Börsenticker: Sixt Vorzüge – Folge 026

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Wachstum, Dividende und Bewertung

Sixt gehört zu den bekanntesten deutschen Marken. Das Unternehmen ist vielen Verbrauchern vor allem als Autovermieter präsent, wirbt mit einer hohen Sichtbarkeit und zahlt derzeit eine Dividendenrendite von über fünf Prozent. Gleichzeitig wächst das Geschäft weiter, die internationale Expansion schreitet voran und die Bewertung wirkt auf den ersten Blick moderat. Ist die Sixt Vorzugsaktie eine interessante Kombination aus Wachstum und laufenden Ausschüttungen oder fallen die Risiken des Geschäftsmodells stärker ins Gewicht? Das und mehr im aktuellen Börsenticker

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  • 0:00:00 Sixt lockt mit über 5 % Dividende
  • 0:00:56 Wie aus Sixt ein Weltkonzern wurde
  • 0:05:17 Sixt wird zum Mobilitätsanbieter
  • 0:07:13 Die Bilanz wirkt stärker als gedacht
  • 0:11:11 Warum das Geschäftsmodell flexibel ist
  • 0:12:23 Woher das Wachstum noch kommt
  • 0:16:09 Die Besonderheit der Vorzugsaktie
  • 0:19:29 Wie attraktiv die Dividende wirklich ist
  • 0:20:14 Ist die Aktie aktuell fair bewertet?
  • 0:23:00 Chancen und Risiken im Überblick
  • 0:25:39 Grün oder Gelb für die Sixt-Aktie?
  • 0:26:32 Aktionärsvorteile mit nur einer Aktie
  • 0:28:02 Das größte Risiko bleibt der Zinsanstieg
  • 0:28:51 Fazit und Frage an die Zuschauer

Vom Münchner Familienbetrieb zum internationalen Mobilitätsanbieter

Die Geschichte von Sixt reicht bis ins Jahr 1912 zurück. Gegründet wurde das Unternehmen in München von Martin Sixt, der zunächst Fahrzeuge an wohlhabende Kunden vermietete. Nach zwei Weltkriegen, in denen die Fahrzeugflotte jeweils beschlagnahmt wurde, erfolgte der Wiederaufbau unter der nächsten Generation. Mit dem Aufstieg der Massenmotorisierung entstand ein flächendeckendes Vermietungsnetz in Deutschland, später folgte die internationale Expansion.

Heute ist Sixt in mehr als 100 Ländern aktiv und verfügt über eine Flotte von rund einer Viertelmillion Fahrzeugen. Das Unternehmen versteht sich längst nicht mehr ausschließlich als Autovermieter. Neben klassischen Mietwagenangeboten gehören inzwischen flexible Auto-Abonnements, Carsharing-Lösungen und weitere Mobilitätsdienstleistungen zum Angebot. Diese Leistungen werden zunehmend über digitale Plattformen und Apps gebündelt.

Der Schwerpunkt liegt weiterhin im Premiumsegment. Ein großer Teil der Flotte besteht aus Fahrzeugen deutscher Hersteller. Das trägt zu einer stärkeren Markenpositionierung und höheren Margen bei als bei vielen Wettbewerbern.

Eine Bilanz, die sich vom Branchendurchschnitt abhebt

Auf den ersten Blick wirkt die Eigenkapitalquote von rund 30 Prozent nicht außergewöhnlich hoch. Im Branchenvergleich stellt sie jedoch einen sehr soliden Wert dar. Viele Wettbewerber arbeiten mit deutlich niedrigeren Eigenkapitalquoten aus.

Auffällig ist außerdem die Struktur der Bilanz. Ein großer Teil der Vermögenswerte besteht aus kurzfristig liquidierbaren Positionen. Das hängt unmittelbar mit dem Geschäftsmodell zusammen. Sixt finanziert den Erwerb seiner Fahrzeuge überwiegend über Fremdkapital, vereinbart jedoch gleichzeitig Rückkaufkonditionen mit den Herstellern. Die Fahrzeuge verbleiben meist nur für einen begrenzten Zeitraum in der Flotte und können anschließend zu den vorher definierten Bedingungen zurückgegeben werden.

Dadurch bleibt das Unternehmen flexibel. Bei einer schwächeren Nachfrage kann die Flotte vergleichsweise schnell reduziert werden. Umgekehrt lässt sie sich bei steigender Nachfrage wieder ausbauen. Dieses Modell begrenzt die Risiken aus schwankenden Fahrzeugwerten und erhöht die Anpassungsfähigkeit an veränderte Marktbedingungen.

Eine Bilanz, die sich vom Branchendurchschnitt abhebt

Auf den ersten Blick wirkt die Eigenkapitalquote von rund 30 Prozent nicht außergewöhnlich hoch. Im Branchenvergleich stellt sie jedoch einen vergleichsweise soliden Wert dar. Viele Wettbewerber arbeiten mit deutlich niedrigeren Eigenkapitalquoten oder weisen sogar negatives Eigenkapital aus.

Auffällig ist außerdem die Struktur der Bilanz. Ein großer Teil der Vermögenswerte besteht aus kurzfristig liquidierbaren Positionen. Das hängt unmittelbar mit dem Geschäftsmodell zusammen. Sixt finanziert den Erwerb seiner Fahrzeuge überwiegend über Fremdkapital, vereinbart jedoch gleichzeitig Rückkaufkonditionen mit den Herstellern. Die Fahrzeuge verbleiben meist nur für einen begrenzten Zeitraum in der Flotte und können anschließend zu vorher definierten Konditionen zurückgegeben werden.

Dadurch bleibt das Unternehmen flexibel. Bei einer schwächeren Nachfrage kann die Flotte vergleichsweise schnell reduziert werden. Umgekehrt lässt sie sich bei steigender Nachfrage wieder ausbauen. Dieses Modell begrenzt die Risiken aus schwankenden Fahrzeugwerten und erhöht die Anpassungsfähigkeit an veränderte Marktbedingungen.

Wachstum vor allem durch die internationale Expansion

Sixt zählt seit vielen Jahren zu den wachstumsstarken Unternehmen im deutschen Nebenwertebereich. Die wesentliche Dynamik stammt inzwischen aus dem Auslandsgeschäft.

Während der deutsche Markt weitgehend etabliert ist, entstehen die stärksten Wachstumsimpulse in Nordamerika. Dort hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in den Ausbau seiner Marktposition vorgenommen. Und auch innerhalb Europas wächst das Geschäft weiter.

Die Entwicklung spiegelt sich langfristig im Aktienkurs wider. Über die vergangenen zwei Jahrzehnte konnte die Aktie deutlich zulegen, auch wenn die Kursentwicklung zwischenzeitlich von starken Schwankungen geprägt war. Besonders die Folgen der Lockdowns, Veränderungen auf dem Automarkt sowie die anschließende Zinswende beeinflussten die Geschäftsentwicklung erheblich.

Die höheren Finanzierungskosten wirken sich direkt auf die Profitabilität aus. Gleichzeitig befindet sich das Unternehmen nach Einschätzung der Gesprächspartner in einer Phase der Normalisierung, nachdem außergewöhnliche Marktbedingungen zeitweise für besonders hohe Margen gesorgt hatten.

Die Vorzugsaktie und die Dividende

Für einkommensorientierte Anleger steht vor allem die Vorzugsaktie im Fokus. Anders als die Stammaktie verfügt sie zwar über kein Stimmrecht, bietet dafür jedoch eine höhere Dividende.

Die Ausschüttungspolitik von Sixt folgt grundsätzlich der Geschäftsentwicklung. In wirtschaftlich starken Jahren steigen in der Regel auch die Dividenden. In schwächeren Phasen fallen die Ausschüttungen entsprechend niedriger aus. Die Jahre 2009 sowie die Zeit der Lockdowns zeigen, dass das Unternehmen bei Bedarf auch deutlich geringere Dividenden zahlt.

Langfristig zeigt die Entwicklung dennoch nach oben. Die Ausschüttungsquote bewegt sich meist in einem moderaten Bereich. Die aktuelle Dividendenrendite der Vorzugsaktie liegt bei rund 5,4 Prozent.

Eine Besonderheit besteht darin, dass die Gründerfamilie selbst einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen über Dividenden aus dem Unternehmen erzielt. Die Interessen von Familie und Aktionären sind dadurch eng miteinander verknüpft.

Zu beachten ist allerdings, dass Sixt nur einmal jährlich ausschüttet und die Dividende aufgrund des zyklischen Geschäftsverlaufs stärkeren Schwankungen unterliegt als beispielsweise bei Versorgern oder Versicherungen.

Bewertung zwischen Qualität und Zyklik

Bei der Bewertung ergibt sich kein eindeutiges Bild. Das Unternehmen verfügt über eine starke Marke, wächst international und weist eine solide Bilanz auf. Gleichzeitig handelt es sich um ein zyklisches Geschäftsmodell, dessen Ergebnisse von Konjunktur, Reisetätigkeit und Finanzierungskosten beeinflusst werden.

Aus unserer Sicht bewegt sich die Aktie derzeit weder in einem Bereich deutlicher Unterbewertung noch in einer klaren Übertreibung. Besonders attraktiv erscheinen historische Einstiegsgelegenheiten vor allem in Phasen erhöhter Unsicherheit oder wirtschaftlicher Schwäche.

Ein weiterer Faktor bleibt die Entwicklung der Zinsen. Da die Finanzierung der Fahrzeugflotte einen zentralen Bestandteil des Geschäftsmodells darstellt, wirken sich steigende Finanzierungskosten unmittelbar auf die Ertragslage aus. Dieses Risiko wird als einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die kommenden Jahre betrachtet.

Neben der Dividende bietet Sixt seinen Aktionären einen weiteren Vorteil. Bereits mit einer einzelnen Aktie kann ein spezieller Aktionärstarif genutzt werden, der bei Mietwagenbuchungen erhebliche Preisnachlässe ermöglicht.

Chancen, Risiken und unser Fazit

Sixt verbindet eine starke Marke mit einer langen Unternehmensgeschichte, einer vergleichsweise soliden Bilanz und einer weiterhin wachsenden internationalen Präsenz. Die Vorzugsaktie bietet eine attraktive Dividendenrendite und beteiligt Anleger am Erfolg eines familiengeführten Unternehmens.

Dem stehen die typischen Risiken eines zyklischen Geschäftsmodells gegenüber. Konjunkturelle Schwankungen, Veränderungen der Nachfrage und insbesondere das Zinsumfeld können die Ergebnisse spürbar beeinflussen. Die Bewertung bewegt sich aktuell unserer Meinung nach in einem Bereich, der weder eine klare Überbewertung noch eine offensichtliche Unterbewertung erkennen lässt. Für langfristig orientierte Einkommensinvestoren bleibt die Aktie mindestens ein interessanter Beobachtungskandidat.

Haftungsausschluss

Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.

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