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Zwischen Dividendenstärke und Wettbewerbsdruck
Best Buy gehört zu den bekanntesten Elektronikhändlern der USA. Während stationäre Handelsketten vielerorts unter Druck geraten und der Onlinehandel weiter Marktanteile gewinnt, gelingt es dem Unternehmen bislang, profitabel zu bleiben. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen zwar leicht rückläufige Umsätze, gleichzeitig lag der Gewinn je Aktie über den Erwartungen. Im aktuellen Börsenticker geht es deshalb um die Frage, wie belastbar das Geschäftsmodell ist und welche Perspektiven sich für Anleger ergeben.
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- 0:00:00 Best Buy trotzt dem Einzelhandelstrend
- 0:00:38 Das Geschäftsmodell von Best Buy
- 0:02:25 Die Bilanz wirkt solider als gedacht
- 0:04:49 Gewinne steigen trotz sinkender Umsätze
- 0:08:09 Die beeindruckende Dividendenhistorie
- 0:09:25 Wie sicher ist die hohe Dividende?
- 0:011:11 Konkurrenz setzt Best Buy unter Druck
- 0:12:08 Zusätzliche Einnahmen und Kreditrisiken
- 0:13:29 Konsumlaune belastet das Geschäft
- 0:14:25 Kursverlauf und aktuelle Bewertung
- 0:16:16 Warum die Aktie trotzdem günstig wirkt
- 0:17:08 Die Risiken für die kommenden Jahre
- 0:17:31 Aktienrückkäufe als kleiner Lichtblick
- 0:18:46 Warum die Börsenampel auf Rot steht
- 0:19:28 Fazit: Hohe Dividende, aber viele Risiken
Elektronikhändler mit ungewöhnlicher Dividendenhistorie
Best Buy wurde 1966 gegründet und ist heute vor allem in den USA aktiv. Das Unternehmen betreibt stationäre Filialen, verfügt aber zugleich über einen umfangreichen Onlinehandel. Mit rund 82.000 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von zuletzt 13,7 Milliarden US-Dollar zählt Best Buy weiterhin zu den größeren Einzelhändlern des Landes.
Auf den ersten Blick erinnert das Geschäftsmodell an bekannte Elektronikketten wie Saturn oder MediaMarkt. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und zusätzliche Dienstleistungen rund um technische Unterstützung, Installation und Reparaturen anzubieten.
Besonders auffällig ist die Dividendenhistorie. Seit 2004 wurde die Ausschüttung jedes Jahr erhöht. Während damals 26 Cent je Aktie gezahlt wurden, liegt die aktuelle Jahresdividende bei 3,80 US-Dollar. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 5,8 Prozent. Auch die Ausschüttungsquote bewegt sich gemessen am Gewinn bislang in einem moderaten Bereich.
Die Bilanz wirkt robuster als es zunächst erscheint
Ein Blick in den letzten Jahresabschluss zeigt eine Bilanzsumme von 14,7 Milliarden US-Dollar bei einem ausgewiesenen Eigenkapital von 2,9 Milliarden Dollar. Dem stehen Verbindlichkeiten von 11,7 Milliarden Dollar gegenüber.
Alan Galecki weist jedoch darauf hin, dass diese Zahlen leicht missverstanden werden können. Ein großer Teil der Verbindlichkeiten entfällt auf Leasing- und Mietverpflichtungen für die Filialstandorte. Seit einer Änderung der Bilanzierungsregeln werden diese Verpflichtungen in den USA gesondert ausgewiesen und erhöhen die Bilanzsumme deutlich.
Die klassischen Finanzschulden liegen dagegen bei rund 1,1 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verfügte Best Buy zuletzt über etwa 1,9 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Nach klassischer Betrachtung weist das Unternehmen damit sogar eine Netto-Liquidität auf. Ein akutes Verschuldungsproblem sieht Alan daher nicht.
Auch der Anteil immaterieller Vermögenswerte fällt vergleichsweise gering aus. Das Unternehmen ist überwiegend organisch gewachsen und hat sein Geschäftsmodell nicht durch große Übernahmen aufgebaut.
Stabile Gewinne trotz stagnierender Umsätze
Die operative Entwicklung zeigt zwei gegenläufige Trends. Während die Umsätze seit Jahren eher seitwärts laufen beziehungsweise leicht rückläufig sind, gelingt es Best Buy weiterhin, Gewinne zu erzielen.
Im vergangenen Geschäftsjahr lagen sowohl das operative Ergebnis als auch der Nettogewinn über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig blieb der Umsatz nahezu unverändert. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen seine Kostenstruktur bislang ausreichend kontrollieren konnte.
Alan beschreibt die Entwicklung deshalb als stabile Seitwärtsbewegung. Von einer klassischen Wachstumsgeschichte könne allerdings keine Rede sein. Best Buy verfüge über einen etablierten Filialbestand und einen funktionierenden Onlinehandel, wachse aber nur noch begrenzt.
Das Geschäftsmodell sei zudem durch niedrige Margen geprägt. Elektronikhändler konkurrieren vor allem über Preis und Verfügbarkeit. Dauerhafte Wettbewerbsvorteile seien deshalb schwer zu erkennen. Anbieter wie Amazon, Walmart, Target und zahlreiche weitere Händler erhöhen den Druck zusätzlich.
Bei der Interpretation einzelner Gewinnsprünge sei außerdem Vorsicht geboten. Restrukturierungsaufwendungen und Abschreibungen führten in einzelnen Jahren zu Verzerrungen. Aus größerer Perspektive betrachtet zeigt sich eher ein Bild stagnierender Umsätze und rückläufiger operativer Margen.
Wie robust ist die Dividende?
Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich schwächer entwickelt als die langfristige Betrachtung vermuten lässt. Auf Sicht von zehn Jahren liegt die Aktie zwar klar im Plus, seit dem Hoch der Pandemiephase hat sie jedoch erheblich nachgegeben.
Bei der Bewertung erscheint Best Buy zunächst günstig. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis lag zuletzt bei rund 13, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei lediglich 0,3. Gerade im Einzelhandel kann ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis ein Hinweis auf eine günstige Bewertung sein.
Alan sieht darin jedoch nur einen Teil der Wahrheit. Die Bewertung sei vor allem dann attraktiv, wenn sich Umsatz und Margen stabilisieren oder wieder verbessern. Sollte sich die Konsumnachfrage weiter abschwächen, könnten sinkende Gewinne die scheinbar günstigen Kennzahlen relativieren.
Positiv bewertet er die laufenden Aktienrückkäufe. Das Unternehmen reduziert seit Jahren den Aktienbestand und verwendet dafür mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr. Allerdings fällt der Effekt gemessen an der gesamten Marktkapitalisierung vergleichsweise überschaubar aus.
Am Ende des Gesprächs kommen wir zum gleichen Ergebnis. Dividendenhistorie und -rendite allein reichen aus unserer Sicht nicht aus, um die Risiken des Geschäftsmodells zu kompensieren. Der intensive Wettbewerb, die stagnierende Umsatzentwicklung und die Unsicherheit über die zukünftige Konsumnachfrage führen deshalb zu einer kritischen Einschätzung der Aktie.
Haftungsausschluss
Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.
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