Kurzrezension – Vom Intelligenten Investieren: Zeitlose Prinzipien für erfolgreiche Investments

Titelbild von Vom intelligenten Investieren

Von Thorsten Polleit, 200 Seiten, 14,99 Euro, FinanzBuch Verlag 2019.

Aktiv oder passiv? Das ist zumindest für Wertpapieranleger die Gretchenfrage der Gegenwart. Möglich gemacht haben sie die Indexfonds aus der Alchemistenküche der Modernen Portfoliotheorie. Mit dem First Index Trust schickte die Vanguard Group um John C. Bogle vor über 40 Jahren den ersten seiner Art in den USA ins Rennen.

Die möglichst kostengünstige Orientierung am Mittelmaß, sprich dem Index, empfiehlt auch Dr. Thorsten Polleit in der jüngsten Publikation aus seiner Feder – zumindest für all diejenigen Investoren, die sich nicht zutrauen, den Markt systematisch zu schlagen. Allen anderen möchte er in insgesamt 34 Lektionen das Rüstzeug an die Hand geben, genau dies zu schaffen. Wie das? Nicht durch „Market Timing“, wovon der Autor ausdrücklich abrät, sondern durch eine überlege Auswahl weniger, dafür „großartiger Unternehmen“, deren Preis unter dem Wert notiert, durch lupenreines Value Investing also, das sich an den Strategien der Großmeister der Disziplin wie Benjamin Graham, Warren Buffet oder Charlie Munger orientiert.

Das Buch lehnt sich dabei an Finanzkolumnen an, die der Autor, im Hauptberuf Chefvolkswirt bei Degussa, im Laufe der letzten knapp zwei Jahre regelmäßig für die WirtschaftsWoche verfasst hat. Nichts desto trotz ist der Text aus einem Guss, die einzelnen Kapitel synchron aufeinander abgestimmt. Inhaltlich vollzieht Polleit, einer der öffentlichkeitswirksamsten Vertreter der Österreichischen Schule im deutschsprachigen Raum, einen finanzwirtschaftlichen Rundumschlag, der neben der „richtigen“ Aktienauswahl auch Themen wie Inflation, Währungen, Steuern, Zentralbanken und Zinsen abhandelt. Das alles gelingt ihm ebenso unterhaltsam wie lehrreich, so dass selbst Kenner der Materie das eine oder andere Goldkörnchen finden werden.

Wer indes das faustische Ringen aktive versus passiv für sich entscheiden wird, muss einstweilen mit einem Fragezeichen versehen werden. Nach genau sechs Jahren notiert Polleits eigener, nach obigen Grundsätzen verwalteter Investmentfonds nahezu auf den Punkt mit einem vergleichbaren Indexprodukt.

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