Blitzlicht: Das Ende der Geldanlage – Folge 020

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Höhere Zinsen, KI und Dividenden

Die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen in den USA hat zuletzt einen Dämpfer erhalten. Gleichzeitig verändern sich die Kapitalmärkte an mehreren Stellen gleichzeitig: Tech-Konzerne beginnen Dividenden zu zahlen, Rohstoffpreise ziehen erneut an und die Diskussion um künstliche Intelligenz reicht inzwischen bis zur Frage, ob klassische Arbeit und Geldanlage langfristig überhaupt noch notwendig sind. In der aktuellen Blitzlicht-Folge beleuchten wir diese Entwicklungen – zwischen Geldpolitik, Inflation, internationalen Aktienmärkten und technologischen Umbrüchen.

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  • 0:00:00 Intro und Start der Blitzlichter
  • 0:00:14 Höhere Zinsen bleiben wahrscheinlich
  • 0:03:49 Wie die US-Notenbank wirklich funktioniert
  • 0:06:12 Streit innerhalb der Fed nimmt zu
  • 0:08:27 Neue Möglichkeiten bei Trading 212
  • 0:11:04 Tech-Konzerne entdecken Dividenden
  • 0:13:02 Inflation treibt Rohstoffpreise nach oben
  • 0:16:58 Pfizer wird zur möglichen Dividendenfalle
  • 0:19:41 Südkorea erlebt einen Börsenboom
  • 0:22:10 Neue Rohstoff-ETPs für Income-Anleger
  • 0:24:01 Elon Musk erklärt das Ende der Arbeit
  • 0:27:22 Diese Dividendenwerte zahlen jetzt aus
  • 0:34:26 Income Shares erweitert die Produktpalette
  • 0:35:12 Warum Tankstellenpreise reguliert werden
  • 0:36:55 KI und Roboter verändern die Arbeitswelt
  • 0:41:23 Warum Arbeit so schnell nicht verschwindet

Die Fed signalisiert Zurückhaltung

In den USA hat sich das „Higher for Longer“-Szenario inzwischen gefestigt. Nach den starken Zinserhöhungen der Jahre 2022 und 2023 sind die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen zuletzt deutlich zurückgenommen worden. Besonders sichtbar ist das am langen Ende des Anleihemarktes. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind zuletzt von rund vier auf knapp 4,4 Prozent gestiegen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie überschüssige Liquidität angelegt wird. Kurzlaufende sichere Anlagen bieten zwar wieder höhere Renditen, langfristig bleiben Aktien dennoch ein zentraler Bestandteil der Vermögensanlage. Gerade werthaltige Titel können in Inflationsphasen Preissteigerungen weitergeben und damit Dividenden und Kurse stabilisieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Struktur der US-Notenbank. Das entscheidende geldpolitische Gremium ist das Federal Open Market Committee (FOMC), das aus Mitgliedern des Board of Governors, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York sowie regionalen Notenbankpräsidenten bestehe. Die langen Amtszeiten sind bewusst gewählt worden, um kurzfristigen politischen Einfluss zu begrenzen.

Besonders bemerkenswert war die jüngste Sitzung. Zwar blieb der Leitzins unverändert, allerdings habe es ungewöhnlich viele Abweichler gegeben. Innerhalb des Gremiums werde inzwischen deutlich sichtbarer über den künftigen Kurs gestritten. Zudem wird Jerome Powell dem FOMC auch nach seiner Zeit als US-Notenbankchef als normales Mitglied erhalten bleiben. Daraus lässt sich ableiten, dass die geldpolitische Richtung weniger eindeutig erscheint als noch vor einigen Monaten.

Dividenden erreichen die Tech-Branche

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge liegt auf einem Wandel im Technologiesektor. So beginnen immer mehr große Wachstumsunternehmen, Dividenden auszuschütten. Neben Meta gilt das inzwischen auch für weitere große US-Technologiewerte.

Das könnte auf eine strukturelle Veränderung hindeuten. Viele dieser Unternehmen sind mittlerweile so profitabel, dass sie nicht mehr sämtliche Mittel reinvestieren müssen. Gleichzeitig passt das frühere „Growth only“-Narrativ weniger gut in eine Welt dauerhaft höherer Zinsen. Die Ausschüttungen fallen zwar bislang meist noch niedrig aus, dennoch erweitere sich damit der Kreis potenzieller Income-Investments.

Auch neue börsengehandelte Produkte im Rohstoffbereich werden angesprochen. Income Shares hat zuletzt mehrere zusätzliche ETPs auf Rohstoffe und Minengesellschaften aufgelegt, darunter Produkte auf Öl, Uran sowie Gold- und Silberminen. Der Hintergrund ist vor allem die starke Nachfrage nach den bestehenden Gold- und Silberstrategien.

Inflation bleibt ein Thema

Die Rohstoffpreise steigen auf breiter Front. Neben höheren Benzin- und Dieselpreisen sind zuletzt vor allem Düngemittel deutlich teurer geworden. Teilweise haben sich die Preise für Phosphat, Kali oder Stickstoffdünger vervielfacht.

Das hat in mehreren Regionen dazu geführt, dass Landwirte Anbauflächen reduzierten. Für Europa sind die Ernteprognosen bereits gesenkt worden. Die Entwicklung kann sich in Form steigender Lebensmittelpreise bemerkbar machen, in ärmeren Ländern unter Umständen auch deutlich dramatischer.

Auch Gold und Silber hätten zuletzt wieder zugelegt. Als mögliche Erklärung kommt neben steigenden Inflationserwartungen die Eindeckungen von Leerverkäufern in Betracht

Hohe Dividenden als Warnsignal

Im späteren Verlauf des Gesprächs gehen wir auf einzelne Dividendenwerte ein. Besonders ausführlich sprechen wir über Pfizer. Der Pharmakonzern wird inzwischen mit einer Dividendenrendite von über sechs Prozent gehandelt. Ursache dafür ist allerdings vor allem der deutliche Kursrückgang der vergangenen Jahre.

Die Diskussion um Pfizer lässt sich daher als typische „Yield Trap“-Debatte charakterisieren. Die Dividende erscheine zwar weiterhin verdient, gleichzeitig deuten die hohe Ausschüttungsrendite und die rückläufigen Wachstumserwartungen auf operative Probleme hin. Gerade in Branchen, die traditionell niedrigere Dividendenrenditen aufweisen, könne eine stark steigende Rendite ein Warnsignal sein.

Daneben werden mehrere klassische Ausschüttungswerte erwähnt, darunter BMW, BNP Paribas, Crédit Agricole, UPS sowie der südamerikanische Brauereikonzern AB InBev. Dabei geht es weniger um konkrete Kaufempfehlungen als um Unterschiede bei Kontinuität, Ausschüttungsquoten und Kursentwicklung.

Die Frage nach der Zukunft der Arbeit

Der thematisch ungewöhnlichste Teil der Folge dreht sich um Aussagen von Elon Musk zur Zukunft von Arbeit und Geldanlage. Musk hatte zuletzt erklärt, künstliche Intelligenz und humanoide Roboter könnten langfristig nahezu alle produktiven Tätigkeiten übernehmen. Arbeit werde dann optional, Armut und klassische Sparnotwendigkeit könnten verschwinden.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf Entwicklungen in der Robotik. Besonders beeindruckt hat mich zuletzt ein Halbmarathon in Peking, bei dem autonoe Roboter erstmals Menschen geschlagen und sogar den Weltrekord deutlich unterboten haben. Der heutige Entwicklungsstand ist dabei gleichzeitig „der schlechteste“.

Mein Konterpart sieht die Entwicklung differenzierter. Zwar werden repetitive digitale Tätigkeiten zunehmend automatisiert, gleichzeitig entstehen neue Aufgabenfelder. Viele Prozesse müssen weiterhin überwacht werden, zum Beispiel in hochautomatisierte Fabriken, in denen trotz umfassender Robotisierung weiterhin zahlreiche Menschen beschäftigt sind.

Am Ende bleibt die Diskussion bewusst offen. Die technologischen Fortschritte sind offensichtlich, ebenso die zunehmende Automatisierung. Gleichzeitig sehen wir bislang keine Anzeichen dafür, dass Arbeit insgesamt verschwindet. Eher wird sich ihre Struktur verändern.

Haftungsausschluss

Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.

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