Einkommensinvestoren-Blitzlicht: Der Edelmetall-Bullrun – Folge 16

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Die späte Rechnung der Nullzinsphase

Noch nie hatten so viele Deutsche Aktien – und selten war die wirtschaftliche Stimmung im Land so gedämpft. Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall, sondern ein Symptom unserer Zeit: Märkte können steigen, während Volkswirtschaften schwächeln. Edelmetalle können boomen, während der Konsum vorsichtig bleibt. Und Dividenden können zuverlässig fließen, während ganze Branchen unter Druck stehen. Wer heute erfolgreich investiert, muss diese Widersprüche aushalten – und verstehen. Dieses Blitzlicht zeigt, warum „Rekorde“ allein keine gute Grundlage für Entscheidungen sind, sondern erst durch nüchterne Analyse verständlich werden.

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Das Einkommensinvestoren-Blitzlicht wird präsentiert von Trading212 – aus unserer Sicht ein echter Neobroker für Anleger mit Fokus auf laufende Erträge. Die Plattform bietet Zugang zu rund 10 000 Wertpapieren an 13 internationalen Börsen – komplett ohne Ordergebühren und ohne Fremdkostenpauschale. Der zweite Sponsor ist IncomeShares. Das Finanzunternehmen aus Irland vertreibt Optionsstrategien auf Aktien, Indizes und Rohstoffe im Mantel einer kostengünstigen MiFID-II-konformen Sammelanlage mit monatlicher Ausschüttung.

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  • 0:00:00 Vorstellung unseres Blitzlicht-Formats
  • 0:01:00 Comeback von DAX und FTSE 100
  • 0:03:29 Rekordzahl deutscher Aktionäre
  • 0:06:35 Neobroker verändern das Investieren
  • 0:09:28 Trumps Zolldrohungen gegen die EU
  • 0:10:33 Umstrittener ETF sorgt für Kritik
  • 0:12:37 EZB sieht moderate Inflation voraus
  • 0:15:13 Preise sinken, Konsum bleibt vorsichtig
  • 0:16:03 Chevron profitiert von Venezuela
  • 0:18:12 Gold und Silber steigen rasant
  • 0:19:21 Gold- und Silberminen holen auf
  • 0:21:09 Carnival nimmt Dividende wieder auf
  • 0:23:27 Aktuelle Dividendenzahler im Überblick
  • 0:28:00 Income-ETPs als Einkommensstrategie
  • 0:31:07 Ergänzungen und unsere Highlights

Das leise Comeback der alten Welt

Das Börsenjahr 2025 hat vielen Beobachtern eine Überraschung beschert: Ausgerechnet DAX und FTSE 100, lange belächelt als träge Vertreter der „Old Economy“, gehörten plötzlich zu den besseren Indizes. Jahrelange Seitwärtsphasen lösten sich in zweistellige Jahresrenditen auf. Namen wie Schroders oder British American Tobacco, die zuvor als „uninvestierbar“ galten, liefen auf einmal wieder.

Wer daraus eine Renaissance der europäischen Wirtschaft ableitet, greift jedoch zu kurz. Der Großteil dieser Bewegung war bewertungsgetrieben, nicht fundamental. Die Gewinne der Unternehmen sind nicht über Nacht um 20 Prozent gestiegen – die Marktteilnehmer waren lediglich bereit, die Preise anzupassen. Das ist kein nachhaltiger Wachstumsmotor, sondern eine Normalisierung nach extremen Bewertungsabschlägen.

Gleichzeitig zeigt sich hier ein zentrales Prinzip, das einkommensorientierte Anleger beherzigen sollten: Märkte belohnen Geduld in Zyklen. Wer Value-Werte jahrelang hielt, als sie „niemand wollte“, wurde 2025 nfür die Geduld entlohnt. Diese Art von Comeback ist leise und unspektakulär.

Deutschlands neue Aktienkultur

Mit 14,1 Millionen Aktionären hat Deutschland ein neues Rekordniveau erreicht. Besonders junge Menschen zwischen 14 und 39 Jahren prägen diesen Trend, unterstützt durch günstige Sparpläne und Neobroker. Offiziell ist das der Triumph einer „Aktienkultur“. Realistisch betrachtet ist es komplizierter.

Entscheidend für das Anlegerverhalten ist auch, wann man geboren wurde. Studien zeigen, dass das Geburtsjahr einen massiven Einfluss auf die Rendite langfristiger Anleger hat. Wer 1950 geboren wurde, erlebte bis zum 30. Lebensjahr weitgehend stagnierende Märkte. Wer 1970 geboren wurde, vervielfachte sein Vermögen im gleichen Zeitraum.

Die heutige junge Anlegergeneration kennt praktisch nur steigende Kurse seit 2009. Das prägt Wahrnehmung und Risikoverhalten. Optimismus entsteht nicht aus überlegener Finanzbildung, sondern aus einem günstigen historischen Fenster. Das ist weder gut noch schlecht – aber es kann gefährlich sein, wenn man es nicht erkennt.

Für einkommensorientierte Investoren bleibt daher entscheidend: Nicht Euphorie zählt, sondern robuste Strategien. Dividenden, unkorrelierte Assets und Regelwerke sind verlässlicher als Marktstimmung. Wer das versteht, ist weniger anfällig für den nächsten Absturz.

Politik, Rohstoffe, Edelmetalle

Geopolitik hat 2026 wieder Gewicht. Die Zollkonflikte zeigten, wie schnell Handelsbeziehungen zum Spielball politischer Macht werden können. Oberflächlich geht es um Staatseinnahmen, tatsächlich um Druckmittel – mit potenziell erheblichen Folgen für Unternehmen und Lieferketten.

Gleichzeitig erlebt der Rohstoffsektor eine bemerkenswerte Wiedergeburt. Chevron könnte durch eine erweiterte US-Genehmigung in Venezuela seine Produktion ausweiten – ein klassischer „Windfall Profit“, also ein unerwarteter Gewinnschub durch politische Entscheidungen. Solche Ereignisse lassen sich definitionsgemäß kaum planen.

Noch deutlicher wird dieser Trend bei Gold und Silber. Beide Metalle steigen rasant, Silber zuletzt sogar um über 37 Prozent in einem Monat. Anders als früher korreliert Gold heute weniger mit klassischen Zinsen, sondern stärker mit den globalen Zinsausgaben der Staaten – ein Hinweis darauf, dass Schuldenrisiken eingepreist werden.

Auch Minenaktien, lange Zeit die „hässlichen Stiefkinder“ des Rohstoffbooms, haben aufgeholt. Der Baker Steel Precious Metals Fund legte zuletzt über 200 Prozent zu. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer breiteren Verschiebung: Weg von reinen Papierwerten, hin zu substanzhaltigen Vermögenswerten.

Dividenden als verlässliche Depotstütze

Während Schlagzeilen über Edelmetalle dominieren, spielt sich die stille Stärke von Einkommensstrategie im Hintergrund ab. Monatliche und vierteljährliche Dividenden zahlreicher Unternehmen zeigen, dass ein kontinuierlicher Cashflow auch in unsicheren Zeiten möglich bleibt.

Interessant ist die Wiederaufnahme der Dividende bei Carnival. Nach dem Shutdown-bedingten Einbruch, massiven Umsatzeinbußen und hohen Schulden beginnt das Unternehmen wieder mit 15 Cent pro Quartal. Das ist ein vorsichtiger Neustart – und genau deshalb glaubwürdig.

Hinzu kommt die besondere Form der Sachdividende: Aktionäre erhalten Bordguthaben für Kreuzfahrten. Das ist zwar kein vollwertiger Renditeersatz, aber ein praktischer Mehrwert, der zeigt, dass Aktionärsrechte mehr sein können als bloße Zahlen im Depot.

Für Einkommensinvestoren bleibt der Kern gleich: Nicht die höchste Dividendenrendite gewinnt, sondern die verlässlichste. Stabilität, Geschäftsmodell und vertretbare Ausschüttungsquote sind wichtiger als kurzfristige Prozentzahlen.

Fazit: Zwischen Euphorie und Vorsicht

Wir leben in einer paradoxen Finanzwelt. Aktienrekorde existieren neben Insolvenzen auf 20-Jahres-Hoch. Sinkende Inflation koexistiert mit schwachem Konsum. Gold boomt, weil Staaten immer mehr Zinsen zahlen müssen. Eine pragmatische Anlagestrategie akzeptiert diese Widersprüche statt sie wegzuerklären.

Wer heute investiert, sollte weder panisch noch euphorisch sein. Märkte werden schwanken, Politik wird überraschen, und Volkswirtschaften werden sich wandeln. Diejenigen, die langfristig denken, real investieren und nüchtern bleiben, werden davon profitieren – nicht, weil sie Glück haben, sondern weil sie vorbereitet sind.

Haftungsausschluss

Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Handels mit Derivaten und Wertpapieren, den veröffentlichten Informationen sowie besprochenen Möglichkeiten der Geldanlage einschließlich potenzieller Interessenskonflikte verweise ich auf den Haftungsausschluss und die Transparenzrichtlinien, die analog für den Podcast und das Video gelten.

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