Steuern – Wie werden Einkünfte aus Hochdividendenwerten deklariert?

Zahleiche Praxistipps und eine Vorlage für die Steuererklärung

„Der Bürger liebt sein Finanzamt mit der gleichen Leidenschaft wie der Metzger den Vegetarier.“ Zum diesem eher frostigen Verhältnis beigetragen hat ganz unabhängig von der Steuerlast freilich auch die Komplexität der Materie. Ein Rendezvous mit selbiger gilt seit jeher wahrlich nicht als vergnügungssteuerpflichtig. Hierin unterscheidet sich das deutsche Steuerrecht übrigens kaum von dem der meisten anderen Länder. Die immer wieder gern kolportierte Anekdote, der Großteil der weltweiten Steuerliteratur sei auf deutsch verfasst ist in Wahrheit eine Großstadtlegende.

Angesichts dieses jährlich wiederkehrenden Sisyphosarbeit schrieb mir ein Leser von „Bargeld statt Buchgewinn“ bezüglich der Ausschüttungen von Hochdividendenwerten: „Wie nervig ist das mit der Steuererklärung. Wie tief muss man sich da in den Dschungel der Doppelbesteuerungsabkommen begeben, um wirklich die Rendite zu realisieren, die möglich ist. D. h. Bequemlichkeit wird hier wirklich bestraft.“ Ein Leser meines Blogs wiederum eröffnete mir fast zeitgleich in einem Gespräch, allein der in diesem Zusammenhang vermutete Aufwand würde ihn davon abhalten, eine Einkommensstrategie über börsennotierte Wertpapiere abzubilden.

Depotverwaltung und Excel-Vorlage

Um zumindest diesem Papiertiger einen Zahn zu ziehen, möchte ich in diesem Beitrag erläutern, wie ich alljährlich die Veranlagung meiner Einkünfte aus Hochdividendenwerte gegenüber dem Finanzamt erkläre.

Ein Hinweis vorab: Meine Wertpapiere lasse ich aus mehreren Gründen in einem Auslandsdepot verwalten. Das bedeutet der Broker berechnet die in Deutschland fällige Abgeltungssteuer nicht und führt diese auch nicht ab. Aufgrund der Höhe der Einkünfte bin ich daher zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet und komme um eine entsprechende Protokollierung der Erträge ohnehin nicht herum; gleichwohl empfehle ich auch allen Anlegern mit Inlandsdepot und automatischer Abführung der Abgeltungssteuer identisch vorzugehen (die Begründung folgt weiter unten).

Zu diesem Zweck habe ich am Ende des Beitrags eine Excel-Tabelle zur freien Verfügung gestellt, die frei heruntergeladen und leicht den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden kann. Dabei handelt es sich um eine einfache, von mir entworfene Vorlage, die ich selbst als Protokoll nutze und der Steuererklärung alljährlich als Anlage beifüge; bisher ohne eine einzige Beanstandung durch das zuständige Finanzamt. Richtig geführt lassen sich die automatisch zusammengefassten Daten leicht in die entsprechenden Steuerformulare übertragen. Um die nachfolgenden Ausführungen besser verdeutlichen zu können habe ich je einen US-amerikanischen und einen australischen Hochdividendenwert mit den entsprechenden Daten gemäß Steuererklärung von 2016 unverändert stehen gelassen.

Steuern - Steuerformulare
Von der Wiege bis zur Bahre: Steuerformulare, Bildquelle: Mattes via Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Und wie immer, wenn das inländische Steuerrecht betroffen ist, gilt: Die nachfolgenden Ausführungen geben meine persönliche Ansicht und Erfahrung wider (siehe auch den Haftungsausschluss). Sie stellen keine steuerliche Beratung dar. Für rechtssichere Informationen und individuelle Auskünfte ist der Gang zum Steuerberater unerlässlich.

Am besten in einem Rutsch

Der aus meiner Sicht wichtigste Grundsatz zuerst: Je nach Portfolio fließen Einkommensinvestoren eine Vielzahl von Einzelausschüttungen zu. Es ist müßig (und auch nicht nötig), jede einzelne Zahlung nach deren Eingang in der Tabelle zu erfassen. Ich handhabe es so, dass ich sämtliche Einträge für einen Veranlagungszeitraum im jeweiligen Folgejahr vornehme. Und zwar auf einmal und in einem Zug. Grundlage hierfür sind die Dividendenmitteilungen der Bank oder des Brokers (je nach Institut hat das Dokument einen anderen Namen). Auch diese füge ich übrigens als Anlage und Zahlungsnachweis immer der Steuererklärung bei. Die entsprechenden Zahlungen übertrage ich in der Originalwährung in die jeweilige Monatsspalte.

Praxisbeispiel: Die australische Spark Infrastructure Group, nicht zu verwechseln mit der hier bereits besprochenen US-amerikanischen Spark Energy, hat im Jahr 2016 zwei Ausschüttungen vorgenommen. Eine im März in Höhe von 285,03 sowie im September in Höhe von 203,00 australischen Dollar. Der US-amerikanische Alpine Global Premier Properties Fund schüttet monatlich aus, daher sind für Januar bis November Einträge von jeweils um die 80 US-Dollar zu verzeichnen (die Dezemberausschüttung erfolgte wegen der Lage der Feiertage erst im Januar 2017).

Historische Wechselkurse

Diese Beträge sind nun aber noch in Euro umzurechnen, und zwar einzeln und nicht in Summe (das heißt Anleger können sich steuerrechtlich je nach Wechselkurs besser oder schlechter stellen). Hierzu nutze ich einen der zahlreichen kostenlosen Dienste, der historische Wechselkurse zur Verfügung stellt, beispielsweise der von TransferMate.

Aus Gründen der Vereinfachung bevorzuge ich monatliche Durchschnittswerte (auf Basis der täglichen Mittelkurse). Das macht es deutlich leichter, vor allem wenn in einem Monat mehrere Zahlungen an unterschiedlichen Tagen eingehen. Hier ist mein Favorit eindeutig Oanda. Zu beachten ist bei diesem Anbieter allerdings, dass die historischen Wechselkurse in der freien Version maximal 180 Tage zurückreichen. Hier müssen also die entsprechenden Werte zumindest einmal in der Jahresmitte zwischengespeichert werden.

Praxisbeispiel: In der Excel-Tabelle zu sehen sind die jeweiligen Wechselkurse (Euro in australischen Dollar, kanadischen Dollar und US-Dollar) für Januar bis Dezember in der Spalte direkt nach dem Ausschüttungsbetrag in Originalwährung. In der dritten Spalte findet dann automatisch die Umrechnung in Euro statt.

Ein Zwischenfazit

Damit ist der arbeitsintensivste Part bereits abgeschlossen. In den Spalten „AM“ und „AN“ werden im Excel-Dokument je Wertpapier die über das gesamte Jahr zugeflossenen Ausschüttungen in Originalwährung respektive Euro zusammengezählt. Per Hand ergänzt werden müssen noch jeweils in den Spalten „AQ“ und „AS“ die gezahlte und die anrechenbare Quellensteuer, ebenfalls je Wertpapier.

Die gezahlte Quellensteuer ergibt sich dabei unmittelbar aus den Dividendenmitteilungen der Bank. Ihre Höhe kann übrigens bereits vor Kauf des Wertpapiers bei der Bank oder dem Broken angefragt werden, um eventuelle Überraschungen von vorne herein ausschließen zu können. Die anrechenbare Quellensteuer kann den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) entnommen werden. Sie beträgt aktuell bei australischen Titeln 15 bei kanadischen und US-amerikanischen Wertpapieren 15 beziehungsweise 25 Prozent (je nach Instrument). Änderungen in diesem Bereich sind übrigens äußerst selten, so dass sich der Rechercheaufwand sehr in Grenzen hält. Die jeweiligen Beträge in Euro werden wiederum automatisch ermittelt.

Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Einkommensinvestoren, egal ob mit Inlands- oder Auslandsdepot, sollten strikt darauf achten, dass die gezahlte Quellensteuer maximal der anrechenbaren Quellensteuer entspricht – sonst wird es tatsächlich kompliziert und bürokratisch. An dieser Stelle möchte ich aus Platzgründen auf Kapital 17.4 in „Bargeld statt Buchgewinn“ verweisen.

Der „Return of Capital“

Nun gibt es da noch die ominöse Spalte „AO“ mit der Bezeichung „Return of Capital“ (ROC). Sie ist der Grund, warum auch Einkommensinvestoren mit Inlandsdepot und automatischer Berechnung sowie Abführung der Abgeltungssteuer eventuell doch die Erträge wie hier beschrieben festhalten sollten. Zudem ermöglicht dieses Vorgehen eine rasche Analyse des Zahlungsstroms und der Nettorendite.

Zahlreiche kanadische und US-amerikanische (nicht jedoch australische) Hochdividendenwerte schlüsseln nach jedem Geschäftsjahr in einem standardisierten Dokument die Zusammensetzung ihrer getätigten Ausschüttungen auf. Die Dokumente können auf der jeweiligen Seite des Wertpapieremittenten, meist unter der Rubrik „Investor Materials“ beziehungsweise „Tax Forms“ abgerufen werden. Die Aufschlüsselung selbst erfolgt nach drei Kategorien beziehungsweise Quellen:

  • „dividend/other income“ (Erträge aus Dividenden und sonstige Einkünfte)
  • „capital gain“ (Erträge aus realisierten und nicht realisierten Kapital- beziehungsweise Kursgewinnen)
  • „return of capital“ (Kapitalrückzahlungen)

Ausschüttungen, die auf Dividenden, sonstigen Erträgen und Kapitalgewinnen beruhen unterliegen der Einkommenssteuer. Kapitalrückzahlungen sind von dieser hingegen in der Regel befreit. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Abschreibungen auf die historischen Anschaffungskosten des Anlagevermögens, die zwar den Bilanzgewinn, nicht jedoch den Einnahmeüberschuss drücken. Dies hat für die Anleger zwei Konsequenzen. Zum einen wird ihnen die auf die Kapitalrückzahlung zuvor abgezogene Quellensteuer im Folgejahr – wenn der ROC feststeht – durch die Zahlstelle erstattet (bei einer guten Depotbank sollte das übrigens automatisch erfolgen). Zum zweiten müssen sie hierzulande lediglich den Ertragsanteil der Ausschüttung versteuern. In Kombination erhöht dies also die erzielbare Nettorendite. Zu diesem Zweck füge ich daher stets die entsprechenden „Tax Forms“ der Steuererklärung als Anlage bei.

Praxisbeispiel: Der Alpine Global Premier Properties Fund hat auf seine Ausschüttungen im Jahr 2016 einen ROC in Höhe von 39,7 Prozent deklariert, der zu versteuernde Ertragsanteil an den Ausschüttungen beträgt also 60,3 Prozent. Die Höhe des ROC ist in der Spalte »AO« eingetragen. In der Spalte »AP« werden automatisch die zu versteuernden Einkünfte errechnet, in der Spalte »AT« die anrechenbare Quellensteuer (die dann natürlich ebenfalls nur zu 60,3 Prozent berücksichtigt werden kann). Die auf den ROC im Jahr 2016 gezahlte Quellensteuer wurde mir übrigens im Frühjahr 2017 zurücküberwiesen. Bei der Spark Infrastructure Group handelt es sich um ein australisches Wertpapier, welches keine ROC ausweist. Der entsprechende Eintrag in der Spalte »AO« beträgt daher null.

Übertrag in die Steuererklärung

In den Zeilen 27 bis 31 erfolgt ebenfalls automatisch eine Berechnung der Summen entsprechend der Originalwährungen. Warum nach Währungen? Weil so der obligatorische Übertrag in die Anlage AUS der Steuererklärung am einfachsten zu bewerkstelligen ist. Hier muss nämlich nur noch in Zeile 4 der Anlage AUS der entsprechende Staat, in Zeile 5 als Quelle „Wertpapierausschüttungen“, in Zeile 7 die Höhe der jeweiligen Einkünfte (Spalte B der Excel-Tabelle) und in Zeile 11 die anrechenbare Quellensteuer (Spalte C der Excel-Tabelle) eingetragen werden.

Praxisbeispiel: Für den Staat »Australien« betragen die Einkünfte »329,40« und die anrechenbare Quellensteuer »0«, für »USA« belaufen sich die Werte auf »511,16« beziehungsweise »76,67« (alles in Euro).

Damit sind wir allerdings noch nicht ganz am Ende. Da es sich hier nicht nur um ausländische Einkünfte handelt, sondern auch um solche aus Kapitalvermögen, ist in der Anlage KAP in Zeile 15 einmal die Gesamtsumme der Einkünfte gemäß Anlage AUS zu deklarieren.

Praxisbeispiel: In diesem Fall summieren sich die Einkünfte auf 840,55 Euro (Zeile 31 der Excel-Tabelle), somit ist in Zeile 15 der Anlage KAP »840,55« einzutragen.

Abschließende Anmerkungen

Generell müssen Einkünfte aus Kapitalvermögen nur dann erklärt werden, wenn hierfür keine Abgeltungssteuer abgeführt wurde und sie insgesamt in einem Kalenderjahr den Sparer-Pauschbetrags übersteigen. Dieser beträgt 801,00 Euro für Alleinstehende und 1.602,00 Euro für Verheiratete. Für ambitionierte Einkommensinvestoren ist diese Grenze also relativ schnell, in der Regel mit einer niedrigen fünfstelligen Investition in Hochdividendenwerte, erreicht.

Steuern - Bundesministerium der Finanzen (Berlin)
Bundesfinanzministerium in Berlin – Sachverwalter der Komplexität, Bildquelle: Peter Kuley via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)

Wer es sich ganz einfach machen möchte, kann seine Hochdividendenwerte natürlich auch in einem Inlandsdepot verwahren. Hierbei ist lediglich wie oben angemerkt auf die Höhe der zu zahlenden sowie der anrechenbaren Quellensteuer zu achten. In diesem Fall könnten Anleger sogar auf die jährliche Datenerhebung (allerdings auch den ROC-Vorteil) verzichten. In dieser speziellen Konstellation sollten Einkommensinvestoren allerdings auf den Erwerb kanadischer Income Trusts (siehe den Hochdividenden-Report) verzichten. Grund dafür ist eine Stellungsnahme des Bundesministeriums der Finanzen ausschließlich zu diesem Instrument. Details finden sich ebenfalls in „Bargeld statt Buchgewinn“. Und ja, dies ist nur eine von zahlreichen Sonderregelungen, die es in einigen wenigen Fällen zu beachten gilt. Nichtsdestotrotz greift hier das Paretoprinzip: Ein diversifiziertes Hochdividendendepot lässt sich mit der im Vorfeld ohnehin notwendigen Recherche problemlos „steuerrobust“ gestalten.

Das hier dargestellte Prozedere mag dem einen oder anderen Leser immer noch recht umfangreich erscheinen. Das dürfte dann allerdings vor allem an der sehr detaillierten Erklärung liegen. Tatsächlich kostet mich dieser Part der Steuererklärung jährlich etwa zwei Stunden. Mit ein wenig Übung ist das problemlos reproduzierbar, sofern Anleger nicht ohnehin den Weg der Inlandsverwaltung beschreiten. Hochdividendenwerte sind damit so oder so das „passivste“ aller passiven Einkommen!

> Zur Vorlage mit Praxisbeispielen (XLS) <

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17 Antworten auf „Steuern – Wie werden Einkünfte aus Hochdividendenwerten deklariert?“

  1. Ich zitiere: „Generell müssen Einkünfte aus Kapitalvermögen nur dann erklärt werden, wenn sie in einem Kalenderjahr den Sparer-Pauschbetrags übersteigen.“

    Können Sie mir die Vorschrift zeigen, wonach die Einkünfte aus Kapitalvermögen deklariert werden müssen, sobald man den Sparerpauschbetrag überschritten hat?

    Es ist falsch! Die Abgeltungssteuer wurde von der Bank eingezogen und sofern man durch eine Günstigerprüfung nichts zurückerwartet, sollte man auch keine Anlage KAP ausfüllen. Und ein Muss gibt es nur in einem Fall: Wenn man sich bei ausländischen Brokern herumtreibt, die mit dem deutschen Fiskus nicht zusammenarbeiten.

  2. Danke für den Hinweis! Die zitierte Aussage bezieht sich in der Tat auf die Fälle, in denen Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht oder nicht vollständig von einer inländischen Bank erfasst werden. Bei Einkommensinvestoren mit ausschließlich heimischem Konto und Depot führt der Anbieter die Abgeltungssteuer automatisch ab. In diesem Fall müssen die Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht deklariert werden. Die Textpassage habe ich entsprechend präzisiert.

  3. Jetzt kommt in Deutschland das neue Investmentgesetz. nach diesem werden Steuern auf die Kursdifferenz eines Fonds auferlegt. So wie ich es bisher erlesen habe müssen Anleger eines ausländischen Fond selbst dies in der Steuererklärung angeben. Wenn ja, würde dies die ganze Sache nicht noch mehr verkomplizieren und unattraktiver machen. Ebenfalls soll einbehaltene ausländische Quellensteuer eines im Ausland aufgelegten Fond nicht angerechnet werden dürfen. Wissen Sie etwas Näheres?

    beste Grüße Hans-Jürgen

    1. Ich habe mir die relevanten Passagen im Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG) nach dessen Verabschiedung durchgelesen und ausgewertet.

      Hier in aller Kürze meine persönliche Rechtsauffassung: Das Gesetz betrifft ausschließlich Investmentfonds. Das heißt alle anderen Wertpapiere sind von den neuen Besteuerungsregeln nicht betroffen. Im Bereich der Hochdividendenwerte betrifft das neben allen Einzelanlagen wie Aktien und Anleihen auch einen Großteil der Sammelanlagen. So sind zum Beispiel Closed-end Funds, Income Trusts, Stapled Securities und andere rechtlich betrachtet keine Investmentfonds, sondern aktienähnliche Holdinggesellschaften. Hier dürfte sich also nichts ändern.

      Greifen könnte das InvStRefG also vor allem bei Hochdividenden-ETF, sofern diese Investmentfonds im Sinne des Gesetzes sind. Das ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn Fonds der OGAW- beziehungsweise AIF-Richtlinie der Europäischen Union entsprechen. Voraussetzung hierfür ist wiederum, dass der Fonds hierzulande zum Vertrieb zugelassen ist und von der heimischen Finanzaufsicht überwacht wird. Genau dies ist aber bei vielen Hochdividenden-ETF nicht der Fall!

      In Summe dürften damit nur wenige Wertpapiere verbleiben, die ab 01.01.2018 tatsächlich unter das neue Gesetz fallen. Ich werde den Kommentar auf jeden Fall zum Anlass nehmen, noch in diesem Jahr einen Blogbeitrag zu Thema zu verfassen.

  4. Hallo Hr. Pazos,

    ich habe eine Verständnisfrage zu diesem Beispiel. Sind die Erträge in der Excel Tabelle von AWP brutto? Mit komplett einbehaltener Quellensteuer (-30%)? Oder mit „ermäßigten“ Steuerabzug (-15%)?

    beste Grüße

    1. Hallo,
      bei mir werden auf die Ausschüttungen des AWP 15 Prozent Quellensteuer einbehalten. Das ist meines Erachtens auch korrekt. Der AWP ist ein Closed-end Fund und wird gemäß Doppelbesteuerungsabkommen USA-Deutschland mit diesem Satz besteuert. Haben Sie gegenteilige Erfahrungen? Kennen Sie eine Verwahrstelle, die 30 Prozent einbehält?

      Beste Grüße und schönen Sonntag
      Luis Pazos

      1. Mein erster Broker war die NIBC direkt und mein erster US-Wert MAIN Street Capital. Leider stellte ich erst nach Erhalt der Dividende fest, dass ich die Dividende mit kompletten 30% Quellensteuerabzug bekommen habe. Die freundlichen Mitarbeiter der Bank teilten mir mit, dass die NIBC kein Abkommen mit den US-Behörden unterzeichnet habe, deswegen die volle Besteuerung. Ergo wechsel zu einem Broker mit „US-Zulassung“ der reduzierten US-Quellensteuer. Jetzt ärgert mich MIFID 2 und die Investmentsteuerreform. Ergo Depotumzug ins Ausland. Da für mich das Thema Auslandsbroker noch fremd ist, ist für mich die Quellensteuerbehandlung unklar. Und der Teufel ist ein Eichhörnchen.

        beste Grüße

          1. Sie hatten sich doch vorgenommen Captrader zutesten. Gibt es schon erste persönliche Erfahrungen? Captrader steht zur Zeit bei mir als erste Wahl für einen Wechsel des Brokers.

            beste Grüße

          2. Das habe ich in der Tat! Ich werde meine Erkenntnisse aufbereiten und als Blogbeitrag veröffentlichen. Um das Fazit vorwegzunehmen: Einfache Kontoeröffnung, sehr guter telefonischer Service, einfach zu bedienendes Portal – hier lassen sich selbst sehr exotische Wertpapiere finden. Einziger Wermutstropfen ist der Handel mit Fremdwährungen (das geht nur über ein separates Programm). Das lässt sich allerdings gut verkraften, wenn man einmal weiß wie es geht.

            Beste Grüße
            Luis Pazos

  5. Hallo Luis,
    Danke für den Artikel, eine sehr hilfreiche Orientierung! Ich habe letztes Jahr bei Captrader mein erstes Auslandsdepot eröffnet und bin daher hiermit „dran“. Dazu eine Frage und eine Anmerkung bzgl. RoC.
    Mein Steuerprogramm fragt mich, ob ich Angaben zu „auf Dauer angelegten Geschäftsbeziehungen zu Finanzinstituten im Ausland“ machen möchte. Ich nehme an das möchte man in der Lage tun? Klingt schon so verlockend.
    Zum RoC ein Beispiel vom Captrader. Ich habe da ein paar ECC Shares, vor einigen Wochen wurden da kommentarlos ein paar USD Quellensteuer für Ausschüttungen aus 2017 erstattet.
    Bei meinem OnVista Depot kam das für ein anderes US Papier kürzlich mit einem Reigen an Stornos und Neuabrechnungen.

    1. Hallo Mirko,
      sehr gerne!

      Zu Deiner Frage: Im Mantelbogen der Steuererklärung wird die besagte Information zu „auf Dauer angelegte Geschäftsbeziehungen zu Finanzinstituten im Ausland“ abgefragt. Die korrekte Antwort ist ja, wenn Du ein Konto, Depot oder eine Versicherung außerhalb Deutschlands unterhältst. Dies ist bei CapTrader der Fall. CapTrader stellt lediglich den Service in Deutschland sicher, das Depotselbst wird von Interactive Brokers in England geführt.

      Zum ROC: Die meisten Broker, die ich kenne, erstatten die zuviel gezahlte US-amerikanische Quellensteuer kommentarlos zu Anfang des Folgejahres. Dies erfolgt in der Regel dadurch, dass die alte Buchung storniert und die Dividende neu abgerechnet wird.

      Beste Grüße
      Luis

  6. Hallo Luis,

    danke sehr und weiter so!
    Da hast du dir im deutschsprachigen Raum eine schöne Nische innerhalb der Finanzblogs gesucht.

    Gruß,
    Mirco

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