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Ölpreis, ETFs, BDCs und Gold im Fokus
Steigende Energiepreise, neue Erkenntnisse aus der Kapitalmarktforschung und gegensätzliche Entwicklungen bei einkommensorientierten Anlageklassen standen im Mittelpunkt dieser Ausgabe des Einkommensinvestoren-Blitzlichts. Wir haben über aktuelle Kursbewegungen, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie eine neue Langfriststudie zum US-Aktienmarkt gesprochen. Außerdem ging es um Business Development Companies (BDCs), Real Estate Investment Trusts (REITs), Gold und ausgewählte Dividendenwerte.
Sponsor des Beitrags
Der Sponsor dieser Folge ist IncomeShares. Das Finanzunternehmen mit Sitz in Irland ist auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Anlagestrategien spezialisiert. Dabei bündelt es bewährte Optionsstrategien auf Aktien, Indizes und Rohstoffe in kostengünstigen Sammelanlagen. Investoren profitieren von monatlichen Ausschüttungen und niedrigen Gebühren. Die Produkte sind MiFID-II-konform und können von Privatanlegern in Deutschland direkt an der Börse gehandelt werden.
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- 0:00:00 Begrüßung und Überblick
- 0:00:46 Ölpreis steigt durch Nahost-Konflikt
- 0:03:20 Vanguard spart Anlegern Billionen
- 0:06:16 Sponsor: IncomeShares
- 0:07:03 EZB pausiert trotz Inflationsrisiken
- 0:08:03 Studie: Warum die meisten Aktien verlieren
- 0:12:14 BDCs geraten zunehmend unter Druck
- 0:13:43 EZB warnt vor längerer Inflation
- 0:15:24 REITs überzeugen mit Dividendenwachstum
- 0:17:05 Gold sucht nach einer Bodenbildung
- 0:19:52 Dividendenwerte im aktuellen Überblick
- 0:22:33 Highlights: Kosten und Dividendenrenditen
- 0:24:57 Energiepolitik und Deutschlands Zukunft
- 0:31:47 Warum Kosten und ETFs entscheidend sind
- 0:37:05 Verabschiedung und Ausblick
Nahostkonflikt treibt den Ölpreis
Anton eröffnet die Runde mit einem Blick auf die erneute Eskalation im Nahen Osten. Nachdem der Ölpreis in der vorherigen Blitzlicht-Ausgabe noch gefallen war, notiert Brent-Rohöl inzwischen wieder oberhalb von 90 US-Dollar je Barrel. Ursache seien die gescheiterte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie Behinderungen des Tankerverkehrs in der Straße von Hormus.
Nach Einschätzung von BlackRock könnte allein dieser Energiepreisschock die weltweite Verbraucherpreisinflation um rund 0,8 Prozentpunkte erhöhen. Besonders Europa sei als Nettoenergieimporteur betroffen, da der Kontinent nur über vergleichsweise geringe konventionelle Öl- und Gasreserven verfüge. Auch in den USA mache sich die Entwicklung bemerkbar: Dort nähere sich der Benzinpreis der Marke von vier US-Dollar je Gallone – ein politisch sensibles Niveau.
Positiv entwickelten sich dagegen europäische Energieunternehmen. Entsprechende Branchen-ETFs hätten bereits deutlich zugelegt. Ähnlich wie während der Energiekrise 2022 könnten steigende Gewinne und Dividenden erneut einen gewissen Inflationsausgleich für Anleger darstellen.
Ich greife den Aspekt der Energieabhängigkeit später noch einmal auf und weise darauf hin, dass Deutschland durchaus über erhebliche Gas- und Braunkohlevorkommen verfügt. Aus meiner Sicht fehlt allerdings der politische Wille, diese Ressourcen zu nutzen. Als Beispiel verweise ich auf Analysen von Daniel Stelter, der seit Jahren auf die Schieflage der deutschen Energiepolitik aufmerksam macht.
Vanguard und der Preisvorteil passiver Geldanlage
Ich wechsle den ETF-Anbieter und richte den Blick auf Vanguard. Nachdem der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) als erster ETF weltweit ein Fondsvolumen von über einer Billion US-Dollar erreicht hatte, sorgt der Vermögensverwalter erneut für Schlagzeilen.
Nach dessen Schätzungen haben Anleger seit Auflegung des ersten Indexfonds im Jahr 1976 inzwischen mehr als eine Billion US-Dollar an Gebühren eingespart. Etwa die Hälfte dieses Betrags entfalle auf niedrigere Verwaltungsgebühren und geringere Handelskosten gegenüber aktiv gemanagten Fonds. Die andere Hälfte gehe auf den sogenannten „Vanguard-Effekt“ zurück: Durch den Wettbewerbsdruck mussten auch aktive Fonds ihre Gebühren über Jahrzehnte deutlich senken.
John Bogle habe diese Entwicklung bereits früh mit seiner Costs-Matter-Hypothese begründet. Gebühren seien einer der wenigen Faktoren an der Börse, die jeder Anleger sicher beeinflussen könne. Sein bekanntes Motto „Suche nicht die Nadel im Heuhaufen, sondern kaufe den gesamten Heuhaufen“ bringt diesen Gedanken bis heute auf den Punkt.
Geldpolitik bleibt von Energiepreisen geprägt
Sodann richtet Anton den Blick auf die Europäische Zentralbank (EZB). Obwohl Teile des Marktes für Juli mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet hätten, hat die EZB ihre Zinspolitik zunächst unverändert gelassen.
Begründet wurde dies damit, dass sich der jüngste Energiepreisanstieg bislang noch nicht vollständig in den Verbraucherpreisen niederschlägt. Die Notenbank möchte zunächst beobachten, wie stark sich dieser Effekt auf die Inflation auswirkt.
Ich ergänze, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde weiterhin mit einer über dem Inflationsziel liegenden Teuerungsrate rechnet. Erst im Laufe des Jahres 2027 wird nach ihrer Einschätzung wieder eine Inflationsrate von zwei Prozent erreicht. Für 2026 liegt die Prognose noch bei rund 2,2 Prozent. Solche langfristigen Inflationsprognosen sind naturgemäß mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
Langfriststudie bestätigt Vorteile breiter Diversifikation
Im Anschluss stelle ich eine aktuelle Kapitalmarktstudie von Hendrik Bessembinder vor. Die Untersuchung mit dem Titel „One Hundred Years in the U.S. Stock Market“ analysiert die Entwicklung von knapp 30.000 US-Aktien zwischen 1926 und 2025.
Bereits der institutionelle Hintergrund ist bemerkenswert: Bessembinder forscht an der W. P. Carey School of Business der Arizona State University, die nach dem Gründer des bekannten REITs W. P. Carey benannt ist.
Die Ergebnisse der Studie fallen deutlich aus. Zwar erzielten US-Aktien über den gesamten Untersuchungszeitraum eine durchschnittliche Buy-and-Hold-Rendite von rund 30.000 Prozent. Die Medianaktie hingegen – also der Wert genau in der Mitte aller Renditen – verlor real 6,9 Prozent.
Auch bei der Vermögensbildung zeigt sich eine starke Konzentration: Zwar schufen US-Aktien insgesamt rund 91 Billionen US-Dollar an Vermögen, dennoch verursachten rund 60 Prozent aller Aktien reale Vermögensverluste. Lediglich 27 Prozent der Unternehmen entwickelten sich langfristig besser als der Gesamtmarkt.
Besonders auffällig sei die zunehmende Konzentration der Wertschöpfung auf wenige Unternehmen. Betrachtet man den gesamten Zeitraum bis 2025, entfällt die Hälfte der gesamten Nettovermögensbildung auf lediglich 46 Unternehmen. Zu den größten Gewinnern zählen Apple und Nvidia.
BDCs stehen trotz hoher Zinsen unter Druck
Anton wechselt anschließend zu den BBDCs, die unter Einkommensinvestoren aufgrund ihrer Steuerfreiheit und Ausschüttungsstärke traditionell beliebt sind.
Der Sektor befinde sich derzeit jedoch in einer schwierigeren Phase. Als Beispiel nennt er Blue Owl Capital Corporation (OBDC), das seine Quartalsdividende von 37 auf 31 US-Cent reduziert hat. Als Begründung verweist das Management auf ein schwierigeres Ertragsumfeld und sinkende Margen.
Auch der VanEck BDC Income ETF (BIZD) habe in den vergangenen zwölf Monaten deutlich an Wert verloren. Gleichzeitig sei die jüngste Quartalsausschüttung gegenüber dem April nahezu halbiert worden.
Dennoch zeigt sich innerhalb des Sektors eine klare Qualitätsdifferenzierung. Große Gesellschaften wie Ares Capital, Hercules Capital oder Main Street Capital konnten ihre Ausschüttungen bislang stabil halten. Gerade in schwierigeren Marktphasen werde deutlich, welche Unternehmen über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügten.
REITs entwickeln sich deutlich robuster
Im Gegensatz dazu präsentiert sich der REIT-Sektor wesentlich stärker.
Anton verweist dazu auf insgesamt 43 Dividendenerhöhungen im ersten Halbjahr. Einschließlich Ausschüttungen habe der Sektor in diesem Zeitraum eine Gesamtrendite von 13,7 Prozent erzielt. Auch die vergangenen drei Monate seien kursseitig positiv verlaufen.
Zu den auffälligsten Dividendenerhöhungen zählt Essential Properties (EPRT) mit einer Anhebung um 3,2 Prozent. W. P. Carey (WPC) erhöhte seine Dividende erneut um 1,1 Prozent und setzte damit seine Serie regelmäßiger Erhöhungen fort.
Als weiteres Beispiel nennt Anton Realty Income (O). Der REIT verfügt aktuell über eine Dividendenrendite von rund 5,2 Prozent und kann inzwischen auf 31 Jahre ununterbrochenes Dividendenwachstum zurückblicken.
Auch hier gilt jedoch, dass Qualität entscheidend. Während solide Unternehmen ihre Stärke ausspielen könnten, gibt es selbstverständlich auch innerhalb des REIT-Sektors Gesellschaften mit deutlich schwächerer Entwicklung.
Gold zeigt erste Anzeichen einer Bodenbildung
Zum Abschluss der Blitzlichter richte ich den Blick auf den Goldmarkt.
Nachdem Gold über mehrere Monate unter Druck gestanden hat und der Preis zeitweise unter 4.000 US-Dollar je Unze gefallen ist, zeichnet sich inzwischen eine Stabilisierung ab. Die aufeinanderfolgenden Zwischentiefs lagen inzwischen wieder höher, was von vielen Marktbeobachtern als Beginn einer Bodenbildung interpretiert wird.
Unterstützt wird diese Einschätzung sowohl durch saisonale Faktoren als auch durch die zuletzt ruhigere Entwicklung am Edelmetallmarkt.
Am Ende greife ich noch eine historische Randnotiz auf. Der FIFA-Weltmeisterpokal besteht aus 18-karätigem Gold und enthält rund 3,7 Kilogramm Feingold. Während dessen Materialwert bei Einführung des Pokals im Jahr 1974 noch bei rund 14.700 Euro gelegen hat, beläuft er sich heute auf etwa 440.000 Euro. Der Originalpokal wird allerdings ausschließlich bei der Siegerehrung verwendet und anschließend wieder im FIFA-Museum in Zürich aufbewahrt. Die Weltmeister erhalten lediglich eine vergoldete Replik.
Haftungsausschluss
Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.
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