Hochdividendenwerte – Fünf interessante Europäer

Ein Gastbeitrag vom Blogger-Team der Erfolgsquelle

Bisher wurden auf diesem Blog meist nur außereuropäische Dividendenwerte vorgestellt. Das wollen wir mit unserem Gastbeitrag ändern. Denn auch in Europa gibt es einige interessante Aktien mit beachtlicher Dividende. Im folgenden Beitrag stellen wir fünf europäische Hochdividendenwerte vor. Bei unserer Auswahl haben wir auf eine einfache Quellensteuerregelung und eine unterjährige Zahlungsfrequenz geachtet.

Fünf interessante Europäer

ING Groep (ISIN: NL0011821202)

Die ING Groep ist eine Großbank aus den Niederlanden mit Sitz in Amsterdam. Sie zählt zu den dreißig Großbanken, die vom internationalen Financial Stability Board als systemisch bedeutsam eingestuft werden. Die Bank ist international tätig und besitzt unter anderem Filialen in den Niederlanden, Polen, Russland, Belgien und weiteren Ländern. In Deutschland und Österreich bietet sie ihren Service als Direktbank an.

Die ING Groep schüttet dreimal pro Jahr Dividende aus. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 5,05 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie betrug Ende letzten Jahres 9,97. Der Umsatz lag bei 27,38 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 betrug das Ergebnis vor Steuern 6,64 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zu 2020 um 49,55 Prozent von 4,6 Milliarden auf sieben Milliarden Euro.

Gerade vor dem Hintergrund steigender Zinsen und der momentan wirtschaftlich angespannten Situation können sich Banken als gutes Investment erweisen. Als eine der bedeutsamsten Großbanken der Welt ist die ING Groep definitiv eine Überlegung wert.

PostNL (ISIN: NL0009739416)

Auch der nächste Hochdividendenwert kommt aus den Niederlanden. Die PostNL ist ein Logistikdienstleister, der sich mit dem Transport von Briefen und Paketen beschäftigt. Das Unternehmen hat Niederlassungen in den Niederlanden, Deutschland, Italien, Belgien und dem Vereinigten Königreich.

Die PostNL entstand ähnlich wie die Deutsche Post aus der Privatisierung der staatlichen niederländischen Post. Zwischenzeitlich hieß das Unternehmen aufgrund der Übernahme des ehemaligen Logistikdienstleisters TNT Express „TNT NV“. Nach der Abspaltung von TNT Express im Jahr 2011 wurde das Unternehmen in PostNL umbenannt.

Die Dividendenrendite beträgt 10,85 Prozent. Der Hochdividendenwert schüttet zweimal im Jahr Dividende aus. Das KGV liegt bei 8,48. Der Umsatz stieg im Jahr 2021 von 3,23 Milliarden auf 3,44 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 6,42 Prozent entspricht. Das Ergebnis vor Steuern konnte das Unternehmen um 9,03 Prozent auf insgesamt 302 Millionen Euro steigern.

Die Aktie des Logistikdienstleisters eignet sich zur Diversifizierung des eigenen Dividendendepots. Zudem stehen PostNL dank des zunehmenden Onlinehandels rosige Zeiten bevor. Schließlich wird die Logistikbranche immer wichtiger.

Quellensteuer in den Niederlanden

Bei niederländischen Aktien brauchen sich deutsche Anleger bezüglich der Quellensteuer keine Gedanken zu machen. Üblicherweise rechnet die eigene Depotbank die Quellensteuer in voller Höhe (15 Prozent) automatisch als Abschlag auf die Abgeltungssteuer an. Dafür ist nicht einmal die Abgabe eines Formulars erforderlich. Grenzüberschreitend muss auch kein Geld zurückgefordert werden, wie es zum Beispiel bei italienischen Dividendenwerten der Fall ist.

Aperam (ISIN: LU0569974404)

Aperam ist ein luxemburgischer Hersteller von rostfreiem Stahl und Elektroblech. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 9.600 Mitarbeiter in über 40 Ländern und ist einer der weltgrößten Produzenten von Edelstahl.

Der Konzern ist eine Abspaltung des internationalen Stahlerzeugers ArcelorMittal. Aperam verfügt über sechs Produktionsstandorte. Drei davon befinden sich in Frankreich, zwei in Belgien und einer in Brasilien. Die bedeutendsten Großaktionäre sind die Familie Mittal mit einem Anteil von 40,8 Prozent und der luxemburgische Staat mit 2,5 Prozent.

Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 4,17 Prozent. Dividende wird viermal im Jahr gezahlt. Das KGV lag zum Ende des letzten Jahres bei 3,9. Die Aktie ist momentan sehr günstig bewertet. Der Umsatz von Aperam lag 2021 bei 5,1 Milliarden Euro und stieg im Vergleich zu 2020 um 40,78 Prozent. Das operative Ergebnis betrug 1,03 Milliarden Euro.

Die Aktie des Stahlherstellers ist aufgrund ihrer günstigen Bewertung besonders interessant. Das Industrieunternehmen kann ebenfalls zu einem diversifizierten Dividendendepot beitragen und den Mix aus Dividendenaktien verschiedener Branchen sinnvoll ergänzen.

Quellensteuer in Luxemburg

Auch Luxemburg ist ein quellensteuereinfaches Land. Die Quellensteuer auf luxemburgische Dividenden beträgt 15 Prozent. Aufgrund des aktuellen Doppelbesteuerungsabkommens mit Deutschland können sich hiesige Anleger die gesamte ausländische Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Das nimmt die depotführende Bank in der Regel automatisch vor.

Persimmon (ISIN: GB0006825383)

Persimmon ist an der Londoner Börse gelistet und im britischen Leitindex FTSE 100 enthalten. Es ist das größte Bauunternehmen Großbritanniens nach Marktkapitalisierung. Der Hauptsitz befindet sich in der Stadt York. Das Unternehmen wurde nach einem Rennpferd benannt, das 1896 ein Derby für den Fürsten von Wales gewann.

Persimmon besitzt zahlreiche Tochterunternehmen wie Ideal Homes, das schottische Wohnungsunternehmen John Laing plc und Tilbury Douglas Homes. Außerdem wurden Beazer Homes UK, Charles Church und Westbury von der Firma übernommen.

Die Aktie überzeugt mit einer Dividendenrendite von 8,22 Prozent. Dividende wird zweimal im Jahr ausgeschüttet. Persimmon ist momentan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,57 bewertet. Im Jahr 2021 betrug der Umsatz des Unternehmens 3,6 Milliarden Pfund. Das operative Ergebnis stieg von 783 Millionen auf 960 Millionen Pfund, was einer Steigerung von 23,35 Prozent entspricht.

Aktien aus der Baubranche sind selbstverständlich riskanter als Hersteller von Grundnahrungsmitteln wie Nestlé. Doch als Hochdividendenwerte sind Bauunternehmen trotzdem interessant. Seit Jahren gibt es nicht nur in Deutschland einen Bauboom, sondern auch in Großbritannien. So prognostiziert zum Beispiel die Online-Plattform Statista einen kontinuierlich steigenden Umsatz für die Baubranche des Vereinigten Königreichs.

Phoenix Group (ISIN: GB00BGXQNP29)

Als letzten europäischen Hochdividendenwert stellen wir die britische Phoenix Group vor. Sie ist auf der Kanalinsel Jersey registriert und verkauft Lebensversicherungen. Der Hauptsitz befindet sich in London.

Der britische Lebensversicherer ist hauptsächlich auf dem nationalen Versicherungsmarkt tätig. Das heutige Unternehmen entstand aus zahlreichen Übernahmen. Unter anderem kaufte Phoenix im Jahr 2019 der Swiss Re das britische Tochterunternehmen ReAssure ab.

Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 7,49 Prozent. Dabei schüttet die Phoenix Group zweimal pro Jahr Dividende aus. Die Umsatzerlöse betrugen im Jahr 2021 10,3 Milliarden GBP.

Als Versicherungsunternehmen gehört die Phoenix Group zu den weniger riskanten Hochdividendenwerten. Die Aktie des Unternehmens aus der Versicherungsbranche kann für Stabilität in einem diversifizierten Depot sorgen.

Quellensteuer in Großbritannien

Großbritannien ist generell ein Paradies für Dividendensammler. Das Land erhebt auf die Dividendenerträge ausländischer Investoren keine Quellensteuer. Somit werden Dividenden lediglich mit der deutschen Abgeltungssteuer versteuert. Die Frage nach einer Rückerstattung beziehungsweise Anrechnung der Quellensteuer erübrigt sich in diesem Fall.

Über die Autoren

Der Erfolgsquelle-Blog ist eine beliebte Anlaufstelle im Internet zum Thema Erfolg. Das kleine Blogger-Team versorgt seine Leser regelmäßig mit Beiträgen zu den Kategorien Online-Business, Mindset und Investieren. Die nützlichen Ratgeber helfen dabei, ein selbstbestimmteres Leben zu führen und dem persönlichen Erfolg jeden Tag ein Stückchen näherzukommen.

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