Blitzlicht: Japans Zinswende – Folge 025

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Eurokrise, Goldreserven und Dividenden

Jahrzehntelang versorgte Japan die Welt mit billigem Geld. Investoren verschuldeten sich nahezu zinslos in Yen und investierten weltweit in Aktien und andere Anlagen. Doch Japans Zinswende könnte dieses Geschäftsmodell ins Wanken bringen. Droht eine Kettenreaktion an den internationalen Börsen? Wir erklären, wie diese sogenannten Carry Trades funktionieren und welche Folgen eine Rückführung japanischen Kapitals haben könnte. Außerdem diskutieren wir die neue Eurokrise, die Goldkäufe der Zentralbanken und aktuelle Entwicklungen bei dividendenstarken Wertpapieren.

Der Sponsor dieser Folge ist IncomeShares. Das Finanzunternehmen mit Sitz in Irland ist auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Anlagestrategien spezialisiert. Dabei bündelt es bewährte Optionsstrategien auf Aktien, Indizes und Rohstoffe in kostengünstigen Sammelanlagen. Investoren profitieren von monatlichen Ausschüttungen und niedrigen Gebühren. Die Produkte sind MiFID-II-konform und können von Privatanlegern in Deutschland direkt an der Börse gehandelt werden.

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  • 0:00:00 Begrüßung und Themenüberblick
  • 0:01:02 US-Zinsen steigen auf neue Höchststände
  • 0:03:04 Frankreich weckt Erinnerungen an die Eurokrise
  • 0:06:32 IncomeShares: Monatliche Ausschüttungen
  • 0:07:21 Goldförderrechte als Einnahmequelle
  • 0:10:27 Zentralbanken stocken ihre Goldreserven auf
  • 0:13:10 Dividendenklassiker überzeugen seit Jahrzehnten
  • 0:16:12 Japans Zinswende gefährdet die Weltbörsen
  • 0:19:19 Pfizer: Hohe Dividende mit Nebenwirkungen
  • 0:22:48 Erster UCITS-ETF zahlt jede Woche aus
  • 0:26:04 Fünf internationale Dividendenaktien im Blick
  • 0:30:15 Der Markt für Einkommens-ETFs wächst
  • 0:31:42 Deutschlands Rolle in der Eurokrise
  • 0:35:31 Wenn politische Risiken Wirklichkeit werden

Steigende Zinsen und die Rückkehr der Eurokrise

Die amerikanische Notenbank hat ihren Leitzins im September von 3,75 auf 4 Prozent angehoben. Die Entscheidung fiel einstimmig. Hintergrund sind insbesondere die gestiegene Kerninflation und höhere Ölpreise. Für die nächste Sitzung Ende Oktober rechnet die Mehrheit der Marktbeobachter zunächst mit unveränderten Zinsen, während für Dezember weitere Erhöhungen erwartet werden.

Auch die Renditen langfristiger amerikanischer Staatsanleihen sind gestiegen. Zehnjährige US-Treasuries rentierten zuletzt mit 5,24 Prozent und erreichten damit ein Niveau, das seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden war. Für den amerikanischen Staat verteuert sich damit die Finanzierung seiner Schulden.

In Europa zeichnet sich unterdessen eine Entwicklung ab, die Erinnerungen an die Staatsschuldenkrise vor rund 15 Jahren weckt. Damals standen Griechenland, Italien und Spanien im Mittelpunkt. Heute richtet sich der Blick zunehmend auf Frankreich.

Anfang Oktober fiel der Euro auf knapp 1,05 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit 17 Monaten. Gleichzeitig stiegen die Renditen französischer Staatsanleihen. Der Renditeaufschlag gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen erreichte zeitweise 1,5 Prozentpunkte. Frankreich muss sich damit erheblich teurer refinanzieren als Deutschland.

Die französische Staatsverschuldung beträgt inzwischen rund 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Hinzu kommen hohe Haushaltsdefizite und eine politische Blockade, die grundlegende Reformen erschwert. Auch Italien muss deutlich höhere Zinsen als Deutschland zahlen.

Damit tritt ein grundlegendes Problem der Währungsunion erneut hervor: Einer gemeinsamen Geldpolitik stehen nationale Haushalte mit unterschiedlichen Schuldenständen und wirtschaftlichen Voraussetzungen gegenüber. Solange die Kapitalmärkte diese Unterschiede kaum berücksichtigen, bleibt der Konflikt beherrschbar. Steigen die Risikoaufschläge, verschärft er sich.

Deutschland bildet weiterhin den wichtigsten Stabilitätsanker der Eurozone. Bundesanleihen gelten als vergleichsweise sichere Anlage und dienen als Referenz für andere europäische Staatsanleihen. Allerdings ist auch die deutsche Kreditwürdigkeit keine unveränderliche Größe. Steigende Staatsschulden, wachsende Ausgaben und die demografische Entwicklung könnten diese Position langfristig schwächen.

Gold, Förderrechte und bewährte Dividendenzahler

Während die Staatsverschuldung wächst, bieten Rohstoffunternehmen eine andere Form der Beteiligung an wirtschaftlichen Erträgen. Besonders interessant sind sogenannte Royalty-Gesellschaften. Sie erwerben Ansprüche auf einen Teil der Erlöse aus Rohstoffvorkommen, ohne die Minen selbst zu betreiben.

Die operativen Kosten und Risiken der Förderung trägt der jeweilige Minenbetreiber. Der Inhaber der Förderrechte erhält dagegen laufende Zahlungen, solange Rohstoffe wirtschaftlich abgebaut werden.

Ein bekanntes Beispiel ist Franco-Nevada. Das Unternehmen beteiligt sich an Förderprojekten, betreibt jedoch keine eigenen Minen. Trotz erheblicher Goldpreisschwankungen erzielte es zuletzt hohe Einnahmen. Im zurückliegenden Halbjahr belief sich der Umsatz auf rund 1,23 Milliarden US-Dollar.

Solche Geschäftsmodelle zeigen, dass Anleger nicht zwangsläufig selbst in den operativen Rohstoffabbau investieren müssen, um an dessen wirtschaftlichen Ergebnissen teilzuhaben. Die Kombination unterschiedlich reagierender Anlageklassen kann zugleich die Schwankungen eines Portfolios verringern.

Gold spielt auch für die internationalen Zentralbanken eine wichtige Rolle. Obwohl der Goldpreis zuletzt von rund 5.500 auf etwa 4.100 US-Dollar je Feinunze zurückging, stockten mehrere Notenbanken ihre Bestände auf.

Besonders Polen und China traten als Käufer hervor. Polen erwarb bis August nahezu 100 Tonnen Gold, China gut 80 Tonnen. Andere Länder, darunter die Türkei und Russland, reduzierten dagegen ihre Bestände.

Die Motive unterscheiden sich von denen kurzfristig orientierter Anleger. Zentralbanken halten Gold nicht wegen laufender Zinsen oder Dividenden, sondern als Währungsreserve und zur Absicherung finanzieller sowie geopolitischer Risiken. Höhere Anleiherenditen und ein stärkerer Dollar können den Goldpreis kurzfristig belasten, ändern aber nicht zwangsläufig diese längerfristigen Überlegungen.

Bei Aktien wiederum verdienen einige vergleichsweise unspektakuläre Geschäftsmodelle besondere Aufmerksamkeit. Procter & Gamble hat seine Dividende inzwischen im 70. Jahr in Folge erhöht. PepsiCo gehört ebenfalls zu den Dividendenkönigen, also Unternehmen mit mindestens 50 aufeinanderfolgenden Jahren steigender Ausschüttungen.

Auch Coca-Cola und Johnson & Johnson stehen für etablierte Geschäftsmodelle mit langfristig gewachsenen Erträgen. Dabei fällt die ausgewiesene Dividendenrendite häufig niedriger aus, als es die gesamte Kapitalrückführung an Aktionäre vermuten lässt.

Neben Dividenden spielen Aktienrückkäufe eine wichtige Rolle. Werden beide Formen berücksichtigt, erreichen manche Unternehmen Ausschüttungs- und Rückkaufquoten von vier bis sechs Prozent, teilweise auch darüber. Die Dividendenrendite allein bildet daher nicht sämtliche Zahlungen beziehungsweise Kapitalrückführungen an die Aktionäre ab.

Japans Zinswende und die Risiken hoher Dividenden

Eine weitere geldpolitische Veränderung kommt aus Japan. Die Bank of Japan erhöhte ihren Leitzins von 1 auf 1,25 Prozent. Damit erreichte er den höchsten Stand seit 31 Jahren.

Die Bedeutung dieser Entscheidung reicht weit über Japan hinaus. Jahrzehntelang konnten sich internationale Investoren zu sehr niedrigen Zinsen in japanischen Yen verschulden und das Geld in höher rentierende Anlagen anderer Länder investieren.

Dieses als Yen-Carry-Trade bezeichnete Geschäft funktioniert, solange die Renditedifferenz ausreichend groß bleibt und der Yen nicht erheblich aufwertet. Steigen dagegen die japanischen Finanzierungskosten oder gewinnt die Währung deutlich an Wert, können die Positionen unter Druck geraten.

Besonders problematisch ist der Einsatz von Fremdkapital. Müssen Anleger ihre Positionen auflösen, verkaufen sie die zuvor erworbenen Wertpapiere und kaufen Yen zurück, um ihre Kredite zu tilgen. Dadurch kann zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen, der weitere Marktteilnehmer zur Auflösung ihrer Positionen zwingt.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Japanische Versicherungen, Pensionsfonds und andere institutionelle Anleger zählen zu den bedeutenden internationalen Kapitalgebern. Werden heimische Anleihen wieder attraktiver, könnte ein Teil dieses Kapitals nach Japan zurückfließen.

Bei Dividendenaktien stellt sich unterdessen eine andere Frage: Wie verlässlich sind hohe laufende Zahlungen?

Pfizer bietet derzeit eine Dividendenrendite von rund 6,1 Prozent. Allerdings wurde die Ausschüttung zuletzt nicht mehr erhöht. Die Dividende entspricht ungefähr dem gesamten ausgewiesenen Gewinn und wird vom freien Cashflow derzeit nicht vollständig gedeckt.

Das muss nicht zwangsläufig zu einer Kürzung führen. Unternehmen können schwächere Geschäftsphasen zeitweise aus ihren Reserven überbrücken. Exxon Mobil gelang dies beispielsweise während der Coronakrise. Ob sich eine vergleichbare Entwicklung bei Pfizer wiederholt, bleibt offen.

Johnson & Johnson weist dagegen eine konservativere Ausschüttungsstruktur auf. Einem freien Cashflow von rund 21 Milliarden US-Dollar stehen Dividendenzahlungen von etwa 13 Milliarden US-Dollar gegenüber. Die Dividendenrendite liegt mit 2,6 Prozent niedriger, die laufenden Zahlungen sind jedoch besser durch den Cashflow gedeckt.

Auch AbbVie zeigt, dass negative Erwartungen nicht zwangsläufig eintreten müssen. Trotz früherer Befürchtungen über auslaufende Patente und die Zukunft des Geschäftsmodells entwickelte sich das Unternehmen positiv. Daraus lässt sich allerdings keine entsprechende Prognose für Pfizer ableiten.

Wöchentliche ETF-Ausschüttungen und Dividendenwerte

Mit dem Weekly World Income UCITS ETF hat HanETF ein Produkt auf den europäischen Markt gebracht, das wöchentliche Ausschüttungen vorsieht. Statt vier oder zwölf Zahlungen pro Jahr sollen Anleger 52 Ausschüttungstermine erhalten.

Der Fonds investiert in ein globales Aktienportfolio und kombiniert dieses mit einer aktiv verwalteten Optionsstrategie. Dabei werden unter anderem gedeckte Kaufoptionen, sogenannte Covered Calls, sowie Call-Spreads eingesetzt. Die daraus erzielten Optionsprämien sollen zusammen mit den Dividenden regelmäßige Ausschüttungen ermöglichen.

Das Konzept ist grundsätzlich nicht neu. Vergleichbare Strategien werden bereits von zahlreichen amerikanischen und europäischen Fonds genutzt. Neu ist vor allem die wöchentliche Zahlungsfrequenz.

Für einkommensorientierte Anleger kann das praktisch sein. Allerdings sagt die Häufigkeit der Ausschüttungen nichts über die wirtschaftliche Leistung des Fonds aus. Covered Calls erzeugen zwar Prämieneinnahmen, begrenzen dafür unter bestimmten Bedingungen die möglichen Kursgewinne. Auch die Höhe der Optionsprämien hängt von der Marktentwicklung und den gewählten Laufzeiten ab.

52 Ausschüttungstermine führen deshalb nicht automatisch zu höheren Jahreseinnahmen als zwölf monatliche Zahlungen.

Bei den aktuellen Dividendenterminen fallen mehrere internationale Unternehmen auf. Der griechische Wettanbieter OPAP kommt auf eine annualisierte Dividendenrendite von knapp zehn Prozent, wobei sowohl Aktienkurs als auch Ausschüttungen erheblich schwanken können.

Die brasilianische Tochter der Banco Santander bietet über ihre amerikanischen Hinterlegungsscheine eine Dividendenrendite von knapp sechs Prozent. Beim indischen IT-Dienstleister Infosys liegt sie bei annähernd fünf Prozent. Der Aktienkurs hat im laufenden Jahr allerdings rund ein Drittel verloren.

Der norwegische Öl- und Gaskonzern Aker BP erreicht eine Dividendenrendite von etwa 7,2 Prozent. Die Ausschüttungen schwanken moderat, während sich der Aktienkurs über die vergangenen zehn Jahre deutlich erhöht hat.

Besonders hoch fällt die Dividendenrendite von AGNC Investment aus. Der amerikanische Immobilienfinanzierer schüttet monatlich aus und erreicht damit rechnerisch fast 17 Prozent pro Jahr. Dem steht allerdings ein erheblicher langfristiger Kursverlust gegenüber: Innerhalb von rund 20 Jahren verlor die Aktie ungefähr die Hälfte ihres Wertes.

Seit 2021 blieb die Dividende immerhin konstant. Ob sich daraus eine dauerhafte Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung ergibt, ist noch offen.

Die Entwicklung des europäischen Einkommensmarktes

Das wachsende Angebot an Options-ETFs zeigt, wie stark sich der europäische Markt für ausschüttungsorientierte Anlageprodukte verändert hat. Strategien, die laufende Einnahmen durch den Verkauf von Optionen erzielen, waren vor wenigen Jahren kaum vertreten. Inzwischen verwalten entsprechende Produkte Milliardenbeträge.

Zu den bedeutenden Anbietern zählen JPMorgan, Global X und weitere auf Optionsstrategien spezialisierte Gesellschaften. Angesichts der demografischen Entwicklung und der Situation der europäischen Rentensysteme dürfte das Interesse an regelmäßigen Kapitaleinkünften bestehen bleiben.

Zum Ende des Gesprächs rückt nochmals die finanzielle Situation Europas in den Mittelpunkt. Die Befürchtung lautet, dass Deutschland zunehmend mit den fiskalischen Problemen anderer Mitgliedstaaten konfrontiert wird und Frankreich mittelbar durch Transfers oder die Bereitstellung von Kreditwürdigkeit stützen muss.

Gleichzeitig steht Deutschland selbst vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Verlust industrieller Arbeitsplätze, steigende staatliche Ausgaben und eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung könnten die bisherige Stellung als Stabilitätsanker beeinträchtigen.

Bei der Beurteilung einzelner Länder und Branchen bleibt allerdings Vorsicht geboten. Negative Erwartungen müssen nicht eintreten, wie frühere Entwicklungen bei chinesischen Aktien oder zeitweise stark belasteten Branchen zeigen. Umgekehrt können politische Risiken durchaus Realität werden. Russische Aktien und Hinterlegungsscheine sind dafür ein Beispiel.

Ob Staatsanleihen, Gold, Dividendenaktien oder Options-ETFs: Die jeweiligen Ertragsmöglichkeiten lassen sich nicht unabhängig von ihren Risiken betrachten. Hohe Ausschüttungen, günstige Bewertungen oder lange Erfolgsserien liefern für sich genommen noch keine Gewissheit über die weitere Entwicklung.

Haftungsausschluss

Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.

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