunktur, hohe Energiekosten und ein schwieriges Marktumfeld belasten das Geschäft. Im aktuellen Börsenticker betrachten wir, wie robust das Geschäftsmodell von BASF derzeit ist, wie sicher die Dividende erscheint und warum die Aktie trotz der Probleme für manche Anleger interessant bleibt.

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  • 0:00 BASF zwischen Dividende und Value Trap
  • 0:49 So funktioniert das BASF-Geschäft
  • 3:14 Warum BASF ein Zykliker ist
  • 5:17 Der Konzern blickt vorsichtig nach vorn
  • 6:01 Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
  • 7:06 Energiepreise belasten die Chemiebranche
  • 9:53 Warum BASF stärker nach China geht
  • 11:29 Die Bilanz wirkt überraschend solide
  • 13:02 Verkäufe sollen Schulden senken
  • 15:15 Wie sicher ist die BASF-Dividende?
  • 18:20 Der Kurs bleibt weit unter Rekordhoch
  • 19:40 Was aktuell für die Aktie spricht
  • 21:18 BASF zwischen Risiko und Chance
  • 22:30 Für wen die Aktie interessant sein kann

Ein globaler Chemiekonzern mit zyklischem Geschäft

BASF zählt gemessen an Umsatz und Marktkapitalisierung zu den größten Chemiekonzernen der Welt. Das Unternehmen produziert ein breites Spektrum chemischer Erzeugnisse – von Basischemikalien über Kunststoffe bis hin zu Speziallösungen für Landwirtschaft und Industrie. Gerade diese breite Aufstellung unterscheidet BASF von vielen spezialisierten Wettbewerbern.

Mein Konterpart bezeichnet BASF deshalb eher als Konglomerat denn als reinen Chemiespezialisten. Das Unternehmen sei tief in globale Lieferketten eingebunden und profitiere von erheblichen Skaleneffekten. Gleichzeitig mache genau diese Struktur BASF stark abhängig vom weltwirtschaftlichen Umfeld.

„Wenn die Weltwirtschaft schwächelt, sinkt auch die Nachfrage nach chemischen Produkten“, betont er im Gespräch. BASF gehöre damit zu den klassischen Zyklikern im DAX. In wirtschaftlich starken Phasen verdiene der Konzern sehr gut, in schwachen Zeiten brechen Gewinne und Margen dagegen deutlich ein.

Hinzu kommt, dass BASF häufig früh auf konjunkturelle Veränderungen reagiert. Wenn Industriekunden Aufträge reduzieren, werde das im Chemiebereich meist sehr schnell sichtbar.

Schwache Nachfrage und hohe Energiepreise belasten das Geschäft

Die jüngsten Geschäftszahlen spiegeln diese Entwicklung wider. BASF erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 60 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei etwas mehr als 2,5 Milliarden Euro, während der Nettogewinn wieder leicht zulegte. Auffällig war allerdings der Rückgang des operativen Cashflows, der gegenüber dem Vorjahr deutlich sank.

Bereits vor den jüngsten geopolitischen Spannungen stand die Chemiebranche unter erheblichem Druck stand. Viele Preise für Chemikalien befanden sich auf niedrigem Niveau, zahlreiche Unternehmen bauten Kapazitäten ab oder reduzierten Kosten. Gleichzeitig hat sich der chinesische Markt stark verändert.

China galt lange als wichtiger Wachstumsmarkt und großer Importeur chemischer Produkte. Inzwischen hat das Land jedoch eigene Produktionskapazitäten aufgebaut. Dadurch ist zusätzlicher Wettbewerbsdruck entstanden und es kommt zu Überkapazitäten in vielen Bereichen.

Besonders relevant für BASF bleiben die Energiepreise. Der Konzern zählt zu den energieintensivsten Unternehmen Deutschlands. Steigende Gas- und Strompreise wirken sich deshalb direkt auf die Kostenstruktur aus. BASF reagierte zuletzt mit deutlichen Preiserhöhungen bei einzelnen Produkten. Ob diese vollständig am Markt durchsetzbar sind, bleibt allerdings offen.

Milliardeninvestitionen in China und ein Umbau des Konzerns

Vor diesem Hintergrund gewinnt die internationale Ausrichtung des Konzerns weiter an Bedeutung. BASF investiert seit Jahren massiv in neue Produktionskapazitäten in China. Das neue Werk dort zählt zu den größten Investitionen der Unternehmensgeschichte.

BASF hat traditionell stets versucht, möglichst nah an den jeweiligen Absatzmärkten zu produzieren. Das hat Transportkosten, Währungsrisiken und Abhängigkeiten reduziert. Die aktuellen Investitionen in China sind jedoch auch eine Reaktion auf die Standortbedingungen in Europa.

Ein Interview des Vorstandsvorsitzenden heben wir dabei dabei als bemerkenswert hervor. Dort hat dieser sinngemäß erklärt, dass er bestimmte Geschäfte heute nicht mehr in Deutschland neu aufbauen würde.

Parallel treibt BASF den Umbau des Konzerns voran. Unternehmensteile werden verkauft oder ausgelagert, um Kapital freizusetzen und Schulden abzubauen. Dazu zählt unter anderem der Verkauf großer Teile des Lackgeschäfts. Auch ein Börsengang der Agrarsparte wird thematisiert.

Die Bilanz selbst ist trotz der schwierigen Marktphase vergleichsweise soliden. Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital gilt für ein Industrieunternehmen dieser Größenordnung als konservativ.

Die Dividende bleibt zentraler Bestandteil der Investmentstory

Ein wesentlicher Punkt bleibt die Dividende. BASF gehörte lange zu den verlässlichen Dividendenzahlern im deutschen Markt. Über viele Jahre wurde die Ausschüttung konstant gehalten oder erhöht. Die deutliche Kürzung von 3,40 Euro auf 2,25 Euro markierte jedoch einen Einschnitt.

Nach Einschätzung des Managements soll dieses Niveau nun als neue Basis dienen. Gleichzeitig erwartet BASF in den kommenden Jahren wieder steigende freie Cashflows. Neben operativen Verbesserungen spielen dabei geringere Investitionen und der Abbau von gebundenem Kapital eine wichtige Rolle.

Alan Galecki verweist darauf, dass der Cashflow zuletzt deutlich unter der Dividendenzahlung lag. Ohne den laufenden Umbau des Konzerns könne das kritisch wirken. Das Management gehe allerdings davon aus, dass sich die Situation mit der Zeit entspanne.

Zusätzliche finanzielle Spielräume könnten zudem Beteiligungen und frühere Verkäufe schaffen, etwa im Zusammenhang mit dem Öl- und Gasgeschäft.

Zwischen vorsichtigem Optimismus und wirtschaftlichen Risiken

Bei der Bewertung der Aktie fällt das Urteil differenziert aus. Einerseits erscheint BASF auf Basis mehrerer Kennzahlen moderat bewertet. Andererseits sind die Gewinnerwartungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit anspruchsvoll.

Alan Galecki bleibt deshalb vorsichtig. Die aktuellen Risiken sind aus seiner Sicht weiterhin hoch. Insbesondere die Frage, ob deutliche Preiserhöhungen ohne größere Absatzverluste durchgesetzt werden können, bleibe offen. Er zieht für einen Einstiege niedrigere Bewertungsniveaus vor.

Ich sehe die Situation etwas positiver. BASF ist zwar kein klassischer defensiver Dividendenwert wie ein Versorger oder Versicherer, aber innerhalb eines breit aufgestellten Dividendenportfolios kann der Konzern durchaus einen Platz beanspruchen. Entscheidend ist dabei die globale Marktstellung, die solide Bilanz und die strategische Bedeutung des Unternehmens.

Der Börsenticker endet entsprechend mit zwei unterschiedlichen Nuancen: einmal vorsichtig gelb, einmal konstruktiv grün. Einigkeit besteht jedoch darin, dass BASF stark von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft und der Energiepreise abhängig bleibt.

Haftungsausschluss

Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.

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