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Zinsen, Schulden und Ausschüttungen
Steigende Langfristzinsen in den USA, Zweifel an Deutschlands Spitzenbonität, eine mögliche Neuregelung der Krypto-Besteuerung und ein bemerkenswerter Dividendenboom in Japan: An den Kapitalmärkten laufen wie immer sehr unterschiedliche Entwicklungen parallel. Hinzu kommen neue Anlageprodukte, spekulative Exzesse in Südkorea und die Frage, welche Rolle Gold künftig im internationalen Finanzsystem spielen könnte. Das alles gibt es im neuen Einkommensinvestoren-Blitzlicht.
Sponsor des Beitrags
Der Sponsor dieser Folge ist IncomeShares. Das Finanzunternehmen mit Sitz in Irland ist auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Anlagestrategien spezialisiert. Dabei bündelt es bewährte Optionsstrategien auf Aktien, Indizes und Rohstoffe in kostengünstigen Sammelanlagen. Investoren profitieren von monatlichen Ausschüttungen und niedrigen Gebühren. Die Produkte sind MiFID-II-konform und können von Privatanlegern in Deutschland direkt an der Börse gehandelt werden.
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- 0:00:00 Begrüßung, Einleitung und Überblick
- 0:01:06 Langfristige US-Zinsen steigen weiter
- 0:03:06 Deutschlands AAA-Rating gerät unter Druck
- 0:07:33 Income Shares und Optionsstrategien
- 0:11:12 Koreas Anleger setzen auf riskante Hebel-ETFs
- 0:15:24 Pipeline-Aktien liefern hohe Ausschüttungen
- 0:18:00 Krypto-Steuerfreiheit steht vor dem Aus
- 0:20:53 Japans Unternehmen erhöhen ihre Dividenden
- 0:23:36 Gold könnte wieder zum monetären Anker werden
- 0:26:31 Aktuelle Dividendenwerte im Überblick
- 0:29:31 Warum Südkoreaner an der Börse zocken
- 0:34:23 Warum Deutschland noch immer AAA genießt
- 0:38:13 Mehr Einkommen wird für Wohlstand entscheidend
- 0:40:30 Immer mehr Deutsche stimmen mit den Füßen ab
Hohe US-Zinsen treffen auf deutsche Schuldenpläne
Die US-Notenbank hat die kurzfristigen Zinsen Ende Juli unverändert gelassen. Am langen Ende des Anleihemarktes zeigt sich jedoch ein anderes Bild. 30-jährige US-Staatsanleihen rentieren inzwischen mit rund 5,2 Prozent und damit so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Während der Corona-Zeit waren die Renditen zeitweise bis auf etwa 1,7 Prozent gefallen.
Als Treiber gelten neben dem weiterhin hohen kurzfristigen Zinsniveau vor allem die großen US-Staatsdefizite, umfangreiche Anleiheemissionen, geopolitische Unsicherheit und erneut aufflammende Inflationssorgen. Für Einkommensinvestoren ist diese Entwicklung auch deshalb relevant, weil hohe langfristige Zinsen auf REITs und andere Hochdividendenwerte ausstrahlen können.
Auch deutsche Staatsanleihen rücken stärker in den Fokus. Deutschland gehört weiterhin zum kleinen Kreis der Länder, denen die großen Ratingagenturen die höchste Kreditwürdigkeit bescheinigen. Das AAA-Rating ist derzeit mit stabilem Ausblick versehen. Angesichts des finanzpolitischen Kurswechsels stellt sich allerdings die Frage, wie dauerhaft dieser Status ist.
Sondervermögen, zusätzliche Kreditlinien und höhere Verteidigungsausgaben könnten die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren erheblich steigen lassen. Für die Bonität zählt allerdings nicht allein die absolute Schuldenhöhe. Entscheidend ist das Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Schwaches Wachstum, demografischer Druck, hohe Energiekosten und strukturelle Belastungen der Industrie gewinnen damit an Bedeutung. Fließen zusätzliche Schulden überwiegend in Staatskonsum statt in Infrastruktur, Bildung und Produktivität, verschärft sich dieses Verhältnis.
Eine Herabstufung von AAA auf AA+ wäre dabei nicht nur symbolischer Natur. Höhere Finanzierungskosten würden sich über Jahre summieren. Zudem dienen Bundesanleihen innerhalb des Euroraums als Referenz, gegenüber der die Risikoaufschläge anderer Staaten gemessen werden. Eine Neubewertung Deutschlands könnte deshalb über die Bundesrepublik hinaus Folgen haben.
om Options-Income-Boom zum koreanischen Hebelfieber
Eine vergleichsweise junge Anlagekategorie wächst derweil rasant: börsengehandelte Produkte, die über Optionsstrategien wie Covered Calls oder Put Writing laufende Erträge erwirtschaften. In den USA ist das Volumen entsprechender ETFs innerhalb weniger Jahre vom einstelligen Milliardenbereich auf mehr als 160 Milliarden Dollar gestiegen. Allein der JPMorgan Equity Premium Income ETF vereint rund 45,8 Milliarden Dollar auf sich. In Europa hat das Segment inzwischen ein Volumen von mehr als sieben Milliarden Dollar erreicht.
Wie weit sich die ETF-Welt inzwischen von ihren ursprünglich eher unspektakulären Indexprodukten entfernt hat, zeigt Südkorea. Ende Mai wurden dort 16 Single-Stock-ETFs auf Samsung und SK Hynix aufgelegt, 14 davon mit Hebel. Innerhalb weniger Wochen investierten Anleger rund 14 Billionen Won (8,6 Milliarden Euro) in diese Produkte.
Privatanleger spielen am südkoreanischen Aktienmarkt traditionell eine große Rolle und spekulieren teilweise offensiv auf Kredit. Bemerkenswert ist dabei die Altersstruktur: Rund 60 Prozent des Wertpapierkreditvolumens entfallen auf Anleger über 50 Jahre.
Als der Markt drehte, verstärkte der Hebel die Verluste. Der KOSPI verlor innerhalb weniger Wochen rund 30 Prozent, einzelne gehebelte Single-Stock-ETFs brachen um bis zu 70 Prozent ein. Margin Calls und Zwangsliquidationen sorgten für zusätzliche Rückkopplungseffekte. Selbst in koreanischen Medien wurde inzwischen der Vergleich mit der Fernsehserie „Squid Game“ gezogen.
Einen Gegenpol bilden klassische Infrastrukturwerte aus dem Pipeline-Sektor. Energy Transfer erhöhte seine Quartalsausschüttung auf 34 US-Cent, die 19. Anhebung in Folge. Die annualisierte Ausschüttungsrendite liegt je nach Kurs bei etwa 6,6 bis 7 Prozent. Auch Enterprise Products Partners erhöhte zuletzt seine Ausschüttung.
Direkte Investments in amerikanische Master Limited Partnerships sind für deutsche Anleger allerdings steuerlich komplex. Als Alternative kommen entsprechende ETFs infrage. Der Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP UCITS ETF etwa erreicht derzeit eine Ausschüttungsrendite von rund sieben Prozent nach Kosten.
Krypto-Steuern und Japans Dividendenboom
Auch steuerlich könnte sich für Anleger einiges ändern. Bislang können Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr grundsätzlich steuerfrei realisiert werden. Nach Plänen der Bundesregierung sollen Kryptowerte künftig ähnlich wie andere Kapitaleinkünfte behandelt werden. Als Zeitpunkt für eine mögliche Änderung ist der 1. Januar 2027 vorgesehen.
Bislang fallen Kryptowerte unter die privaten Veräußerungsgeschäfte. Die Jahresfrist ist damit keine eigens für Kryptowährungen geschaffene Sonderregel, sondern findet sich auch bei anderen Wirtschaftsgütern wie Gold, Kunst, Whisky oder Oldtimern. Genau deshalb bleibt die Frage, weshalb Kryptowährungen künftig eher mit Aktien und ETFs als mit anderen Wirtschaftsgütern vergleichbar sein sollen. Beschlossen ist die Änderung noch nicht.
Während Deutschland über eine neue Besteuerung diskutiert, erreichen Dividenden und Aktienrückkäufe in Japan zum vierten Mal in Folge Rekordstände. 53 Prozent der Unternehmen kündigten weitere Dividendenerhöhungen an, das zugrunde liegende Dividendenwachstum liegt bei 12,5 Prozent.
Ein wichtiger Treiber sind Corporate-Governance-Reformen der Börse Tokio und die Auflösung traditioneller Überkreuzbeteiligungen. Japanische Unternehmen verfügen häufig über hohe Bargeldbestände, starke Eigenkapitalquoten und komplexe Beteiligungsstrukturen. Werden diese aufgelöst, kann erhebliches Kapital freigesetzt werden. Für Einkommensinvestoren bleibt Japan damit auch unter Diversifikationsgesichtspunkten interessant.
Gold und die Suche nach einem monetären Anker
Beim Gold sorgt der aktuelle „In Gold We Trust“-Report für eine weitreichende Prognose. Die Autoren halten bis zum Ende des Jahrzehnts einen Goldpreis von knapp 9.000 Dollar je Feinunze für möglich.
Interessanter als das konkrete Kursziel ist die Begründung. Die These stützt sich nicht allein auf Inflation, Zinssenkungen oder geopolitische Konflikte. Vielmehr könnte Gold wieder stärker in seine historische Rolle als monetärer Anker zurückkehren.
Als Argumente werden die hohe Staatsverschuldung, geopolitische Spannungen und eine zunehmend multipolare Welt angeführt. Zentralbanken gehören bereits seit Jahren zu den größten Goldkäufern. Das Edelmetall besitzt dabei eine besondere Eigenschaft: Anders als Staatsanleihen stellt es keine Forderung gegenüber einem Schuldner dar. Sollte gleichzeitig die Bedeutung von Staatsanleihen als sicherer Hafen abnehmen, könnte dies zu einer Neubewertung von Gold führen.
Bei den aktuellen Ausschüttungswerten fällt unter anderem China Telecom mit rund 6,8 Prozent Dividendenrendite und einer seit mehr als 25 Jahren stabilen oder steigenden Dividende auf. Der US-Chemiekonzern Dow bietet rund 7,2 Prozent, hatte seine Ausschüttung allerdings 2025 gekürzt und verzeichnete zuletzt auch Bilanzverluste. Northland Power aus Kanada schüttet monatlich aus und kommt auf etwa 5,4 Prozent. Beim ebenfalls monatlich zahlenden Öl- und Gasproduzenten Peyto liegt die Rendite bei rund 5,3 Prozent, allerdings bei deutlich stärkeren Schwankungen.
Spekulation, Staatsfinanzen und persönlicher Wohlstand
Die hohe Risikobereitschaft südkoreanischer Anleger hat möglicherweise auch gesellschaftliche Ursachen. Glücksspiel ist in Südkorea grundsätzlich verboten und nur in wenigen, stark regulierten Bereichen zulässig. Das Verbot kann selbst für südkoreanische Bürger gelten, die im Ausland spielen.
Dass Glücksspiel und Börsenspekulation teilweise als Substitute fungieren können, legt eine Untersuchung aus Taiwan nahe: Nach der Legalisierung von Glücksspiel gingen dort die Börsenumsätze um bis zu zehn Prozent zurück. In Südkorea könnten zusätzlich Probleme bei der Altersvorsorge eine Rolle spielen. Nach Interviews mit koreanischen Marktteilnehmern scheiden offenbar manche Beschäftigte bereits vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Arbeitsmarkt aus und versuchen, die verbleibende Zeit bis zum Rentenbeginn finanziell zu überbrücken.
Die Entwicklung des ETF-Marktes reicht dabei weit über Südkorea hinaus. Single-Stock-Produkte mit Hebel gewinnen auch in anderen Ländern an Bedeutung. Der Begriff ETF beschreibt heute deshalb vor allem die Produkthülle. Über den Inhalt und dessen Risiko sagt er allein wenig aus.
Zum Schluss führt der Blick zurück nach Deutschland. Ein AAA-Rating bewertet nicht, wie produktiv oder wirtschaftlich erfolgreich ein Land grundsätzlich ist. Entscheidend ist vor allem, ob der Staat seinen Schuldendienst leisten und sich refinanzieren kann. Dazu zählt auch seine Fähigkeit, Einnahmen zu erhöhen oder Leistungen zu reduzieren.
Für den Einzelnen stellt sich damit die Frage nach der eigenen Einkommensentwicklung. Wenn Abgaben steigen und staatliche Leistungen sinken, können Gehaltssteigerungen, die früher einen realen Wohlstandsgewinn ermöglichten, künftig kaum noch ausreichen. Drei Prozent mehr Einkommen könnten unter solchen Bedingungen mit realen Einbußen einhergehen. Möglicherweise wären fünf Prozent oder mehr erforderlich, um den Lebensstandard zu halten.
Damit gewinnen jene Faktoren an Gewicht, die sich unmittelbar beeinflussen lassen: die eigene berufliche Position, der Arbeitgeber oder bei Selbständigen die Kundenstruktur und die Frage, welche Einkommenssteigerungen dauerhaft realistisch sind.
Eine weitere Konsequenz zeigt sich in der Abwanderung. Viele Menschen verlassen jedes Jahr Deutschland, darunter viele gut ausgebildete, gut verdienende und vermögende Personen. Andere entscheiden sich aus ebenso rationalen Gründen für das Bleiben. In beiden Fällen bleibt entscheidend, die eigenen Rahmenbedingungen zu prüfen und jene Parameter zu gestalten, auf die tatsächlich Einfluss besteht.
Haftungsausschluss
Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.
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